Kennen Sie die Laboerin Beeke Sellmer

04.02.2017

Gehe mal davon aus, dass ich die nachfolgende Einstellung mit einigen Leserinnen teile.

Eigentlich interessiert mich die Bauweise eines Schiffes herzlich wenig, und höre zugegebenermaßen immer nur halbherzig zu, wenn mein Mann mir in epischer Breite zu erklären versucht, wie viel Quadratmeter Segelfläche das Schiff hat, wie sich die Geschwindigkeit messen lässt, wie schnittig es gebaut ist usw.. Weil ich aber diesen zufriedenen und begeisterten Geichtsausdruck liebe, den er dabei hat, heuchle ich Interesse.

Die Begeisterung für Schiffe teilt mein Mann Wolfgang nicht nur mit Bootsmann Jannis, sondern auch mit unserem Sohn Friedrich. Friedrich ist jedoch ein Freund alter Schiffe und hat mir von dieser Beeke Sellmer erzählt.

Hatte ich bis dato immer geglaubt Schiffahrt sei eine männliche Domäne, war ich damit auf dem Holzweg oder besser gesagt auf den verkehrten Planken. Erstmals 1857 bot eine Frau eine regelmäßige Fährverbindung von Laboe nach Kiel an. Es war die Laboerin Beeke Selmer, sie war damals 59 Jahre alt, als sie zweimal wöchentlich von Laboe aus lossegelte. Für zwei Schillinge durften die Passagiere mitfahren. War Flaute mussten sie rudern. Übrigens, als Beeke Sellmer ihre Fährfahrten damals anbot, da war sie schon dreimal verheiratet gewesen und hatte zehn Kinder zur Welt gebracht. Das reetgedeckte Haus, in dem sie lebte, ist noch heute erhalten. Es befindet sich am Dellenberg in Laboe.

Ende der 1990er Jahre kam von den „Freunden Alter Schiffe“ aus Schönberg die Idee ein altes Wadenboot nach Originalplänen nachzubauen. Nachdem Sponsoren gefunden worden waren, konnte der Bootsnachbau begonnen werden und wurde 2000 fetiggestellt. Namensgeberin wurde die besagte Beeke Sellmer. Seitdem werden jeden Sommer kleine Segeltörns für Touristen und interessierte Kieler angeboten.

Diese geschichtliche Information kennen Sie vielleicht schon, doch es bleibt festzustellen meine Damen: „schon damals gab es taffe Laboer Frauen“

Kommentare