Einsamkeit, älter werden, Pflegefall ? will keiner wissen

05.03.2017

Heute hat mich Freundin Uschi angerufen. Wie heißt es so schön: man muss für eine Sache brennen, damit der Funke überspringt. Auf den Punkt gebracht: Uschi brennt lichterloh für die Umsetzung einer Wohngemeinschaft wie wir sie schon Jahre leben.

Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes damit ihrem Mann, ihrer Cousine mit Partner und zwei Freundinnen (beide alleinstehend) auf den Geist gegangen. Sie hat alle so vollgequatscht mit Einsamkeit, älter werden und Pflegefall, dass sie schon bald ihr eigenes Gesabbel nicht mehr hätte hören können.

Als sie merkte, dass sie damit alle nur unter Druck setzt wäre sie ruhiger geworden und hätte auch nicht mehr so recht an eine Umsetzung geglaubt.

Aber, du glaubst es nicht, erzählte sie weiter. Ihre Cousine und ihr Mann geben jetzt ihre Gärtnerei auf und das Projekt Wohngemeinschaft ist ganz aktuell. Es steht jetzt ein gr0ßes Grundstück zur Verfügung. Sie haben schon einen Makler beauftragt, der ihr Haus und die Eigentumswohnung einer Freundin verkaufen soll.

Sie wollten es so aufziehen wie wir es gemacht haben. Jedoch in ihrer Heimatstadt.  Eine der Freundinnen hat nichts zu verkaufen. Ihr Anteil wird dann wahrscheinlich so laufen, dass sie an die anderen Miete zahlt. Das muss dann alles noch geklärt werden. Es würde alles ein bißchen einfacher. Sie bräuchten auch nur je Wohneinheit ein Wohnzimmer mit offener Küche und ein Schlafzimmer mit Bad.

Was aber unbedingt sein müßte, sei diese große Wohnküche (Kantine), eine gemütliche Bibliothek mit Kamin und ein Innenhof von dem alle Wohneinheiten abgehen würden.

Ganz wichtig sei auch so eine Änne wie wir sie hätten.

Uschi war wieder ganz aus dem Häuschen. Telefoniere ich jetzt mit der 19jährigen Uschi von damals, die unbedingt gemäß dem „American way of Live“ ein Jahr in Amerika verbringen wollte oder der taffen 65jährigen die sich mit Begeisterung in einen neuen Lebensabschnitt stürzt. Nach diesem Telefongespräch habe ich für mich wieder mal festgestellt, dass sich Menschen eigentlich nicht wirklich ändern. Mit zunehmender Begeisterung läßt sogar die viel gerühmte Gelassenheit des Alters nach.

Ich freue mich für sie und bin sicher, das alles klappen wird. Ihre Freude und Begeisterung war so ansteckend, dass ich nur sagen konnte: „Mein Gott Mädchen, laß mal langsam angehen und denk an deinen Blutdruck. Bis es soweit ist und du alles genießen kannst, musste noch mit einigen Querschlägen rechnen.“ „Paa, da hätte sie keine Angst, das wäre eine Herausforderung die sie genießen würde im Gegensatz zu dem alleinigen Pflegeprogamm mit ihren Eltern welches sie über Jahre durchgezogen hätte.“

Uschi und ihre Mitstreiter(Bewohner) werden es schaffen.

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