Hansi und die Reibeplätzchen

18.05.2017

Hallo liebe Leser. Kommt Ihnen das bekannt vor. Wetter ist super – jetzt wird gegrillt!!!

Unsere beiden Geizhälse Paul und Wolfgang, die immer gerne etwas stänkern und oft im Chor zum Besten geben: „Das tut nicht Not“ und sich dann beide anschließend schlapp lachen, da Ihnen mal wieder gleichzeitig einen Dialog von irgendeinem bescheuerten Film eingefallen ist, sind ganz verrückt was das Grillen anbelangt. Geiz spielt dann keine Rolle. Es wird vom Feinsten eingekauft.

Mitbewohner Dirk hat in der Beziehung, mal ganz salopp ausgedrückt, auch eine Macke. Es muss der alte Grill sein, der schon ein paar Jahre auf den Buckel hat und eine ganz bestimmte Holzkohle. Grillen sei etwas uhriges?? Was immer das in diesem Zusammenhang heißen mag, wir sind schon froh, dass hier auf eine offene Feuerstelle verzichtet wird. Zudem besteht er immer darauf den Grillmeister zu machen. Wenn der Grill oder besser die Kohle die richtige Temperatur erreicht hat, hat Dirk auch schon ein paar Bierchen gezwitschert und dann hatten die Bratwurst oder Koteletts Glück wenn sie sich beim saloppen wenden noch auf dem Grill befanden.

Der Vorschlag von Holger einen Gasgrill anzuschaffen wurde abgetan mit: Nee „Das tut nicht Not, lass Dirk man machen, ha, ha, ha“

Das war nicht immer witzig. Unsere Maren. die kein Fleisch aß, sich ab und zu nur ein oder auch zwei Gläschen Wein gönnte, verschwand dann schon mal etwas genervt in ihre Wohneinheit.

Gestern hatten sich unsere Männer zu früh auf einen Grillabend gefreut. Änne hatte schon vorige Woche angekündigt Kartoffelplätzchen (Puffer) zu machen. Auch Pauls Versuche Änne umzustimmen blieben erfolglos. Ihre Frage: „machst du meine Kartoffelpuffer nicht?“ konnte er nur mit: „Sicher, aber“ weiter ist er nicht gekommen. „Morgen könnt ihr grillen heute gibt es Kartoffelpuffer“

Änne, unsere Haushaltshilfe/Geschäftsführerin – was auch immer – hatte ein Machtwort gesprochen. Änne war, bevor wir sie eingestellten hatten, eine einfache Küchenhilfe in einem Hotel in Laboe. Mit unserer Hilfe hat sie jetzt den ganzen Laden im Griff. Die Einstellung „man wächst mit seinen Aufgaben“ hat Änne perfekt umgesetzt.

Erstaunlich, wenn wir Frauen anfangen mit unseren Männern zu diskutieren, sagt Änne was gemacht wird und die Herren der Schöpfung akzeptieren das. Geht doch !!!

Reibekuchen/Kartoffelplätzchen oder Puffer weckt bei mir und vielleicht auch bei Ihnen immer alte Erinnerungen.

Damals gab es noch keine Dunstabzugshaube – und wenn doch, bei uns jedenfalls nicht. Meine Mutter riss immer das Küchenfenster auf und die Nachbarn waren geruchsmäßig informiert, es gab Reibeplätzchen. Auch der kleine 6jährige Nachbarjunge, Hansi Schonka, hat das mit seiner kleinen Stupsnase mitgekriegt. Er stellte sich jedes mal unter das Küchenfenster und rief ganz laut: „Hallo, hallo wollt nur mal fragen wie es so geht?“ Meine Mutter hat ihn jedes Mal mit einkalkuliert. Der Zucker für Hansi (wir haben nur Apfelmus dazu gegessen) stand schon auf dem Tisch. Hansi musste nur jedes Mal unter den Augen meiner Mutter die Taschen seiner kleinen Lederhose leeren, da Hansi schon mal Regenwürmer für seinen Opa sammelte – ein begeisteter Angler – und falls kein Gefäß vorhanden, diese kurzerhand in die Hosen-Tasche gesteckt wurden. Ich habe diese Geschichte schon so oft in unserer WG erzählt (haben ältere so an sich), dass bei jedem Reibekuchenessen immer jemand zu mir sagt: „Noch ein Reibepätzchen Hansi“ sehr witzig!!! – Zumindest habe ich erreicht, dass jetzt auch alle an Hansi denken, ha ha, ha –

Nur ganz nebenbei, Ännes Reibeplätzchen sind super. Ännes Mann und Tochter, sowie unser Freund Rudi sind immer Reibeplätzchen-Gäste. Rudi bringt jedes Mal eine Flasche roten und eine Flasche weißen Wein mit. Er behauptet, immer noch nicht herausgefunden zu haben, welche Sorte zu Reibeplätzchen passt. Paul stellt ihm immer ein großes Bier und einen eisgekühlten Klaren vor die Nase und sagt, das klären wir später mein Freund. Nachdem Rudi gestern 3 halbe Liter Bier auf hatte, wurde das nicht mehr geklärt. Der Wein wird bei uns nicht schlecht. Wir hoffen auf weitere gesellige Abende – nicht unbedingt immer mit Alkohol. Es könnte der Eindruck entstehen, so eine Wohngemeinschaft sei nur im Suff zu ertragen. Dem ist nicht so, wir sind auch nüchtern zu ertragen liebe Leute.

So liebe Leser noch einen schönen Abend und ein gutes Nächtle.

Ihre fidele Alten-WG aus Laboe

 

 

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