WG im Rentenalter heißt, wann, wo, wie, was kostet das

25.06.2017

Hallo liebe Freunde. Begeistert man sich für eine WG im Rentenalter kommen die „W“-Fragen. Wann, wo, wie, was kostet das. Schön wäre es, wenn schon jemand alles organisiert hat und es gäbe einen Katalog, in dem man sich das Passende aussuchen könnte. Evtl. schon mal einen Platz reservieren auf dem tollen Bauernhof. Unsere WG-Geschichte ist über Jahre gewachsen. Wie bekannt, haben wir uns jedes Jahr zur Urlaubszeit in Laboe getroffen. Urlaubszeit heißt, es wurde auch schon mal ein Gläschen Rotwein zuviel getrunken. Wir waren uns dann sowas von einig. Ach, kein Problem, das wird eine geile Zeit. Nur, man ist ja nicht immer besoffen und voller glückseliger Pläne (wir zumindest nicht). Holger und Maren haben dann Nägel mit Köppen gemacht und schon wurden die Töne leiser und die Bedenken größer. Unsere Angst vor Nähe oder auch Veränderung ließ unseren Enthusiasmus und die große Klappe dahinschmelzen.

Jetzt denkt ihr, was soll das denn, erst baut die Tante hier einen auf, so eine WG zu gründen und jetzt rudert die zurück.

Nein, durchhalten – es lohnt sich!!!

Holger hat eine alte Villa gefunden, die im Internet zum Verkauf angeboten wurde. Wir haben das Glück, das Holger vom Fach ist. Er war der Meinung alles abreißen und auf dem großen Grundstück einen modernen Komplex mit 4 Wohneinheiten (Wohnzimmer mit Kochnische, Schlafzimmer und Bad) und einen Gemeinschaftsraum mit Großküche. Evtl. könnte man die Wohneinheiten noch aufstocken.

Nee, um Gottes Willen, zuhause das schöne Haus mit dem über Jahre gepflegten Garten aufgeben und in so einen viereckigen Kasten ziehen, das geht gar nicht. Auf einmal ist alles vergessen. Die Begeisterung drohte zu verpuffen.

Holger gab nicht auf. Die alte Villa erhalten. Gemeinschaftsküche, Bibliothek, einen Innenhof und um diesen  4 Wohneinheiten. Das sind zwar immer noch 4 Kästen, die jedoch durch die alte Villa ganz anders wirken.

Wir haben unser Reihenhaus verkauft, Holger und Maren ihre Eigentumswohnung, Dirk und Susanne ihr Haus , Gudrun und Paul haben ihr Haus an ihren Sohn verkauft.

Wir wussten wo, wann und wie teuer. Trotzdem war eben noch nicht alles ausgestanden. Holger war der Macher aber die anderen Machos unserer WG, Paul, Dirk und mein Mann Wolfgang gab es auch noch. Mein Mann und Paul, unsere beiden Geizhälse, haben sich eigentlich nur für die Kosten interessiert. Der Satz: das ist nicht notwendig oder ihr Lieblingssatz: „Das tut nicht Not“ war Standard. Denen war eigentlich fast alles egal, Hauptsache es kostet so gut wie nichts. Dirk kannte einen Hugo, der Polier auf einer Großbaustelle in Hamburg war. Immer wenn Holger irgendetwas zum Besten gab, quatschte uns Dirk mit diesem Hugo voll. Hugo meint, Hugo glaubt, Hugo sieht das so usw. usw. Jeder von uns hasste diesen Hugo. Später haben wir mal Hugo kennen gelernt. Ein kleiner, gemütlicher Typ, der einen Witz nach dem anderen erzählen konnte.

So manche ungehörige Frechheit hat unsere Bauphase trotzdem überstanden. Holger ist mal der Kragen geplatzt: „Dirk knall du dir doch noch ein paar Bierchen rein und quatsch mich nicht voll mit deinem Hugo, Wolfgang und Paul ihr haltet jetzt auch mal den Rand, wenn euch das alles zu teuer ist, könnt ihr ja in ein paar Jahren irgendeinen Heimleiter um Taschengelderhöhung bitten.

Ihr merkt schon, Holger der Macher hat die Richtung vorgegeben. Dabei ist es nämlich egal, ob Architekt oder Künstler mit Grundsicherung wie sein Freund Dieter, der in Cuxhaven die WG gegründet hat.

Dieter hat gehört, dass ein großes Haus zu mieten ist. Ihm gefiel das Haus und das große Grundstück. Die Miete beträgt 1000 Euro im Monat. Für ihn zu teuer. Er hat seine Bekannte Monika gefragt, die wiederum ihre Schwester und deren Arbeitskollegen. Sie haben sich alle bei Monika getroffen und kennen gelernt. Das war zwar alles etwas kurzfristig, jedoch hat Dieter, inspiriert durch unsere WG, soviel ansteckende Begeisterung an den Tag gelegt, dass sich alle schnell entschlossen haben, es zu wagen. Hier hat zwar jeder nur ein eigenes Zimmer, jedoch wie ich gehört habe, klappt es prima. Sie haben sich für eine Solidargemeinschaft entschieden, das heißt, wer mehr Rente hat, bezahlt auch mehr Miete und mehr in die Haushaltskasse.

So gesehen, wenn ich weiß was ich will und zu den Machern gehöre, kann ich bestimmen, wo die Wohngemeinschaft sein soll, wie sich der Komfort gestaltet, wie teuer und wer zunächst zu mir passt. Liebe Nette, die mitziehen und sich auch gerne anpassen, finden sich reichlich. Meckerköppe, Besserwisser und Geizknochen sollten nicht unbedingt in eine WG ziehen und den anderen den Lebensabend versauen. Es sei denn, sie sind unter Kontrolle, so wie unsere Männer, ha ha ha

Hier auf unserer Seite haben sich schon „Macherinnen“ gefunden, die sogar eine eigene Gruppe gegründet haben mit klaren Vorstellungen für jetzt oder später. Die Versorgungsstationen  (Altenheime) sind einfach nicht mehr zeitgemäß und die Kinder mit Pflegeprogramme belasten, damit das kleine Häuschen erhalten bleibt, wollen die jungen Alten von heute auch nicht mehr.

Also auf zu neuen Ufern. Möchtet ihr gerne schon jetzt (Rente in Aussicht) eine WG in Berlin, Köln oder Düsseldorf gründen, warum nicht. So kann man sich schon kennen lernen und später als Rentner zusammen in den Süden, zur Ost- oder Nordsee oder in die Heide oder auf einem Bauernhof ziehen. Geht alles – man/frau muss nur machen!!!

Alles Liebe einen entspannten Wochenanfang und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG inLaboe

 

 

 

 

Kommentare