Mit zunehmenden Liebreiz ist nicht mehr zu rechnen

21.07.2017

 

Mit zunehmenden Liebreiz ist nicht mehr zu rechnen. Warum auch!!! ab einem gewissen Alter kann man dafür mit ganz anderen Geschützen aufwarten: ungezügeltes Selbstbewusstsein, gepaart mit viel Lebenserfahrung, richtig eingesetzt, läßt so manche Lebensfalte und Speckrolle selbstverständlich werden. Wenn da nicht ab und zu diese Starrsinnigkeit wäre, die man gegen die jugendliche Unbekümmertheit eingetauscht hat.

Das Modell Wohngemeinschaft im Alter mit Freunden oder auch beginnenden Freundschaften, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Was manche da zustande bringen ist schon toll. Ein Besucher meiner Seite teilte mit, dass er vorhat eine WG auf dem Wasser zu gründen, auf Blumenbooten, das sind einfache Hausboote, die sehen eigentlich wie schwimmende Schachteln aus, um auch im Alter noch ein wenig auf Reisen zu gehen und das Häuschen dabei zu haben.

Gudrun erzählte von einer ehemaligen Nachbarin aus Düsseldorf. Der Enkel dieser Nachbarin hatte sich ein WG-Programm für seine Großmutter ausgedacht. In ihrer Straße leben sehr viele ältere Alleinstehende. Teilweise in großen Häusern. Die Kinder sind ausgezogen, wohnen oft weit entfernt und die alten Damen und Herren sind eigentlich schon auf Hilfe angewiesen. Eine beliebte Möglichkeit ist es dann, jemanden ins Haus zu holen, der sich kümmert. Jedoch mit einer kleinen Rente ist das nicht immer bezahlbar. Manche sind zwar „Stein“-reich, bezieht sich dann oft nur auf die in Jahre gekommenen „Steine“ eines alten Hauses.

Der Enkel hat erst den Vorschlag gemacht, dass 4 Rentner in der Nachbarschaft (1 Paar und 2 Witwen) in das größte Haus zusammenziehen und sich eine Haushälterin und auch Pflegerin leisten.  Ja, Holla die Waldfee!!! die Starrsinnigkeit hatte da Hochkonjunktur. Seine Großmutter ist zur Höchstform aufgelaufen. Wenn es darauf ankommt, kann sie noch alles. Sie würde auf keinen Fall bei dem Paar da nebenan einziehen. Dieser Angeber, der immer laut seine klassische Musik hört, der nur in seinem Garten herumhängt und alles beschnibbelt und besäbelt, so dass für Vögel und Eichhörnchen gar nichts mehr übrig bleibt. Der letztes Jahr einen Maulwurf umgebracht hat,  der immer den Dandy macht, wenn jemand an seinem Haus vorbeigeht, seine Frau aber bei jeden Mist anbrüllt – nee, dann würde sie lieber freiwillig in ein Altenheim ziehen. Das Vorhaben hatte sich dann schnell erledigt. Trotzdem hat sich eine Lösung ergeben, mit der sich alle anfreunden konnten.

Die Frau von dem oben beschriebenen Paar hatte einen Unfall und konnte auch nicht mehr so wie sie wollte. Die andere Witwe wurde ein Pflegefall. In ihr Haus ist eine Polin eingezogen. Zusätzlich wurde noch eine Halbtagskraft eingestellt. Die Polin und die Halbtagskraft versorgen jetzt 4 Rentner. Alle können in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und die Kosten werden geteilt. Gudrun hatte mit der Nachbarin (Großmutter des kreativen Enkel) telefoniert, die ihr versicherte, dass jetzt viel mehr los sei und die beiden Frauen sehr, sehr nett sind. Was die kochen würden, sei immer sehr lecker und den Heini von nebenan hätten sie auch im Griff, ha, ha, ha, aber ihr besonderer Stolz sei ihr Enkel, der hätte alles geregelt mit den Kosten und den Kindern der anderen.  Geht doch!!!

Auch hier zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, seinen eigenen Wohnbereich zu haben. Die jungen Alten können noch einen Neuanfang in einer neuen Umgebung wagen, jedoch auch für diejenigen, die das nicht mehr für erstrebenswert halten, ergeben sich praktikable Lösungen, wenn man nur ein wenig seine jugendliche Unbekümmertheit wieder auffrischt.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund Eure fidele Alten-WG

 

 

 

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