Die unerklärlichen Fähigkeiten von Hund Mücke

21.05.2017

Uschi hat wieder angerufen. Heute ging es nicht um ihre in Planung stehende Wohngemeinschaft, sondern um ihren Hund Mücke. Mücke, ein kleiner Havaneser, sitzt immer auf der Fensterbank und schaut ganz friedlich auf die Strasse. Das Friedliche hat sich allerdings schlagartig erledigt, sobald Bobby der Bobtail und sein Frauchen vorbei radeln oder nur gemütlich an seinem Fenster vorbeigehen. Auch wenn das Frauchen alleine irgendwo aufkreuzt oder mit dem Rad vorbeifährt, rastet Mücke aus. Offensichtlich kann er beide nicht ab. Uschi sagte, sie konnte das nie nachvollziehen. Das sei eine ganz nette Dame und Bobby ein ganz Lieber. Mücke sieht das anders. Vor einigen Tagen sei sie beim Bäcker gewesen und hatte Mücke draußen angeleint. Sie habe die besagte Dame auf dem Rad ankommen sehen und noch zu der Verkäuferin gesagt: „Mein Gott, jetzt macht mein Köter wieder Theater nur weil er diese Frau sieht.“ Die Dame hielt vor dem Bäckerladen, sah Uschi und teilte ihr mit, dass gestern ihr Hund Bobby gestorben sei. Mücke hatte die Dame auch ankommen sehen und nichts gemacht, rein gar nichts. Er hat ganz friedlich neben Uschi gestanden. Irgendwie sei das unheimlich gewesen.

Uschi hat zwar eine esoterische Ader und versucht mich schon seit Jahren davon zu überzeugen, dass wir beide schon mal gelebt haben. „Ich glaube wir haben vor Jahren schon mal in Holland gelebt und Käse auf dem Markt verkauft“, ist die Variante, die mir besonders gut im Gedächtnis geblieben ist. Sie ist auch der Überzeugung, dass jeder einen Engel an seiner Seite hat. Mein Mann veräppelt mich immer damit, wenn ich vor irgendeiner Entscheidung stehe: Frag doch Uschi, die kann dann in ihre Glaskugel schauen. Ach, der hat doch keine Ahnung. Uschi ist eine taffe Person mit einer gesunden Realität. Ich kann mich stundenlang mit ihr unterhalten. Wer war schon mal tot oder wer will wissen, ob es wirklich keine Engel gibt. Die gesamte Religion – ist egal welche – ist eine Glaubenssache. Sie sagt, alles was sie nicht versteht, googelt sie. So auch das Erlebte mit ihrem Hund Mücke.

Es gibt unerklärliche Fähigkeiten der Tiere.

Wissenschaftlich sei das kaum zu belegen. Eine ganze Sammlung von tierischen Ausnahmekönnern hat Bill Schul im Buch „Psi bei Tieren“ (Aquamarin; 12,95 Euro) zusammengefasst.

Zum Beispiel wusste die Ehefrau eines Professors der Universität Berkeley, wenn das Telefon klingelte, dass ihr Mann am anderen Ende war, weil Whiskins, ihre silberne Tabbykatze, zum Telefon stürmte und den Hörer mit ihren Tatzen bearbeitete.
„Oftmals schaffte sie es, den Hörer ‚abzunehmen‘ und freudig zu miauen, was ihr Ehemann deutlich am anderen Ende hören konnte“, sagte sie. „Sogar dann, wenn er aus dem Ausland wie Afrika oder Südamerika anrief, reagierte sie so. Wenn aber jemand anderes anrief, ignorierte Whiskins das Klingeln.“

Die Liste von Fällen tierischen Verhaltens, die über das wissenschaftliche Verständnis hinausgehen, liesse sich noch beliebig verlängern: Pferde, die über unvertrautes Terrain nach Hause finden. Katzen, die ihren Haltern nicht von der Seite wichen, als sie den Beschluss fassten, sich umzubringen. Und Kaninchen, die ihre Besitzer jeweils einige Minuten vor epileptischen Anfällen warnten, indem sie wie verrückt um ihre Beine flitzten.

Susanne, Maren und ich haben ähnliche Auffälligkeiten bei unseren Hunden und Katzen festgestellt. Als unser Hund Skipper mal den Schwanz einzog und sich -wie wir meinten – ganz ohne Grund hinter dem Sofa versteckte, haben Paul und mein Mann nur gelacht: „Ach den hat eine Mücke gestochen oder hier geistert der Vorbesitzer der alten Villa herum und ärgert ihn, ha, ha, ha. Bißchen unsensibel die beiden, wenn es um solche Dinge geht. Dirk und Holger sind da empfänglicher. Holger: „vieles ist noch nicht erforscht und alles was wir jetzt nicht verstehen und für uns ein Rätsel ist, kann in einigen Jahren schon in eine Selbstverständlichkeit übergehen. Stellt euch nur mal einen Neandertaler mit einem Handy vor. Auch diese Diskussion wurde in unserer WG mit vielen Albernheiten geführt, jedoch bleibt das ein oder andere interessante Detail schon mal hängen.

So liebe Hunde- oder Katzenbesitzer, vielleicht haben sie auch solche oder ähnliche Beobachtungen bei Ihren Hausgenossen gemacht. So gesehen sind die sowieso klüger als wir Menschen. Wer kann schon den ganzen Tag machen was er will, bekommt das beste Futter, liegt ganz zufrieden im Korb, hat ausgedehnte Spaziergänge und wird auch dann gestreichelt, wenn er mal aus versehen oder vor Freude auf den Teppich pieselt.

Liebe herzliche Grüße und ein schönes Restwochenende

Ihre fidele Alten-WG aus Laboe

 

 

 

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