Es muss kein Traum bleiben

18.09.2017

 

Das wäre mein Traum!!!  Doch dann kommen die Bedenken. Kann ich leider nicht verwirklichen, weil ich die finanziellen Mittel nicht habe, weil ich meine Eltern pflegen muss, weil ich mich um meine Enkelkinder kümmern muss, weil, weil, weil – jeder hat einen anderen Grund um diese Lebensform nicht zu verwirklichen.

Über Jahre wird uns in fast allen Berufssparten das Leitbild für zielorientiertes Arbeiten vermittelt. Na, wieso dieses Leitbild nicht auch auf die eigene Lebensweise übertragen. Ziel „WOHNGEMEINSCHAFT“

Jetzt denkt ihr: die kann gut quatschen. Sicher kann ich das. Wir haben unser Ziel erreicht !!!

Mal etwas derbe auf den Punkt gebracht: besoffen waren wir uns immer einig. Nüchtern hatten wir jeder für sich mit unseren Ängsten zu kämpfen: ich verlasse mein soziales Umfeld, wie sieht das aus, wenn ich ein Pflegefall werde, kann ich soviel Nähe ertragen, kriege ich das finanziell alles so hin usw. usw.

Ja liebe Leute wir haben es geschafft, ohne Alkoholiker zu werden, ha, ha, ha

Ich habe hier schon einige Wohnformen beschrieben. Wir 8 sind jedoch der Meinung, dass der Idealfall nur mit einer eigenen Wohneinheit besteht. Auch ist es oft sehr schwierig mit den klaren Arbeitseinteilungen, daher unsere Änne. Jeder hat eine andere Vorstellung von häuslicher Gemütlichkeit. Meinen Mann stört es nicht, wenn seine Zeitungen überall verteilt herumfliegen und jeden Tag den Müll entsorgen ist für ihn auch übertrieben. So schnell kommen die Ratten nicht. Was soll das Gestrüpp (Blumen) auf dem Tisch. So muss er die Sportschau immer durch die Blume sehen und hat dann natürlich auch keinen Platz für seine Füße, die regelmäßig auf dem Tisch liegen. Ich bin selber eine Quasseltante könnte es aber nicht ertragen, wenn mich einer stundenlang zutexten würde. Ist auch irgendwie daneben und das dürfte auch bei mir nicht alles sein, was nicht unbedingt in drei Zimmer, Küche, Bad passen würde.

Paul, der Mann von Gudrun hat es mal so ausgedrückt: Seiner Meinung nach braucht jeder Mensch zum wohlfühlen ab und zu eine Zeit für sich, wo er sich richtig gehen lasen kann, ohne das er der ständigen Beobachtung anderer ausgesetzt ist. Das würde man eben Privatsphäre nennen und die sollte sich nicht nur auf eine geschlossene Toilettentür beschränken. Ist was dran.

So erstaunlich ihr das vielleicht findet, aber heute habe ich sogar das Gefühl mehr Privatsphäre zu haben als früher. Wenn ich mit meiner Decke auf dem Sofa liege und mir einen Pilcherfilm anschaue kann ich ihn heute genießen, ohne dass mir einer sagt, was guckst du denn da wieder für einen Mist. Mein Mann marschiert dann meistens in unsere Bibliothek und schaut, wer noch so aus unserer Truppe das Weite gesucht hat.

Für alle, die regelmäßig meinen Blog lesen. Dirk hat 3 Bypässe bekommen und ist auf dem Weg der Besserung. Susanne fährt jeden Tag nach Kiel und sitzt fast den ganzen Tag an seinem Bett. Ihre beiden erwachsenen Kinder rufen jeden Tag in der Klinik und bei uns an und beteuern immer wieder wie froh sie sind, dass sie uns haben. Gudrun geht es auch wieder besser und die lockeren Sprüche gegenüber ihrem Mann Paul sind Gott sei Dank wieder an der Tagesordnung. Ob sie auch jeden Tag an seinem Bett sitzen würde. Nee, er könne dann mit den Krankenschwestern herumgockeln, das würde ihm sicherlich auch gefallen und sie hätte dann mal eine entspannte Auszeit.

Gertrud und Dieter, die Cuxhaven-WG, haben eine Überraschung für uns. Die Einladung steht für Ende September.

Alle, die mein Buch gelesen haben oder meinen Blog verfolgen, sehen dass bei uns viel Nähe gewachsen ist, die einige zunächst gar nicht so recht zulassen wollten. Nähe bedeutet auch ein Stück Sicherheit und Geborgenheit. Also erstrebenswert!!! Arbeitet an eure Zukunft an eine WG – es lohnt sich.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

 

 

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