Hallooo gehts noch!!! Es leben über 7,4 Milliarden Menschen auf unserem Planeten und da ist kein Passender dabei!!!

Wir haben Freunde und Freundinnen, die sich regelmäßig in diesem Satz verlieren. Freunde und Bekannte, die sehr gerne eine neue Partnerschaft eingehen würden, aber nicht wissen wie sie es anstellen sollen und dann einfach alles abhaken. Sogar ein Freund meines Sohnes, 40, geschieden, zwar kein Adonis, jedoch mit einer sehr, sehr sympathischen Ausstrahlung gesegnet, hat Schwierigkeiten eine neue Partnerin zu finden.

„Ach, wenn du erst mal über 60 bist und nur eine kleine Rente hast, läuft da nichts mehr. Dabei will ich doch keinem mehr an die Wäsche, wäre nur schön, wenn ich einen Partner hätte, mit dem ich noch einiges unternehmen könnte. Aber die altersmäßig zu mir passen suchen lieber was Jüngeres.“

Gudrun verdreht dann regelmäßig die Augen, wenn eine ihrer Freundinnen das zum besten geben und kommt dann mit ihren feinfühligen Tipps.

„Hilde, gib einfach eine Annonce auf: Frau mit Grill sucht Mann mit Kohle. Da meldet sich dann einer der Humor und Kohle (Geld) hat oder einer der eben nur Grillkohle und Humor hat.“ Hilde hat darüber gelacht. Ob sie die Annonce so aufgegeben hat, weiß ich nicht. Zumindest hat sie sich schon länger nicht mehr bei Gudrun gemeldet. Vielleicht schon mit so einem Grillmeister unterwegs.

Jünger, attraktiver??

Mit über 60 hat man/frau schon einige Zimtzicken kennen gelernt, die noch mit über 60 eine super Figur haben, sehr geschmackvoll gekleidet sind aber total langweilig. Sicher fährt Erwin erst mal auf so eine ab. Dann ist da aber noch eine die äußerlich nicht gerade der Hammer ist, die jedoch eine herzliche, liebe Ausstrahlung besitzt oder mit ihrer Art den ganzen Verein unterhalten kann. Frauen und Männer, die eine Authentizität besitzen, die so manche Paradiesvögel schon in jungen Jahren nicht hatten.

Ja, ja ich weiß, es gibt auch die, die alles haben. Es sei Ihnen gegönnt!!!

Sehr verbreitet ist auch die Angst vor Facebook. Mein Vorschlag an eine Freundin: „Du liebst Italien, über Facebook gibt es bestimmt eine Gruppe mit der du dich da austauschen kannst. Du hast einen Dackel auch da gibt es bestimmt Gruppen.“ Nee, um Gottes Willen, wer weiß wer sich da meldet.“ Super, da fällt mir dann auch nichts mehr ein.

Eine Freundin von Beate (Tochter von Gudrun und Paul) ist eine begeisterte Motorradfahrerin. Sie hat uns mal mit ihrer Harley besucht. Ihr Mann hatte in ihrem gemeinsamen Motorradclub eine andere kennen gelernt und sich von ihr getrennt. Sie war sehr daneben. Von Facebook und meinen gut gemeinten Rat über Facebook und einem anderen Motorradclub neue Kontakte zu knüpfen wollte sie erst nichts wissen. Sie hat einen Kanadier über Facebook kennen gelernt ist wieder verheiratet, hat einen kleinen Sohn und lebt jetzt in Kanada. Das Motorrad fahren macht da auch mehr Spaß hat sie uns in einem Telefonat versichert.

Es wird immer Menschen geben, die „DAS AUCH WOLLEN“ aber selber den A… nicht hoch kriegen und lieber alles bemeckern. Schade

So, liebe Leute immer positiv denken und lächeln, so lange man noch Zähne hat oder was ab und zu auch ganz gut funktioniert laut Gudrun: Ist die Flasche halb leer ist man/frau halb voll.

Na ja!!! Vielleicht nicht immer positiv, ha, ha

Liebe Leute. Oft höre ich: so eine Wohngemeinschaft wie wir sie praktizieren ist nur was für Leute mit einer hohen Rente. Dem ist nicht so!!!

Wir sind nicht reich. Wir sind nicht arm. Wir kommen mit unserer Rente gerade so hin.

Das dürfte vielen so gehen.

Wie Sie selber wissen, gibt es viele Dinge, die man eben nicht kaufen kann. Organisationstalent, Kreativität und Durchsetzungsvermögen (z.B. bei der Antragstellung der staatlichen Fördertöpfe für Senioren-WGs). Vielleicht besitzen Sie alle diese Eigenschaften nicht, sondern einer ihrer infrage kommenden Mitbewohner. Dieser Freund war bisher nur Mieter und verfügt über keine weiteren finanziellen Mittel. Sie haben vielleicht das Reihenhaus, was man ggf. versilbern kann und sind mit ihrer lieben herzlichen Art garantiert eine positive Bereicherung für eine evtl. Wohngemeinschaft.

Um das mal weiter positiv zu sehen. Dieser Freund mit den beschriebenen Eigenschaften war vielleicht sein Leben lang ein sogenannter Luftikus (sie kennen den Ausdruck). Für diesen Typen ist es auch ok. wenn er weiter Miete zahlt z.B. an Sie – alles eine Frage der Organisation und vertraglichen Regelung. Dieser Freund hat vielleicht nur eine kleine Rente aber bestimmt einen hohen Unterhaltungswert. Wer will sich schon im Alter langweilen. Irgendwann geht es so wie so nicht mehr um Geld haben und gut aussehen. Wenn wir acht heute in den Spiegel schauen, werden wir nicht mehr in Entzücken ausbrechen, sondern überlegen, was noch zu retten ist. Zudem sind wir alle in einem Alter, in dem wir in der Persönlichkeitsfrage in voller Blüte stehen und hoffen, das der nächste Gichtanfall noch etwas auf sich warten läßt.

Sie haben ein Haus und eine kleine Rente. Das Haus wird verkauft und das Geld wird in so eine Wohnform investiert.

Mit der Mieteinnahme steigt ihre Rente. Sie wohnen mit Freunden zusammen. Die tatsächlichen Versorgungskosten sind niedriger. Studenten praktizieren das – warum nicht wir!!!

Ihre Kinder oder Erben sind zufrieden, da sie sehen wie gut es Ihnen geht, sie  sich nicht kümmern müssen und das Erbe erhalten bleibt, da ein Altenheim mit 4.500 Euro monatlich in kürzester Zeit das Haus aufgefressen hätte.

So liebe Freunde nicht rumjammern und in Träumen schwelgen anpacken !!!

Ha,ha liebe herzliche Grüße

Ihr Wohngemeinschaft

(mehr …)

Allein sein

19.04.2017

„Wie lange dauert das denn noch, ich dachte wir gehen rüber?“ „Ja ja geh schon mal vor.“

Ich telefonierte mit Freundin Uschi. Mein Mann wollte ins Haupthaus zum kleinen Abendsnack und um irgendein Fußballspiel zu gucken, welches mich nicht die Bohne interessierte.

Maulend „was diese Weiber stundenlang immer zu quatschen haben“, zog er ab.

Sicher, Uschi wollte wissen wie unser Oster-Wochenende war und mich interessierte, ob sich über die Ostertage von ihren Geschwistern und sonstigen Anverwandten jemand im Altenheim bei ihrer Mutter hat blicken lassen.

Natürlich nicht. Ihr Mann findet das zwar prima, dass sie sich kümmert, aber diese Atmosphäre im Altenheim würde ihn immer ganz fertig machen und das sei nichts für ihn. „Diese Scheiß-Egoisten“ Also sei sie mal wieder alleine mit ihrer Mutter und ihrem Hund im nahegelegenen Wald gewesen. Hat heulend den Rollstuhl ihrer Mutter geschoben und dann als sie das Gefühl hatte, ganz alleine zu sein laut losgebrüllt. Ihre Mutter sei ja schon heftig daneben, aber als diese dann fragte, ob sie Heimweh hätte, wußte sie nicht, ob sie lachen oder weiter heulen sollte.

Da Uschi und ihr Mann ebenfalls in ihrem Heimatort eine Wohngemeinschaft gründen wollten wie wir sie praktizieren, fragte ich wie die Dinge stehen (Es sind zwei Ehepaare und zwei Single-Frauen). Es würde nicht so recht weitergehen. Die beiden alleinstehenden Frauen meinten jetzt, es sei doch unnötig eine Hauswirtschafterin einzustellen. Das Geld könne man sich sparen, sie seien alle fit und da bräuchte man nur eine klare Arbeitseinteilung. Zudem würde doch pro Paar oder Person ein Zimmer mit Bad reichen und eine Groß-Küche täte es doch auch „Pahh, klare Arbeitseinteilung. Das hätte schon in ihrer Ehe nicht geklappt. Und dann hocken wir alle in der Großküche, putzen Gemüse und sind ja so tolerant und haben uns alle lieb. Da können ja gleich alle bei uns ins Haus ziehen.“

Uschi war genervt und hatte mit mir eine geduldige Zuhörerin. Meine Tipps (haben so Freundinnen an sich) zu ihren Problemen sind nicht immer die besten, relativieren die Dinge schon mal,  auch wenn sie etwas krass ausfallen.

„Wir wollen hoffen, dass Deine Mutter noch lange lebt Uschi. Zumindest so lange, bis deine Geschwister so alt sind dass sie die gastliche Stätte bewohnen dürfen und dann mit eurer Mutter an einem Tisch im Altenheim sitzen. Dann besuchst du nur deine Mutter und sagst denen:“wartet auf eure Kinder, sie werden kommen, irgendwann“

Den beiden Freundinnen bietest du genau wie schon von Dir geschildert einige Wochen traute Gemeinsamkeit mit klarer Arbeitseinteilung in eurem Haus an. Nur um zu üben.“

Wir haben noch etwas herumgealbert und uns über die Unzugänglichkeiten unserer Männer ausgelassen und nach geraumer Zeit das Gespräch beendet.

Ins Haupthaus bin ich nicht mehr gegangen. Habe mich auf dem Sofa in meine Decke gerollt und mir einen schönen schnulzigen Film angeschaut. Ich hatte auch mal Lust alleine zu sein.

 

 

Mit Spannung wurden Jörn und seine neue Freundin erwartet. Wie bereits in meinem letzten Bericht erwähnt, hat uns seine Mutter Susanne schon vor Tagen anvertraut, dass sich bei ihrem Sohn und Liebling Jörn eine Schlampe eingenistet hat, die dieser jetzt über die Ostertage mitbringen wollte.

Der Trubel hatte sich schon etwas gelegt. Unsere Kinder und Enkelkinder waren alle da. Die Luftmatratzen waren aufgepumpt und Änne (Gott sei Dank hat sie keinen Osterurlaub genommen) hatte alles im Griff. Dirk, der früher bei der Bundeswehr war sagte immer wieder, Änne hätte einen guten Kommandeur abgegeben. Wenn alle durcheinander quatschen brüllt sie einfach dazwischen: „Ruhe, verdammte Hacke, um eins gibt es Spagetti, um halb vier Friesentorte und Sandkuchen. Jetzt werden Anmeldungen entgegen genommen, wer sich jetzt nicht anmeldet bekommt später nichts.“ Lachend melden sich alle an.

Endlich traf Jörn und seine Freundin ein. Wie zufällig !!! standen Gudrun und ihre Tochter Beate auch vor dem Haupthaus.

Fleur (die Schlampe) stieg aus. Sehr schlank, sehr gefärbt rothaarig, hübsches Gesicht und eigentlich auf den ersten Blick sympathisch. Aber dann ging es ab. Sie stürzte auf Susanne zu, riss sie in ihre Arme: „Wie geil ist das denn, du bist die Mutter von meinem Schatzi. Wie ihr hier wohnt, wie geil ist das denn und dann alle zusammen, einfach geil. Schatziii ich will hier auch wohnen“ Jörn lief etwas rot an und begrüßte seine Mutter. Fleur strahlte Beate (Tochter von Gudrun)an: “ ich heiße Fleur und du?“Beate daraufhin: „Fleur, wie geil ist das denn“ ha, ha, Beate ist schon so manches Mal eine Kopie ihrer Mutter Gudrun.

Wollen mal etwas nachsichtig sein, Fleur war sicherlich etwas aufgeregt und ihr viel offensichtlich s0 schnell nichts besseres (geileres) ein.

Da wir schon über viele Jahre immer unsere Urlaube in Laboe verbracht hatten, kannten sich Beate und Jörn schon als Kinder. Was hat Jörn als Jugendlicher nicht alles angestellt, nur um Beate zu gefallen. Gudrun hätte es gerne gesehen, wenn Beate und Jörn ein Paar geworden wären. Ihre Beate stand aber immer mehr auf Rabauken so einen hat sie dann auch geheiratet, zwei Kinder in die Welt gesetzt und ist jetzt geschieden, so Gudrun.

Nach Beates Scheidung hatte Gudrun gehofft, dass sich zwischen Jörn und Beate doch noch etwas mehr abspielen würde als nur eine über Jahre gewachsene Vertrautheit. Wie sie mir anvertraute, stünden dem aber die Revolverschnauze ihrer Tochter Beate und die Schüchternheit von Jörn im Wege. Aber es hätte geknistert. Gudrun habe mal in der Großküche zu Jörn gesagt:“Mensch Jörn, so ein Sahneteilchen wie du, ist in eurer Kanzlei doch sicherlich nur für die weiblichen Mandanten zuständig oder?“ Da wäre Beate rot und verlegen geworden und Jörn hätte Beate nur angegrinst.

Auf alle Fälle stand Fleur jetzt auch unter Beobachtung von Beate.

Nicht, dass wir mit über 20 Personen Langeweile hätten, jedoch war Fleur schon für manche eine Herausforderung. Sie betonte bei sich jeder bietenden Gelegenheit, dass alle Männer hinter ihr her seien und es wegen dieser ständigen Angraberei immer Ärger gegeben habe und sie somit häufig ihren Job wechseln mußte. Zur Zeit wäre sie ohne Job und lebte nur für die Liebe und ihren Schatzi. Solche Sprüche kamen natürlich super gut an. Die Krönung war allerdings die unbefangene Mitteilung, dass sie bereits zwei Kinder habe, die Tochter sei bei ihrer Mutter und der Sohn bei seinem Vater. Doch mit Schatzi habe sie die Liebe ihres Lebens gefunden.

Astrid, die Schwiegertochter von Gudrun und Über-Mutter von vier Kindern, eigentlich immer sehr lieb und zurückhaltend. Astrid die ruhigste Person in dem sonst so chaotischen Familienhaufen von Paul und Gudrun platze der Kragen:“Wenn du und die Liebe deines Lebens Kinder habt, wisst ihr denn schon wem ihr die dann aufs Auge drücken könnt?“ Eine Antwort hat Astrid nicht mehr abgewartet. Sie knallte ihre Servierte auf den Teller und ging in den Innenhof.

Beate, Gudrun, Susanne, Änne und ich waren sprachlos. Fleur nicht: „Na ja, sie versteht das, wenn jemand durchdreht. So geil sei das auch nicht, sich um vier Kinder zu kümmern. Da blieb auch so manches auf der Strecke, ihr wisst was ich meine.“ Hat diese nicht mehr alle?? Änne knallte auf den Tisch: „so Ende Mädchen, guck du mal wo deine große Liebe ist und wir kümmern uns jetzt um das Abendbrot.“

Als ich meinem Mann später dieses Gespräch schilderte, lachte er lauthals: „Ich glaub es nicht, ha ha ha, da hat Änne ja wohl eine Schlägerei im Kaminzimmer verhindert, ha, ha, dass ihr als gestandene Frauen das arme Mädchen so ernst nehmt“. „Das „arme Mädchen“ ist 36.“ „Ja und, ein ungebildeter Hungerhaken, die sich etwas interessant machen will. Offensichtlich ist ihr das bei euch Weibern wohl gelungen.“

Manchmal, aber auch nur manchmal sind Männer doch wohl die Klügeren!!!

Jörn und Fleur haben über die Ostertage bei Susanne und Dirk gewohnt. Muss wohl alles ganz ordentlich abgelaufen sein. Also nicht schlampig. Geraucht wurde in deren Wohnung auch nicht.

Beate hatte sich während einer Strandwanderung mal ganz freundschaftlich bei Jörn eingehakt und ihm auch einen schwesterlichen Kuß gegeben. Jörn sei angenehm überrascht gewesen, Fleur nicht. Wie ein Terrier sei sie dazwischen gegangen. Mal sehen, wie sich alles weiter entwickelt. Evtl. ist Beates Interesse an Jörn doch größer als vermutet.

Boo, es waren trotzdem schöne Ostertage und eine Freude mal wieder alle um sich zu haben. Es ist allerdings auch prima, wenn wir dann die Rücklichter unserer Lieben sehen.

Hallo liebe Leser.

Ist doch klar, die Eltern werden zum Osterfest nicht abgeholt oder im Altenheim besucht, neee viel besser, wir machen einen Kurzurlaub an die Ostsee und besuchen Opa und Oma. Die freuen sich!!! Die anderen sind dann auch alle da.

Darauf können wir uns immer verlassen, dass dann alle mit Sack und Pack hier geschlossen auflaufen. Mit der Ruhe ist es dann vorbei. Schon Tage vorher wird alles geplant und vorbereitet.

Bis jetzt haben wir für alle unsere Blagen immer noch ein Plätzchen gefunden auch Dank Holger und Maren, die – Gott sei Dank – keine Kinder haben. Nur nebenbei: wir freuen uns wirklich!!!

Unsere Haushälterin Änne, der wir auch mal ein paar Tage Urlaub zugestehen müssen. Schließlich hat sie auch Mann und Tochter, will genau in der Zeit keinen Urlaub machen. Paul mal wieder: „Änne hat nur Angst, dass wir hier alles zusauen.“

Änne:“Wenn alle kommen braucht ihr Hilfe.“ Sie wollte für alle kochen und wenn die Schlafplätze nicht reichen sollten, könne sie bei sich zuhause auch noch zwei Personen unterbringen. Auf den Punkt gebracht, unsere Änne ist zwar unsere gute Perle und Angestellte, gehört aber schon zur Großfamilie. Genau wie ihr Mann Freddy und ihre Tochter Paulina.

Bei Susanne und Dirk hat sich Sohn Jörn mit seiner neuen Freundin angesagt. Gudrun, Maren und ich sind schon gespannt. Susanne, die eigentlich eine feine ruhige Art hat, ist überhaupt nicht begeistert. Sie kann es nicht verstehen, was ihr Jörni mit der „Schlampe“ hier will. Sie haben Jörn in Hamburg besucht. Die Freundin sei nicht da gewesen, seine Wohnung, die immer sehr geschmackvoll und sauber eingerichtet war, sei jetzt der reinste Saustall. Die Tante hätte Poster an die Wand geheftet. Sie würde in allen Räumen rauchen. Ihre Klamotten seien überall verstreut. Eine Bong um Hasch zu rauchen hätte Jörn nicht mehr so schnell verstecken können. Dirk und sie wüßten nicht was in den Jungen gefahren ist. Er sei doch ein sehr attraktiver Mann (das ist er tatsächlich), sei Partner in einer gut gehenden Rechtsanwaltskanzlei. Dirk und sie hätten schon geglaubt, dass er vielleicht lieber Männer mag, da sich auf dem Gebiet Freundin nie was tat und jetzt so was. Sie wüßten auch nicht wie sie sich verhalten sollten. Vielleicht hascht oder koks der mit seiner Tussie und hat demnächst auch keine Lust mehr auf seinen Job.

Wir haben versucht Susanne zu beruhigen. Jörn sei mit Leib und Seele Anwalt und uns immer eine große Hilfe. So schnell wird der sich nicht umkrempeln lassen. Sie habe ja selber gesagt, jahrelang habe sich bei ihm nichts getan. Gudrun im Klartext: „Susanne der muss einiges nachholen, das kann er am besten mit einer Schlampe die ein krasses Sextprogramm hat. Lass die erst mal anreisen. Vielleicht sitzen wir ja am Ostersonntag alle glücklich und zufrieden im Innenhof und lassen die Bong herumgehen.“ Das fand Susanne nicht so witzig.

Maren meinte, sie müsse das einfach akzeptieren, dass ihr Sohn mit dieser Frau kommt. Vielleicht ist sie gar nicht so schlimm. Vielleicht ist sie nicht die passende Partnerin und es wird ihm in unserem großen Kreis deutlich vor Augen geführt, vielleicht, vielleicht heißt auch, es ist alles offen. Sie sollte zunächst einmal eine positive Haltung einnehmen und nur für ihren Sohn da sein. Viele Dinge, die wir auch gemeinsam als großes Problem angesehen haben, haben sich oftmals in Nichtigkeiten aufgelöst.

Auf alle Fälle sind wir gespannt wie sich alles entwickelt.

 

 

Es war mal wieder „Disc(k)o-Abend“ in unserer Wohngemeinschaft.

Neid, Missgunst, Starrköpfigkeit verbunden mit westlicher Dekadenz und Ellenbogendenken sind immer noch die Dinge, die so ein Grundeinkommen verhindern. Holger hatte sich wieder in Rasche geredet.

Mein: „Genau Holger!!!“ fand in keinster Weise die Zustimmung meines Mannes. „Du hast doch keine Ahnung“ war dann auch der Kommentar in meine Richtung. „Hast doch keine Ahnung? hat Richard David Precht der Philosoph und Publizist (übriges ein faszinierender Mann) auch keine Ahnung, wenn der ein Grundeinkommen im Zeitalter der Digitalisierung für notwendig hält. Zudem die Eigenschaften wie Neid, Missgunst und Starrköpfigkeit sind dir doch auch nicht fremd“

Boo jetzt wußte ich, die nächsten 3 Tage ist Funkstille zwischen uns.

Gudrun grinste nur. Ihr Paul trägt auch nicht immer mit seinen provokativen Äußerungen zu einem gepflegten Unterhaltungsniveau bei wie: „Das Ausländerpack heraus und die Milliarden, die wir denen in den Arsch schieben an unsere Rentner verteilen, dann brauchen wir kein Grundeinkommen.“

Maren: „Darf ich auch mal meine Meinung dazu sagen und auch (mit Blick auf ihren Mann) ausreden. Es wäre sicher erstrebenswert, wenn unsere Regierung Entwicklungshilfe so organisieren würde, dass die Flüchtlingsunterkünfte in den Ländern gebaut würden aus denen die Menschen fliehen. Es könnten Ausbildungsplätze vor Ort entstehen, organisiert von den Menschen die helfen wollen und die aus den Ländern anreisen, die diese Entwicklungshilfe zur Verfügung stellen. Dem würde auch eine vernünftige Einreisepolitik nicht im Wege stehen. Zumindest wäre so der innere Frieden gewahrt. Das Grundeinkommen halte ich auch für vernünftig. Alle die heutigen jungen Erwachsenen und deren Kinder, die jetzt noch teilweise großzügig von ihren Eltern und Großeltern unterstützt werden können zukünftig gar nicht anders existieren. Das Grundeinkommen sei keine soziale Hängematte. Wir können wesentlich produktiver werden, wenn unsere Existenz gesichert ist.

Ich wollte noch was sagen: man kann alles kontrovers diskutieren. Voraussetzung für eine vernünftige Diskussion sollte aber doch immer sein, dass man sich vorher etwas informiert ansonsten wird das ein persönliches Schlachtfeld“

Unsere Maren hatte die Diskussion beendet. Paul gab einige ausländerfeindliche Witze zum besten (er kann es eben nicht lassen) und mein Mann hat nur einen Tag nicht mit mir gesprochen.

 

Wo lerne ich in meinem Alter noch jemanden kennen. Ist eine sehr häufige Ansage.

Meine subjektive Meinung dazu.

Das ist keine Altersfrage. Mit über 65 Lebensjahren hat mal viel Zeit gehabt seinen Freundes- und Bekanntenkreis über die Jahre zu beobachten und zu analysieren.

Freude und Bekannte die schon in jungen Jahren einen Stock im A… hatten (Sorry was anderes fällt mir dazu nicht ein) sind im Alter meistens noch kontaktscheuer. Sogar ein einfaches „guten Tag, Moin oder Grüß Gott“ und das dazu passende verbindliche Lächeln, fällt einigen noch nicht mal aus dem Gesicht. Die Klassiker wie Töpferkurs und angebotene lustige Nachmittage im Pfarrheim sind nicht unbedingt etwas für jeden. Aber wieso nicht mal ganz spontan zwei oder drei nette Nachbarinnen auf einen Kaffee einladen. Vielleicht haben die sogar noch einen unternehmeslustigen älteren Herrn oder Dame in der Verwandschaft, die immer schon eine Italienreise anstrebten aber sich alleine nicht so richtig trauen.

Ich hatte mal mitbekommen wir unsere Mitbewohnerin Gudrun eine Freundin, die offensichtlich wieder gerne einen Partner hätte, zu dem Thema mit guten Ratschlägen versorgte:  „entweder du schaffst dir einen Köter an, da ergeben sich immer Kontakte. Dann weiste aber leider immer noch nicht, ob zuhause ein Frauchen wartet“. Aber es kommt noch besser. Ich dachte, ich höre nicht richtig: „Am besten du gehst direkt auf den Friedhof und besuchst das Grab deines Mannes. Du kannst dir gar nicht vorstellen was sich hier schon an neuen Bekanntschaften getan hat. Meine Tante Ingrid ist da auch angequatscht worden. Es ganz netter älterer Herr, der nicht nur seine Frau sondern auch die Reibeplätzchen vermißt hat, die diese immer so prima hingekriegt hat. Tante Ingrid hat natürlich erst gedacht, der hat sie nicht mehr alle und sich gefragt, was der wohl mehr vermißt. Aber irgendwie hat er einen lieben Eindruck gemacht. Die beiden unternehmen jetzt viel. Sie gehen regelmäßig tanzen, in die Therme, melden sich zu interessanten Bustouren an und vieles mehr. Sie wohnen zwar nicht zusammen, jedoch sind die Reibeplätzchen von Tante Ingrid offensichtlich auch gut angekommen.“

Gudrun mit ihren Ratschlägen!!! Eine Therapeutin der direkten Art!!! Als ich ihr später sagte, wenn ihr Paul das Zeitliche segnen sollte, wüßte ich jetzt schon wo ich sie finden würde. Nämlich auf dem Friedhof auf Männerfang?

Nee, bestimmt nicht. Damit wäre sie durch. Sie hätte jetzt uns. Zudem ihren Mann Paul und die Reibeplätzchen von Änne könnte keiner toppen.

 

Liebe Leser. Ein herzliches Dankeschön.

Heute habe ich über 2.465 Abonnenten und es werden immer mehr. Ich freue mich über das große Interesse.

Jetzt mal etwas, was fast immer noch hauptsächlich uns Frauen betrifft. Die sogenannte Hausarbeit.

Jeder weiß, dass neben Finanzen die Hausarbeiten die häufigsten Vorboten für einen handfesten Streit in einer noch so gut funktionierenden Beziehung sind. Menschenskind wie oft hatte ich schon in jungen Jahren, ganz platt ausgedrückt, die Schnauze davon voll. Bei mir war immer Samstag morgen Putzen angesagt. Ich kann mich noch gut an eine diesbezügliche Episode erinnern. Mein Mann hatte sich mal wieder verdrückt und ich rief erst mal meine Freundin Evi an. Die stand dem Ganzen positiv gegenüber. Ich hätte das Geld für das Fitness-Studio gespart und wenn ich mir vorher zwei Weinbrand einpfeifen würde und flotte Musik dazu, ginge alles wie von selber.

Super!! Ich fing erst mal mit dem Weinbrand und der flotten Musik an. Zugegeben ich hatte nach kurzer Zeit eine super Stimmung. Versuchte einige neue Schminkvarianten und die dazu passenden Klamotten. Die Musik stimmte mich auf neue Tanzschritte ein und bemerkte noch nicht einmal meinen Mann, der mit einem Tablett Kuchen und schlechtem Gewissen im Türrahmen stand. Er machte die Musik leiser und stellte dann trocken fest:“Hätte ich gewußt, dass du hier Party machst, wäre ich geblieben – sehr witzig!!! An dem Wochenende hatte sich das erledigt mit der Hausarbeit.

Festgestellt, Hausarbeit könnte nur besoffen zu meinem Hobby werden, was in so einer Wohngemeinschaft wie wir jetzt leben nicht von Vorteil wäre.

Der große Vorteil unserer Wohngemeinschaft ist sowieso unsere Angestellte Änne, die sich um das Haupthaus, den Garten und den Innenhof kümmert. Jedes Paar hält seine eigene Wohneinheite selber sauber. Gelingt mir durch jahrelange Übung jetzt auch nüchtern. Sogar mein Mann hat neuerdings seine Hilfe angeboten. Jedoch heute (im Alter) sehe ich das als Ausgleichssport mit positivem Ergebnis an. Joggen liegt mir nicht so.

Es wird etwas wärmer und es bleibt länger hell. Für uns heißt das, ab in den geschützten Innenhof. Unsere  Geizhälse Wolfgang und Paul meckern zwar etwas, wenn wir gegen Abend die Heizstrahler anmachen, doch die beiden werden schnell überstimmt.

Wir Frauen würden gerne öfter einen friedlichen Literaturabend genießen, jedoch unsere Herren sind dafür nicht immer zu begeistern. Der Kommentar von Paul: „Booo nicht schon wieder diesen Bildungsscheiß“, das war deutlich und fand auch bei meinem Mann Zustimmung.

Da tun sich manchmal schon erhebliche Unterschiede auf. Genau wie in den politischen Diskussion, die teilweise schon sehr hitzig geführt werden.

Paul schon leicht angesäuselt, bringt mit seinem provokativen Spruch: Es müßte mal wieder einer her, der für Ordnung im Lande sorgt und die Bunten nach Hause jagt,“ die Diskussion regelmäßig auf den Siedepunkt.“

Marens Vortrag über Globalisierung und Verantwortung auch gegenüber der Dritten Welt wird von ihm mit Pappelapap abgetan.

Der Einwurf von Holger, dass im Zeitalter der Digitalisierung viele Arbeitsplätze wegfallen würden und ein Grundeinkommen für jeden Bürger unbedingt notwendig wird. Zudem geht die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander. Viele Menschen können von ihrem Arbeitslohn schon jetzt nicht mehr ihre Grundbedürfnis befriedigen. Es gäbe jetzt eine „Ein-Themen-Partei“ Bündnis Grundeinkommen. Da sollte unbedingt jeder sein zweites Kreuzchen bei den Wahlen machen.

Jetzt gingen bei meinem Mann Wolfgang und Paul die Alarmglocken an:“Wie, das soll heißen, dass jeder Penner, der keine Lust hat zu arbeiten ohne irgendeine Bedingung jeden Monat beispielsweise 1.000 Euro bekommt fürs nichts tun. Das kann ja heiter werden. Nee, also das kriegen die nie durch. Es sollte nur der Geld bekommen der auch arbeitet.

Alle gut vorgebrachten Argumente von Holger zu der Thematik kamen bei Wolfgang und Paul nicht an. Als Dirk auch noch sagte, dass die Idee gar nicht so schlecht sei und er gelesen hätte, dass diesbezüglich schon vor Jahren so ein Experiment mit positiven Ergebnissen in Kanada durchgeführt wurde und das auch zum sozialen Frieden beitragen würde, lachten die beiden nur noch und die Diskussion wurde von Holgers Seite etwas persönlicher: „Ihr beiden (Paul und Wolfgang) Ignoranten habt doch im wahrsten Sinne des Wortes keine Ahnung. Macht euch erst mal kundig. Im Internet sei alles zu finden und wenn ihr damit auch nicht klar kommt, biete ich meine Hilfe an. Die Sache wird von namhaften Experten unterstützt. Paul und Wolfgang dann wieder: Experten, Experten ha ha ha, der Bundestag ist voller Experten, meistens kommt dabei eine Scheiße nach der anderen heraus, ha ha ha

Ja, liebe Leser bei uns ist nicht nur Friede, Freude Eierkuchen. Solche geschilderten Frechheiten oder Gefechte liefern sich jedoch ausschließlich unsere männlichen Mitbewohner. Wir Frauen haben gelernt, uns da klugerweise heraus zu halten. Die mucksen noch ein paar Tage herum und dann ist wieder alles wie immer. In dem Fall hat Paul sich über das Internet informiert. Ich hatte das auch gegoogelt und werde das Kreuzchen bei der Partei Bündnis Grundeinkommen machen. Als ich meinen Mann und Paul sagte, dass meiner Meinung nach eine Entschuldigung bei Holger angebracht sei sagten sie: „eben, nach Deiner Meinung. Der Schlaumeier Holger sollte sich nicht so ernst nehmen“. Na ja, wer nicht so ernst genommen werden sollte, war jetzt wohl offensichtlich.

 

Erdbeertorte mit viel Sahne hört sich gut an oder ?!!!. Änne hatte das mal wieder prima hingekriegt.

Susanne, Gudrun, Maren, Änne, Rudi und meine Wenigkeit saßen im Garten und haben das Problem von Marens Bruder Herby zu unserem gemacht. Das Herby der Bruder von Maren sein soll, ist kaum nachzuvollziehen.

Herby (55 Jahre) ist seit 3 Jahren solo. Seine Freundin Inge hat das Weite gesucht. Sie ist mit einem Kunden nach Mallorca gezogen. Kunde ist gut. Herby betreibt einen kleinen Kiosk in Berlin und den nicht unbedingt in der besten Gegend.

Herby war eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben. Der Kiosk warf zwar nicht das meiste ab, aber Inge verdiente mit der Modellierung von Fingernägel soviel dazu, dass sie irgendwie immer ihr Auskommen hatten. Herby ist zwar ein charmantes Kerlchen und  immer guter Dinge, was ihm dank Joints und Alkohol auch nicht sonderlich schwer fällt. Inge war mit dem Leben offensichtlich nicht so ganz einverstanden. Sie hat ab und zu im Kiosk ausgeholfen und eben diesen zwar etwas älteren aber nicht mittellosen Kunden kennen gelernt und sich wie man so schön sagt, vom Acker gemacht.

Seit 3 Jahren trauert Herby seiner Inge und etwas gehässig ausgedrückt, deren zusätzlichen Einnahmen, hinterher. Daher ist er seit 3 Jahren immer wieder finanziell von seiner älteren Schwester Maren unterstützt worden.

Jetzt zeigt sich endlich eine Wende. Herby hat seine Schwester Maren angerufen und ihr gesagt, dass er eine neue Inge (heißt tatsächlich auch Inge) kennen gelernt hat und total verliebt ist. Sie sei Witwe, habe eine kleine niedliche Tochter und einen 16jährigen Sohn. Diese Menschen seien der Grund, warum er ein besserer Mensch werden wollte.

Dieser 16jährige hatte seit einigen Monaten Herby im Kiosk geholfen. Dieser Junge trank keinen Alkohol und nahm auch keine Drogen. Fast schon ungewöhnlich in der Gegend. Dieser junge Mensch hat es tatsächlich geschafft, dass Herby regelmäßig zu den anonymen Alkoholikern geht und nur noch ab und zu etwas Gras raucht.

Maren hatte uns die ganze Zeit nichts von ihren Problemen mit ihrem Bruder gesagt. Die Randbemerkungen von ihrem Mann Holger: den Penner kannste doch vergessen, haben wir nicht hinterfragt.

Wohngemeinschaft heißt ja nicht zwangsläufig totale Offenlegung aller Probleme. Als sie uns jedoch gestern die Geschichte erzählte, haben wir uns mit ihr gefreut. Rudi hat dazu etwas sehr schönes bemerkt: Da kannste mal sehen, dass ein junges Pflänzchen wie dieser Jugendliche, sogar in einer Gegend voller Unrat nicht darin umkommt, sondern so viel positive Energie ausstrahlt, die auch gescheiterte Existenzen wieder neue Hoffnung schöpfen läßt.