Unser Liebespaar Susanne und Dirk

18.02.2017

Liebe Leser. Gerne würde ich einige Bilder unserer Wohngemeinschaft zum Besten geben. Aber leider sind die anderen damit nicht einverstanden. Na ja, ist auch verständlich. Daher kann ich auch offener schreiben und mir einige Frechheiten mehr erlauben.

Heute möchte ich Ihnen Susanne und Dirk vorstellen.

Er ist mit seinen vollen grauschwarzen Haaren, durchtrainierten Körper immer noch ein attraktiver Mann. Sie, ganz das dazu passende anschmiegsame Frauchen mit gut erhaltenen Puppengesichtchen. Ohne Sport, nur mit strenger Diät hält sie ihre tolle Figur. Ihr sehr feinen blonden Haare reichen ihr fast bis zur Taille. Das sah in jungen Jahren prima aus, jetzt allerdings hat es etwas von (Sorry Susanne) „hinten Lyzeum, vorne etwas Museum“.

Ihr Mann teilt die Vorliebe vieler Männer. Hauptsache lange Haare auch wenn es nur drei sind. Sie macht alles um ihm zu gefallen – es funktioniert – sie kommt mit der Tour echt gut an. Sollt es mal vorkommen, dass wir alle in trauter Gemeinsamkeit ein Strandlokal aufsuchen, findet sich schnell einer unserer männlichen Mitbewohner der für Susanne einen Stuhl organisiert. Ich muss mir immer selber einen besorgen. Man kann nicht alles haben. Wenn es dann im Gespräch um entscheidende Dinge geht, hält sie sich zurück, da ihr Männe das Kommando hat.

Dirk war Berufssoldat. Was mich regelmäßig auf die Palme bringt, sind seine langatmigen Belehrungen. Gudrun meint dann nur: „Sei froh, dass wir nicht jeden Morgen hier zum Appell antreten müssen, so dass nur Susanne seine Befehle befolgen muss. Außerdem sei es so, dass er sich für Alkohol genau so begeistern kann wie für seine Frau.

Sie merken schon – blanker Neid. Dirk ist wirklich kein mieser Typ. Im Gegenteil trotz „harter Bundeswehrzeit“ ist er der einzige unserer männlichen Mitbewohner, der es fertig bringt „ganz ohne Scheu“ allen zu zeigen, wie sehr er seine Frau liebt. Das gleiche gilt für Susanne.

Wenn Gudrun und ich mal bei Susanne anfragen, ob sie sich nie streiten sagt sie nur: „Ach, wir streiten uns auch, ihr müsst nur etwas lieber zu euren Männern sein“ – Na, was soll ich denn davon halten?

Aber was soll man machen, wenn einem seine „Revolverschnauze“ immer wieder einen Streich spielt. Bin ich mal etwas passiver oder einfach nur still, ernte ich schon gleich einen besorgten Blick meines Mannes.  Wer will schon, dass der Partner sich Sorgen macht.

Susanne bekommt von ihrem Mann regelmäßig kleine liebevolle Geschenke. Das ist dann immer der Zeitpunkt, wo ich die Hasskappe kriege. Mein Mann glaubt nämlich, dass man Geschenke nur dann kauft, wenn man eingeladen wird und es dann dafür im Gegenzug richtig was auf die Gabel gibt.

Dirk und Susanne hatten ein großes Haus. Oben wohnten sie mit ihren beiden Kindern Jörn und Silke. In der Mitte wohnte Muttilein und unten Omilein mit Opilein. Das „lein“ wurde tatsächlich so gesagt. Opi ist friedlich eingeschlafen und Mutti hat sich dann jahrelange liebevoll um ihre Mutti gekümmert bis sie selber ein Pflegefall wurde und Schwiegertochter Susanne sich kümmern musste. Dirk hat sehr an seiner Omi und seiner Mutter gehangen. Es war trotz Pflegeaufkommen immer ein herzliches Verhältnis. Wie und wann er konnte war er da. Es wäre für ihn und seine Frau nie infrage gekommen seine Oma oder Mutter in ein Pflegeheim unterzubringen. Als seine Mutter zum Pflegefall wurde hatte er seine Vorliebe für den Alkohol vertieft.

Paul sagte mal, dass die Kinder von Dirk und Susanne ihre Eltern fast in die Wohngemeinschaft geprügelt hätten. Keiner der Kinder war so froh, dass ihre Eltern sich für diese Wohngemeinschaft entschlossen haben wie die Kinder von den beiden. Dirk und Susanne sind Eltern, die mit ihrer Fürsorge die Kinder bis ins Erwachsenenalter fast erdrückt hätten. Susanne ruft noch heute jeden Tag ihre Tochter an, um zu fragen, ob alles in Ordnung sei.

Heute ist „unsere Wohngemeinschaft“ eine beliebte Anlaufstelle für unsere Kinder und Enkelkinder. So manches „Beziehungsdrama“ unserer Kinder wird hier mit ihnen von allen Seiten beleuchtet und ab und zu sogar gelöst.

Liebe Leser, ich  möchte mich heute mal ganz herzlich für die große Resonanz meines Blogs bedanken. Da ich keine persönlichen Bilder von unserer Wohngemeinschaft ins Netz stellen darf, werde ich Sie mit netten Kinder- Hunden- und Katzenbildern beglücken. Sind eh viel niedlicher als wir!!!

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