Mit dem Heini in einer WG, das kannste vergessen. Trotzdem WG-tauglich

04.06.2017

Hallo liebe Leser. Da bin ich wieder und möchte Sie etwas vollquatschen.

Mein Mann: „Nee, also mit dem Heini in einer WG das kannste vergessen.“ Der besagte Heini (Paul) wiederum: „Menschenskind ist das ein Klugscheißer“ Das waren nur die harmlosen Feststellungen in unserer Anfangsphase. Ja, wer passt zu wem und wie will man das ausloten. Man lernt einen Menschen kennen und ist sich sofort sympathisch oder eben nicht. Bei meinem Mann und Paul (der Mann von Gudrun) war es genau umgekehrt. Heute stellen wir einige Gemeinsamkeiten bei den beiden fest. Unter anderem haben beide einen Igel in der Tasche (eine liebevolle Beschreibung für einen Geizhals).

Wie haben wir damals in Laboe Gudrun, Paul und ihre Kinder kennen gelernt.

Wie bereits in einem anderen Artikel erzählt. Ihr Sohn Timo und unser Sohn Max, beide 12 Jahre, vertrieben sich die Zeit damit, die voll bepackten Einkaufswagen mit etwas erhöhter Geschwindigkeit durch die Aldi-Gänge zu manövrieren. In Höhe der Obststände knallten sie zusammen. Nachdem unsere beiden „Sonnenscheine“ die Dinge mit einem „BoooÄhh“ abtaten, standen Gudrun und ich fassungslos vor dem Schlamassel. Marmelade- und Gurkengläser vermischten sich mit einer Palette Quark, Zucker und Eier.  Im Ergebnis, hatten Gudrun und ich kurzfristig eine Putzstelle beim Aldi. Auf die gut gemeinten erzieherischen Ratschläge der anderen Käufer (u.a.: „Denen fehlt mal eine deftige Tracht Prügel!“) konnten wir nur mit einem säuerlichen Nicken reagieren.

Ja, was soll man dazu sagen. Wir waren uns alle 4 sofort sympathisch. Unsere beiden Aldi-Rennfahrer sind heute, als erwachsene Männer, immer noch freundschaftlich verbunden. Gudrun und ich hatten von Anfang an eine Wellenlänge. Und unsere Männer!!! Zufällig trafen wir uns einen Tag später am Marine-Ehrenmal wieder. Vielleicht war es auch kein Zufall. Unser Sohn Max und ihr Sohn Timo waren nämlich nicht so überrascht. Die beiden wollten die 340 Treppenstufen bis zur Aussichtsplattform hinauflaufen. Da wir von unserem letzten Aldi-Besuch noch ein ungutes Gefühl hatten, baten wir unsere Männer die beiden Jungens zu begleiten. Wir wollten mit den beiden Jüngsten – unseren Sohn Friedrich und ihrer Tochter Beate – den Aufzug nehmen. Mit dem Aufzug waren wir natürlich sehr schnell oben. Unsere beiden Söhne ließen auch nicht lange auf sich warten. Unsere beiden Männer kamen völlig außer Atem oben an. Mein Mann schleppte sich zur Brüstung und ließ seiner Weisheit freien Lauf: „Hier unterhalb des Turms seht ihr das aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Z-Boot U 995. Das U-Boot dient jetzt als Museumsschiff. Es wurde damals als Kriegsbeute nach Großbritannien gebracht. Dann war es als Schulschiff in Norwegen und liegt jetzt seit 1972 hier und kann besichtigt werden. Mein Gott, was sollte dieser Vortrag. Paul, Gudruns Mann, stellte nur genervt fest: „Tatsächlich!!!toll, das haben wir schon gemacht. Wenn wir jetzt geglaubt hatten, das war es, mein Klugscheißer und ihr Paul können sich nicht ausstehen, kannten wir die Männerwelt nicht. Unsere Kinder steuerten die Dänische Eis- und Waffelstube an. Unsere mürrisch dreinblickenden Männer, die dankend abgelehnt hatten, ließen wir auf der Strandstraße stehen. Als wir wieder aus der Eisdiele kamen, war das Unfassbare geschehen, sie lachten lauthals und unterhielten sich angeregt über die „Blues Brothers“. Mein Mann kam strahlend auf mich zu:“Stell dir vor, hier sind gerade zwei Typen vorbeigegangen, die haben genau so ausgesehen wie die Blues Brothers, also genau so, sag ich dir, Paul hat sie auch sofort erkannt, echt gut, nicht Paul, echt gut.“ Paul setzte seine dunkle Sonnenbrille auf und stolzierte vor uns her. Er versuchte offensichtlich die Blues Brothers zu kopieren. (die Blues Brothers ist ein Kultfilm aus den 80iger Jahren).

Kaum zu glauben, innerhalb von 5 Minuten hatten es die Blues Brothers geschafft, dass sich beide beim Vornamen nannten und eine angeregte Unterhaltung führten. Gehts noch!!! Über die Jahre gab es immer wieder mal Unstimmigkeiten zwischen den beiden. Wenn Gudrun und ich früher noch irgendwie ausgleichend etwas dazu sagen wollten, haben wir das heute völlig aufgegeben und es kommt nur noch ein: Jo,jo jo von uns – warum sollten wir das noch ernst nehmen.

Eines liebe Leute kommt aber mit so einer WG wieder. Mal etwas poetisch ausgedrückt „Die Leichtigkeit des Seins“ oder die Albernheiten in jungen Jahren werden geteilt oder auch neu geweckt.

Kleine Episode: Ich hatte vor einigen Wochen gelesen und natürlich Gudrun davon erzählt, dass man einen guten Liebhaber daran erkennt, wie er sein Frühstücksei pellt und es isst. Also Kopf abschlagen oder wie wild auf die Schale dreschen und anschließend darin herumstochern ist da weniger vorteilhaft. Es ergab sich, das wir mit unseren Männern in einem Hotel in Hamburg übernachteten. Morgens beim Frühstück saß am Nebentisch ein älterer Herr. Nobody ist perfekt, wäre noch ein Kompliment für ihn gewesen – aber wie er genussvoll sein Frühstücks-Ei appellte!!! Gudrun und ich schauten uns nur an und konnten uns nicht halten vor Lachen. Unsere Männer schüttelten nur verständnislos den Kopf. Ich habe meinem Mann später aufgeklärt und Gudrun offensichtlich ihren. Wir haben beide festgestellt, dass beide ihren Frühstücks-Eiern nicht mehr die Köpfe abschlagen, ha, ha, ha

Das Leben hält noch so viele schöne Überraschungen parat und gerade die Albernheiten machen im Alter viel mehr Spaß, vor allen Dingen, wenn man sie mit jemanden teilen kann.

Also, auf zu neuen Ufern – muss nicht unbedingt die Ostsee sein.

Und wenn Ihnen meine Erlebnisse und Eindrück gefallen und Sie bis hier gelesen haben, dürfte Ihnen mein Buch „DIE FIDELE ALTEN-WG IN LABOE“ auch zusagen. Ich weiß, 13,90 Euro finde ich auch ein bißchen happig, aber das sind 1,29 Provision. Tatsächlich !!! Der Rest bleibt beim Verlag. Sende dazu eine Aufstellung. Im Mai waren das so um die 35 Euro. So genug gebettelt, ha ,ha, ha.Das Buch gibt es in jeder Buchhandlung und bei Amazon.

Liebe Grüße und bleiben Sie gesund

Ihre fidele WG aus Laboe

 

 

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