Früher war eben nicht alles besser

22.11.2017

 

Hallo liebe Freunde. „Früher war alles besser“ ist natürlich bei uns auch immer wieder ein Thema. Unsere WG ist damit nicht gemeint, außer es ist mal dicke Luft, dann wird das Früher von vor ein paar Jahren sogar etwas verklärter gesehen.

Eine Vermutung besagt schlicht, dass die Lebensjahre zwischen 15 und 25 besonders prägend sind. Laut Wissenschaftlern kann es sein, dass wir uns deshalb deutlich besser an diese Zeit erinnern, weil wir in diesem Alter unsere Identität als Erwachsene entwickelt und etabliert haben.

Wir erlebten vieles zum ersten Mal, das später zum Erwachsensein dazugehört: den ersten Job, den ersten Kuss, die erste Wahl. Diese prägenden Ereignisse sind tiefer im Gehirn verankert.

Wir meinen zu wissen, wie großartig die Vergangenheit war und meckern über das, was die junge Generation heute so anstellt. Paul und mein Mann sind da Meister. Unsere Kinder und Enkelkinder können auch auf Statistiken verweisen, die klar zeigen, dass es der Menschheit heute besser geht als je zuvor, kriegen jedoch von den Nostalgikern zu hören: “ Haltet mal schön den Ball flach, schließlich wart Ihr nicht dabei?!“Meine geliebte Großmutter hatte vor 60 Jahren – 65jährig – einen Schlaganfall. Ab ins Bett und da blieb sie dann auch. Was ist da heute alles möglich. Da gehen dann auch den beiden die Argumente aus.

Ansonsten mit einem großen Potential an Realität ausgestattet, läuft mein Mann z. B. in der Vorweihnachtszeit zur Höchstform auf. Es muss alles so sein wie früher. Rote Kerzen, grüner Kranz ist ja ok, jedoch die Lichterketten, die es früher eben nicht gab, wurden akzeptiert und sind jetzt so zahlreich im Einsatz, dass es meiner Meinung nach nicht mehr gemütlich, sondern sehr hell ist und man jeden Pickel sehen kann, der nächste Woche kommt. Mein Kommentar zu unseren erwachsenen Söhnen: „Eurem Vater muss ich mal wieder schonend beibringen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, wird von diesen amüsiert zur Kenntnis genommen, jedoch mit dem Zusatz: „FRÜHER war Weihnachten immer schön.“ Was soll man dazu sagen !!! Wenn sie mal so alt sind wie wir, gibt es auch ein Früher: Weihnachten in der Eltern-WG mit Eierpunsch. Der hat nämlich beim letzten Weihnachtsfest so manche Erinnerung für Jahre geprägt.

Technik ist nicht unbedingt mein Ding, trotzdem fasziniert es mich immer wieder, was alles möglich ist. Ich kann mich noch gut an unsere erste Autofahrt mit Navigationsgerät erinnern. Heute schon fast eine Selbstverständlichkeit. Mein Mann und ich wollten einen entfernten Verwandten meines Mannes besuchen. Mein Mann kannte angeblich den Weg, trotzdem konnte großzügigerweise im Hintergrund das Navi mitlaufen. Die angenehme weibliche Navi-Stimme sagte z.B.: „An der nächsten Kreuzung rechts ab“ mein Mann schrie dagegen an: „Die (wer auch immer) hat keine Ahnung, es geht links ab“. Ich saß zufällig am Steuer und wußte nicht wohin. Hab mich dann des lieben Friedens Willen daran gehalten, was mein Mann gesagt hat. Wir sind erst Stunden später völlig entnervt angekommen. Die Rückfahrt hat dann das Navi bestimmt.

Gestern ist das Echo von Amazon angekommen. Mein Mann fand das natürlich wieder mal völlig daneben. Das sei rausgeschmissenes Geld, zudem könnten uns jetzt alle abhören. Mein Goootttt, als ich sagte: „Alexis spiel die Rolling Stones“ und die dann sofort loslegten, grinste er und das Ding mußte sofort den anderen vorgeführt werden. Der Wahnsinn war perfekt, jeder wollte Alexis Befehle geben. Von „keine Sau ruft mich an“ bis Jimmy Hendrix und Alexis bell mal, wurde alles angefordert. Fortschritt kann so viel Spaß machen.

So liebe Freunde bleibt gesund, noch einen entspannten Abend und liebe herzliche Grüße

Eure fidele Alten-WG aus Laboe

 

 

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