Wir halten zusammen und wenn die Nachrichten noch so besch….. sind

02.09.2017

 

Hallo liebe Freunde da bin ich wieder. Eigentlich wollte ich hier auf diesem Blog auch nur Heiteres, Amüsantes über unsere WG berichten, um die positive Einstellung zu so einer WG zu fördern. Jedoch ist jedem klar, dass es nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen gibt. Zur Zeit haben wir sehr besch…. Tage. Bei unserer Gudrun ist eine große Metastase und eine Lymphknotenentfernung vorgenommen worden. Sie ist zwar wieder zuhause, jedoch steht noch aus, wie die weitere Therapie verläuft, da noch MRT-Untersuchungen ausgewertet werden müssen.

Mein Mann – ehemaliger Landarzt -, der ansonsten dazu neigt, aus dem kleinsten Schnupfen das größte Krankheitsszenario zu machen zeigte sich sehr einfühlsam und konnte ihr mit sachlichen Argumenten etwas die Angst nehmen. Wir sind alle betroffen. Wir Frauen möchten am liebsten diesen Sch…Krebs wegquasseln. Wir haben alle ein Runde geheult. Gudrun hat uns getröstet und sich schon mal für die schöne Zeit mit uns bedankt, so blöd sich das vielleicht anhört liebe Freunde, da hätte ich ihr am liebsten eine gescheuert, was ich natürlich auch sagte und das dann die Situation etwas entspannte.

Aber was machen unsere Männer, sie trinken sich erst mal EINEN. Mein Mann (der ansonsten so gut wie überhaupt keinen Alkohol trinkt) war hackezu. Es ist Jahrzehnte her, dass ich ihn so gesehen habe. Er und Gudruns Mann Paul haben sich nach ihren eigenen Angaben: richtig die Kante gegeben.

Wir hatten mit unserem Freund Rudi einen Weiberabend in Harrys Fischküche. Als wir nach Hause kamen, fanden wir unsere grölenden Männer im Wintergarten. Mein Mann – der Landarzt – und Paul – der Versicherungsheini – lagen sich in den Armen, standen schwankend vor uns und teilten uns mit, dass sie beschlossen hatten uns alle zu lieben „uunndd diiich besonders Schschneckchchen“ kam von Gudruns Mann Paul.

Gudrun hat natürlich ihren Humor nicht verloren: „Ach, das hast du jetzt nach über 40 Ehejahren beschlossen!“ Nööö, schoon immmer, schonn immmmer mein Schneeckchchen“ „Toll, du hast mich nicht geschafft und der Krebs schon mal gar nicht mein Stinker.“ Dirk, bei dem sich eigentlich immer Wasser in Wein verwandeln könnte, war erstaunlich nüchtern. Er und Holger, der zwar auch leicht angetüdelt war,  standen hinter meinen Mann und Paul um ggf. einen von ihnen aufzufangen. Wie Holger mir später sagte, hatte mein Mann Gudruns Mann Paul umfassend über Eventualitäten dieses Krankheitsbildes aufgeklärt. Dieser Blödmann, in dem Fall hat ihn sein Einfühlungsvermögen wohl verlassen.

Nicht nur die amüsanten Dinge verbinden. So eine Nachricht läßt spüren, wie nahe wir uns mit der Zeit gekommen sind und welche Wertschätzung in so eine Gruppe jeder erfährt.

Wir werden auch weiterhin eine positive Richtung verfolgen und sind auch was Gudrun angeht sehr sehr zuversichtlich.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

Eure Alten-WG in Laboe

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