Nur Mut – soziale Kontakte kann man überall aufbauen

30.06.2017

 

Wir fahren nicht mehr in den Urlaub. Wir sind jeden Tag im Urlaub. Wie dekadent ist das denn, ha, haha

Jedoch stellen wir heute fest, dass es genau das war, was es für uns einfacher gemacht hat, diese WG zu gründen. Unser Urlaubsort!!!

Oft lese ich hier: möchte auch eine WG gründen, in der Nähe von Hamburg, in Recklinghausen, in Berlin, in Bochum, in Köln. Es sind viele Dinge, die dabei eine Rolle spielen. Viele sind noch berufstätig. Seine Berufstätigkeit aufgeben, dürfte sich ohne großen Lottogewinn schwierig gestalten. Mit den sozialen Kontakten ist das auch so eine Sache. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und alte Bäume verpflanzt man nicht, sind Sprüche, die durchaus ihre Berechtigung haben. Haben wir auch alles „durchgemacht“. Doch nur Mut – soziale Kontakte kann man tatsächlich überall aufbauen.

Für manche ist es schon in jungen Jahren ein Problem in einen anderen Stadtteil zu ziehen. Die Nachbarn, mit denen man in jungen Jahren mit viel Bier und gegrillten Würstchen das Gartenhäuschen aufgebaut hat, verlassen – das war u.a. ein Argument meines Mannes – die netten Kassiererinnen im nahegelegenen Supermarkt, die beim Großeinkauf amüsiert feststellen: Na, wieder die ganze Sippe im Anmarsch. Die Bäckereiverkäuferin, die schon Zeitung, Brötchen und Rosinenbrot zur Seite gelegt hat, die Freunde und Bekannten, die nicht weit wohnen, die lieben Anverwandten und natürlich die Kinder und Enkelkinder „die einen noch brauchen“. Dieses soziale Netz hält einen gefangen und läßt so manchen WG-Traum leider schnell platzen.

Wie schon in einem vorhergehenden Bericht erwähnt, ist eine WG-Planung an einem lieb gewonnenen Urlaubsort sicherlich einfacher.

Man sollte schon ein finanzielles Pölsterchen haben ist auch quatsch und nur ein weiteres Argument ja nicht den heimelnden Herd zu verlassen. Die meisten haben kein finanzielles Pölsterchen, da oftmals die Blagen schon alles abgeholt haben oder die Rente so niedrig ist, dass man gerade über die Runden kommt. Mit mehreren ein Objekt mieten ist oftmals billiger als in seiner teuren Wohnung zu bleiben. Das können die, die in einer Wohngegend zuhause sind, wo die Mietpreise explodieren, sicherlich nachvollziehen. Es gibt auch in unserem schönen Deutschland viele Gegenden wo ein großes Haus zu mieten noch erschwinglich ist. So wie es die WG in Cuxhaven gemacht hat. Einfach mal im Internet schauen und sich informieren.

Um auf den Urlaub zurückzukommen. Fragt doch mal ganz unbefangen nette Urlaubsbekanntschaften, was sie von einer Alters-WG am gemeinsamen Urlaubsort halten. So etwas kann dann, wie bei uns, über Jahre wachsen und sogar klappen. Eigentlich haben wir uns über Jahre immer nur zur Urlaubszeit gesehen. Im laufenden Jahr eher selten.

Urlaubszeit !!! Mittlerweile sind wir schon genauso bescheuert wie viele eingeborene Laboer. Boo diese Touristen!!! Dabei haben wir auch die Buden voll. Alle Zimmer sind belegt, einschließlich Bibliothek mit Luftmatratzen. Unsere Änne (Haushälterin) ist in ihrem Element. Dirk, der früher bei der Bundeswehr war, sagt oft: Änne hätte einen guten Kommandeur abgegeben. Zwei Freunde unserer Kinder hat sie ganz selbstverständlich bei sich zuhause untergebracht. Klare Arbeitseinteilung ist bei unseren Kindern, Enkeln und sie kein Fremdwort. Einer nimmt das WG-Fahrrad und holt Brot und Brötchen, ein anderer fegt den Innenhof. Das Wort „Perle“ ist extra für unsere Änne erfunden worden.

An solchen Tagen stellen wir immer wieder fest, dass wir von einem Altenheim ganz weit entfernt sind. Na ja, wer schläft schon gerne mit Sack und Pack auf einer Luftmatratze im Altenheim.

Gestern hat unsere Maren wieder mal zum Literaturabend aufgerufen. Wurde erst mal mit langen Gesichtern von unseren jungen Gästen gönnerhaft akzeptiert, da Oma und Opa das offensichtlich gefällt und Änne Muffins gebacken hat. Wir „Alten“ haben dann wohlwollend zur Kenntnis genommen, mit welcher Begeisterung die Gruselgeschichte, die Maren zum Besten gab, aufgenommen wurde. Änne hatte vorher ganz selbstverständlich alle Handys eingesammelt – auch unser Paul musste seins herausrücken. Geht doch – ab und zu muss man schon etwas zwingen. Hänsel und Gretel in bester Stimmung vorgelesen, wäre sicherlich auch gegangen.

Liebe Grüße und bleibt gesund Eure fidele Alten-WG

 

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