Wie habt ihr euch gefunden und wie bekommt man alle unter einen Hut

05.02.2017

Diese beiden Fragen tauchen immer wieder auf.

Zunächst einmal hatten wir alle etwas gemeinsam. Die Vorliebe für diesen Ort Laboe. Laboe war für alle unter Urlaub, Strand und Sonne abgespeichert.

Alle unter einen Hut zu bekommen ist das größte Problem. Menschen, die so etwas vorhaben, sind letzten Endes bereit etwas aufzugeben um etwas Neues anzufangen und zwar in einem Alter in dem das nachvollziehbar nicht mehr so einfach ist. Etwas locker ausgedrückt: alles Alphamännchen/frauchen die alles besser wissen.

Unsere Truppe setzt sich zusammen:
Holger (Architekt), Maren seine Frau (Geschäftsführerin in einem Modehaus),
keine Kinder
Dirk (Bundeswehr), seine Frau Susanne hat ein Familieunternehmen geleitet auch „nur Hausfrau“ genannt.
2 Kinder
Paul (Versicherung), seine Frau Gudrun (Hausfrau)
2 Kinder und 6 Enkel
Wolfgang (Internist), ich (Hausfrau)
2 Kinder und eine Enkelin

Wir hatten eine gemeinsame Vorliebe für Laboe. Ebenso kann man jedoch dieses Wohnprojekt auch mit Freunden oder Gleichgesinnten in seiner Heimatstadt umsetzen.
Wichtig ist, dass einer oder besser zwei das wirklich wollen und tätig werden.
Der Rest interessiert sich nur für was kostet das, wie wohne ich, wer zieht mit ein.

Bei uns haben Holger und Maren das Grundstück und die Villa einfach gekauft.
Gudrun und ich haben dann die anderen bearbeitet.

Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass es nur so funktionieren kann, dass sich jeder bei Bedarf in seine eigene Wohneinheit zurückziehen kann und es keine erzwungene Gemeinsamkeit gibt. Wie gesagt, es kann sich auch jeder selber etwas bruzeln, obwohl unsere Köchin und Haushälterin Änne das herzliche Glanzstück unserer Gemeinschaft ist.

Nur mal am Rande. Ich habe eine Freundin, die ein großes altes Haus in einem sehr abgelegenen Dorf gekauft hat. Dieses hat sie umbauen lassen. 5 Zimmer münden alle in eine große gemeinsame Küche. Es gibt ein großes modernes Bad und eine Gästetoilette. Sie wollte eine Wohngemeinschaft mit vier weiteren Frauen gründen. Es sollte eine klare Arbeitseinteilung betreffend Haus- und Gartenarbeiten geben. Die vier Frauen würden sich schon finden.
Zwei hatten sich gemeldet, die ihr nicht gefielen.
Sie selber ist eine sehr dominante Person, hat mehrere gescheiterte Beziehungen hinter sich und glaubte tatsächlich, dass sie mit 65 in Friede, Freude, Eierkuchen mit völlig fremden Frauen unter ihr Kommando in heiterer Gelassenheit in ihrer Großküche bei einem Gläschen Rotwein und Spagetti ihrer Restlaufzeit entgegensehen kann.

Meine Kritik ist nicht gut angekommen und es gab vorübergehende Funkstille. Im letzten Sommer hat sie uns mit ihrem neuen Lebenspartner besucht. Die beiden wohnen jetzt in diesem Haus. Glaube kaum, das sie momentan 3 weitere Frauen sucht.

Hausarbeit!!! Die bleibt uns auch in unserer Wohneinheit nicht erspart. Mir persönlich reicht es, dass ich, wie all die Jahre vorher, die Klamotten von meinen Mann wegräume. Da hätte es mir noch gefehlt, dass ich laut Arbeitseinteilung auch noch die dreckigen Sachen von z.B. Paul am Hals hätte. So können Gudrun und ich uns immer schön über die Unzulänglichkeiten unserer Männer auslassen ohne uns allzu ernst zu nehmen. Beide haben z.B. kein Problem damit mit verdreckten Schuhen in ihrer Wohnung aufzulaufen. Änne hat sie ein paar mal angepflaumt (sie meinen angeschnautzt) so dass sie jetzt bei ihr die Schuhe im Flur ausziehen bevor sie das Haupthaus (Küche und Kaminzimmer) betreten. Geht doch!!!

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