Fremde

06.02.2017

Susanne und ich sind vor einiger Zeit mit unseren Hunden Mücke (Havaneser) und Willi (Berner Sennehund) am Hundestrand entlangspaziert. Ein älterer Herr schmiss immer einen Ball ins Meer und sein Golden Retriever holte ihn wieder heraus. Wie das so mit Hundebesitzern ist, man kommt schnell ins Gespräch.

Er sei ein Zugezogener aus Berlin und die eingeborenen Laboer seien ein arrogantes Pack. Am liebsten würden die am Ortseingang ein Schild anbringen auf dem steht:  „Ihr dürft kurz durch den Ort fahren, eure Kohle hier lassen, dann aber schnell wieder weg hier.“

Seine Lebensgefährtin und er haben hier über Jahre immer ihren Urlaub verbracht. Vor 2 Jahren hätten sie sich hier eine Eigentumswohnung gekauft. Das sei ein Fehler gewesen. Sie überlegen wieder nach Berlin zu ziehen. Mit den Leuten hier kann man einfach nicht warm werden.

Unsere Einwände: Na ja, wir sind hier im Norden. Da ist alles etwas kühler. Auch wir hätten festgestellt, dass es hier viele Sturköppe gibt. Aber es gäbe auch Ausnahmen. Wir erzählten von unserer herzlichen Änne. Damit konnten wir bei ihm auch nicht Punkten.

Als ich abends meinen Mann davon erzählte, meinte er nur, das sähe er genau so. Er wollte aber auch mit keinem warm werden. Sehr witzig!!! Er könne auch verstehen, dass die Laboer die Schnauze voll hätten, wenn die Touristen hier immer wie die Heuschrecken einfielen. Freuen würden sich dann nur die Geschäftsleute. Er sei auch froh, wenn der Trubel vorbei sei und er in Harrys Fischküche entspannt sitzen könne ohne dass ihm einer im Eifer des Gefechts  seinen Fischteller auf die Klamotten kippt. Boo, das ist einmal vorgekommen. Da wird er sich noch den Rest seines Lebens daran hochziehen.

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