Gute und schlechte Nachrichten

10.09.2017

 

Hallo liebe Freunde. Die gute Nachricht ist, dass es bei unserer Gudrun keine weiteren Metastasen gibt. Wir konnten alle aufatmen. Doch die Freude hielt nicht lange. Dirk hatte Brustschmerzen und hatte seiner Frau Susanne – typisch Komisskopp – verboten den Kindern und uns davon zu berichten. Speziell mein Mann – der Landarzt und Schwarzmaler – sollte davon nichts wissen, das ging schon wieder weg. Mein Mann würde ihm das Gefühl geben, er hätte nicht mehr lange und darauf könne er verzichten. Das würde bei ihm dann wahrscheinlich noch einen Herzinfarkt auslösen, obwohl er ja jetzt nur eine leichte Magenverstimmung hätte. Dirk war vorher bei der Bundeswehr und hatte sich speziell für seine Familie den Kommandoton nicht abgewöhnen können. Irgendwie funktionierte das immer noch. Susanne hat aber trotzdem ihren Sohn Jörn angerufen und der hat dann meinen Mann gebeten, sich um Dirk zu kümmern.

Die Bedenken von Dirk bezüglich meines Mannes sind tatsächlich nicht ganz unbegründet. Er ist ein Schwarzmaler und auch nicht immer mit der nötigen Sensibilität ausgestattet, wenn es um Übermittlung von schlechten Nachrichten geht. Doch auch seine Kollegen haben ihm immer wieder über die Jahre die Bestätigung gegeben, dass er ein guter Diagnostiker sei. Auch bei Dirk hat er nicht lange gefackelt. Er ist nach dem Telefonat mit Jörn direkt zu Dirk marschiert und hat ihn untersucht. Dirks Proteste hat er völlig unbeeindruckt zur Kenntnis genommen und nur mit: „Jo, jo , jo mein Freund, halb so wild“ kommentiert. Dann hat er einen Rettungswagen bestellt und ist mit Dirk in die Universitätsklinik Kiel gefahren. Dirk hatte einen Herzinfarkt und wird am Montag operiert. Ich glaube, dass er zu Dirk gar nicht so viel zu seinen Untersuchungsergebnissen gesagt hat, hat diesen noch mehr verunsichert und kleinlaut werden lassen.

Auch hier zeigt sich wieder. Wir haben zwar alle unsere eigene Wohneinheit und wenn man will eben auch soviel Privatsphäre, dass man dem anderen aus dem Wege gehen kann, wenn einem da nach ist, jedoch im Ernstfall immer jemand da ist, der schnell helfen kann. Susanne hat jegliche Unterstützung, wenn es darum geht nach Kiel zu fahren um Dirk zu besuchen oder einfach nur um zu reden wenn ihr danach ist.

Ab einem gewissen Alter kommen die Einschläge eben immer näher. Aber gemeinsam schaffen wir das. So ist man/frau eben weniger allein. Will hoffen, das ich in den nächsten Tagen wieder mehr erfreuliche und auch lustig Dinge berichten kann und mir auch danach ist.

Für euch und für uns einen schönen gesunden Wochenanfang liebe Freunde

Eure Alten-WG in Laboe

 

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