Neustart in eine bessere Zukunft

16.05.2017

Moin, moin da bin ich um Sie wieder etwas zuzutexten.

Liebe Leute, leider können Sie nicht bei uns einziehen. Wir haben uns unser neues Zuhause auch selber zusammengebastelt. Wie, wo und warum können Sie in meinem Buch „Die fidele Alten-WG in Laboe“ nachlesen oder einfach meine Kommentare auf diesem Blog verfolgen.

Alles hinter sich zu lassen was einem lieb und vertraut ist, um einen ungewissen Neustart durchzuziehen, war auch für uns nicht einfach.

Man ist mit 60 in den meisten Fällen noch ganz fit und will in seinem liebevoll gestalteten Heim gelassenen dem Rentenalter entgegensehen. Später – wenn ich nicht mehr kann – will ich nicht ins Heim, sondern auch so etwas.

Später: also so um die 80 mit altersbedingten gesundheitlichen Problemen, kleiner Rente und Gleichgesinnten rocken wir dann noch mal so richtig ab? Ha, ha, ha würde mal sagen, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ja aber evtl. eine WG mit jüngeren Mitbewohnern “ Generationsübergreifend“. Alle, die ein ausgiebiges Pflegeprogramm mit ihren Eltern oder sonstigen Anverwandten in jungen Jahren hinter sich gebracht haben, dürften diese Illusion auch aufgegeben haben. Die meisten wollen ihren Kindern – falls welche vorhanden sind – die evtl. spätere Pflege nicht zumuten. Ich glaube nicht, dass es in der generationsübergreifenden WG jemanden gibt, der einem dann freudestrahlend regelmäßig den Allerwertesten abputzt.

Da ist es doch angenehmer, ein langjähriger „alter“ Freund, der neben einem sitzt ist in der gleichen „beschissenen“ Lage und der ortsansässige Pflegedienst (der von ihrer Angestellten beaufsichtigt wird) übernimmt diese unangenehmen Aufgaben.

Das alles ist meine subjektive Meinung.

Wir bilden später eine Alten-WG war früher unser Lieblingsthema. Nach 3 Flaschen Wein war es eine abgemachte Sache und jeder stand kurz vor der Umsetzung. Dann jedoch holte uns der Alltagstrott in unserem aktuellen Leben wieder ein.

Paul und Gudrun haben zwei erwachsene Kinder und 6 Enkelkinder. Oma und Opa waren als Betreuung voll eingeplant. Paul hatte eine stressige Versicherungsagentur und einen Herzinfarkt überstanden. Ihre beiden Kinder haben in früheren Jahren auch für so manchen Sargnagel gesorgt. Jetzt sollte der ganze Zirkus mit den Enkel weitergehen. Ja sicher sind die niedlich. Ja sicher wird man gebraucht. Ja sicher wird man es vermissen, sie nicht mehr täglich zu sehen.

Wie hat sich das heute entwickelt: Opa und Oma haben sich neu und entspannt erlebt. Die Enkel sind in den Ferien oft und gerne bei uns an der Ostsee. Sie haben dann 4 Omas und Opas zur Auswahl. Mal platt ausgedrückt, Oma und Opa freuen sich über ihre Ankunft aber auch, wenn sie wieder die Rücklichter von Mama und Papas Auto sehen, wenn sie wieder abgeholt werden.

Mein Mann hat zunächst alles mit Spinnerei und Existenzängste abgetan. Aber gerade: wie willst du das alles bezahlen hat ihn dann doch überzeugt. Wir haben unser bescheidenes Reihenhaus verkauft und in unsere neue WG investiert. Wenn wir die hohen Krankenversicherungskosten abziehen bleibt nicht mehr viel übrig, aber immer noch mehr, als wenn wir weiter für uns alleine herumgewurschtelt hätten. Wie viele, liebt mein Mann keine großen Veränderungen. Soll alles so bleiben wie es ist. Gab schon Probleme, wenn ich kurz vor Ostern (bißchen übertrieben) die Weihnachtsdeko abgebaut habe.

Bei Susanne und Dirk waren ihre beiden erwachsenen Kinder die treibende Kraft. Sie hatten miterlebt, wie ihre Eltern erst die Urgroßmutter und dann die Mutter gepflegt haben und fast auf dem Zahnfleisch gegangen sind.

Holger und Maren haben das ganz professionell angegangen. Sie haben keine Kinder und klare Vorstellungen wie sie ihre Restlaufzeit gestalten wollten. Holger war es auch, der diese alte Villa gefunden hat und die Pläne zu den Umbaumaßnahmen entwickelt hat, damit wir alle eine eigene Wohneinheit haben.

Der Sohn von Dirk und Susanne hat die vertragsrechtlichen Dinge ausgearbeitet.

Man sieht, es gibt immer einen, der die Initiative ergreift. Manchmal braucht mal wirklich im wahrsten Sinne des Wortes nur mitziehen.

Wenn Sie sich da etwas schwer tun, vielleicht steht ja eine Tochter, Sohn oder Enkel schon in den Startlöchern. Es soll ja Kinder geben, die schon der Gedanke an Pflegeeinsätze bei ihren Eltern beflügelt.

So, mal wieder bisschen viel Text und Motivationsmaterial oder auch Betthupferl (Ka kü).

Ihnen noch einen schönen Tag mit viel Sonne und positiven Gedanken herzlichst Ihre fidele Alten-WG in Laboe

 

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