Was ist wenn………. – Sommerfest !!!

28.02.2017

Liebe Leser bevor wir uns entschlossen haben dieses Wohnprojekt durchzuziehen, wurden viele Wenn’s und Aber’s diskutiert.

Was ist, wenn es einem unserer Freunde mal – platt ausgedrückt – dreckig geht und er oder sie ein Pflegefall wird. Was kommt dann auf die anderen zu.

Machen wir uns nichts vor. Das Thema ist für einige von uns schon in der Familie nicht gut gelaufen. Erst kümmern sich alle und wollen helfen. Doch nach einiger Zeit bleibt einer darauf hängen und die anderen halten sich zurück.

Wir sind uns alle einig, dass in dem Fall der Pflegedienst eingeschaltet wird und die anderen, soweit sie es noch können, die Dinge beaufsichtigen. Wir haben im Vorfeld fast alle Dinge geklärt und schriftlich festgelegt. In unserem Fall hat die Oberaufsicht nicht irgendein christlicher Verein oder privater Investor, sondern unsere erwachsenen Kinder. Hohe Heimkosten und Zuzahlungen bleiben uns und ihnen erspart. Was an Vermögen noch da ist, bleibt unseren Kindern erhalten. Wir wissen nicht wie sich noch alles entwickeln wird, da wir noch keinen Pflegefall in unserer Gemeinschaft haben, jedoch sind wir und unsere Kinder da sehr zuversichtlich.

Es ist keinesfalls so, dass wir immer zusammen hocken und alle Probleme spielend gelöst werden. Ab und zu gibt es dicke Luft. Ganz besonders blank lagen unsere Nerven vor unserem ersten Sommerfest. Im ersten Jahr wollten wir eigentlich nur unsere skeptischen Geschwister und Freunde mit unserer Idee und der Umsetzung dieses Projekts überzeugen und allen imponieren.

Wir wollten ein Sommerfest organisieren und alle einladen. Es sollte auf keinen Fall nach Rentner, Ruhesitz oder notgedrungene Zweckgemeinschaft aussehen. Und was heißt hier Altenheim. Das Wort „alt“ hatten wir völlig aus dem Vokabular gestrichen. Wir wurden von unseren Vorstellungen und Planungen so beflügelt, dass es gerade noch mit Mühe zu verhindern war, eine Bauchtänzerin für dieses Sommerfest zu organisieren.

Natürlich durfte bei einem Sommerfest die Musik nicht fehlen. Vorschläge gingen vom Klavierkonzert bis zum Rockfestival. Maren tendierte mehr zum Klavierkonzert. Dirk meinte, unsere Generation sei mit den Rolling Stones und den Beatles groß geworden. Mit der Katzenmusik, die Maren da vorschlug könne keiner was anfangen.

Ihr könnt euch schon denken, wie es ausging. Mein Mann Wolfgang und Paul setzten sich mit ihrem Musikgeschmack durch. Das Sommerfest wurde auf die 50iger und 60iger Jahre abgestellt (Bill Harley, Jack Berry usw.). Da Wolfgang und Paul gleichzeitig auch unsere Sparschweine sind, schlugen sie vor, die „lustigen“ Wirtsleute aus ihrer Lieblingskneipe einschließlich ihrer alten Musikbox einzuladen. Die Wirtsleute bekamen die 1. Einladung. Sie sagten zu und versprachen ihre Musikbox mitzubringen.

Maren dachte an einen kleinen Bilder-Vortrag zu unserem Projekt. Der Rest der Truppe wollte auf gut deutsch „Die Sau raus lassen“ und alten Freunden und lieben Anverwandten bei einem guten Essen und guten Tropfen zeigen, wie gut es uns geht.

Gut, dass es Maren gibt. Sie war es, die dem Sommerfest einen gut organisierten Rahmen verpasste und es nicht zum Schützenfest in Kleinkleckersdorf ausgeartet ist.

Sie war es, die die Gäste offiziell begrüßte und einen kleinen Vortrag zu unserem Projekt hielt, untermalt mit einigen Bildern, die Dirk während unserer Aufbauphase geschossen hat.

Na ja, die späteren Sommerfeste liefen etwas chaotischer und gipfelten in dem Spruch unserer Kinder: wir sollten doch etwas mehr darauf achten, dass Paul sich benimmt, er sei sehr geschäftsschädigend. Kaum zu glauben. Heute können wir darüber lachen aber das ist eine andere Geschichte.

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