WG mit Freunden am Meer mit eigener Wohneinheit, kleiner Rente und Personal hört sich gut an, möchte ich auch, wo kann ich mich anmelden. Das lese ich sehr häufig auf meiner Seite. Ist sicherlich ein Fehler von mir, da ich häufig unsere Wohngemeinschaft als Projekt bezeichne und so bisweilen der Eindruck entsteht, dass alles kommerziell betrieben wird. An dem großen Zuspruch erkenne ich, dass der Markt sicherlich da ist. Ich jedoch berichte hier nur in einem persönlichen Blog (und in meinem Buch) wie unsere WG entstanden ist, was für Typen wir sind und wie wir unseren Alltag meistern.

Häufig kommt auch die Frage: „wo finde ich Leute, die zu mir passen und mit denen so eine Wohngemeinschaft möglich ist?“

Ich würde mit meiner Hobbypsychologie mal behaupten, dass alle Leute, die mit dem Gedanken spielen, evtl. eine Wohngemeinschaft zu gründen, schon von vornherein anders gestrickt sind. Altersstarrsinn dürfte hier nicht vorhanden sein.

Von der Einstellung, dass nur der infrage kommt und passt, der genau so denkt wie ich muss man sich beizeiten verabschieden.  Nicht nur ich dachte zu Anfang so und war damit auf dem Holzweg.

Wie schon mal erwähnt, haben Gudrun und ich eine große Klappe gepaart mit dem nötigen zuweilen derben Humor. Wir haben allerdings auch kein Problem damit, selber mal das Opfer zu sein. Was glauben Sie, wieviele nach einem ersten Eindruck sagen würden, nee also die mit ihrer Kodderschnauze liegt mir nicht, ohne evtl. mal abzuwarten, wo die positiven Seiten schlummern (die haben wir beide nämlich auch).

Oder unser sehr attraktives Susannchen. Sie hatte und hat immer noch eine super Figur, lange blonde Haare, etwas neidvoll bemerkt, von vorne Museum von hinten Lyzeum (nein, das ist gemein und trifft nicht zu). Trotzdem sie ist das liebe anschmiegsame Frauchen ihres Mannes, den sie von vorne bis hinten bedient. Nee, also mit so einer, die uns und unseren Männern immer vorlebt, wie man mit ein paar Pfunden weniger und Schatzi hier und Schatzi da herumsäuselt, kann man nicht klar kommen. Das war auch eine Fehleinschätzung. Gerade mit ihrer liebenswerten zurückhaltenden und herzlichen Art lebt sie uns ständig vor, dass nicht alles mit einer großen Klappe funktioniert.

Maren, die Dame in unserer Runde, macht zunächst einen introvertierten und etwas pingeligen Eindruck. Ach nee o eine pingelige Tante passt nicht zu uns. Auch weit gefehlt. Sie ist in ihren Äußerungen sachlich überzeugend und hat so manchen spontan unüberlegten Einfall damit ausgebremst.

Der erste Eindruck Pauls bezüglich meines Mannes: „Mein Gott, was für ein Klugscheißer“als mein Mann beim ersten Treffen mit Gudrun und Paul weitschweifende Ausführungen zum Marine-Ehrenmal und dem U-Boot in Laboe machte. Heute sind Vergleiche der beiden mit den Opas von der Muppet-Show gar nicht so weit hergeholt. Ihre gegenseitigen Stänkereien werden vom Rest der Truppe nicht mehr ernst genommen.

Auf den Punkt gebracht, jeder hat etwas liebenswertes man muss sich nur erst mal die Mühe machen es zu entdecken.

Wie und wo finde ich solche Leute, wenn meine langjährigen Freunde da nicht mitmachen möchten. Ich weiß es leider auch nicht !!!

Vielleicht  in Ihrer Heimatstadt eine Anzeige aufgeben. Falls Sie das gleiche Konzept anstreben wie wir es praktizieren ggf. so:

Wohngemeinschaft im Alter mit Freunden, am Meer, mit eigener Wohneinheit und Personal ist auch mit einer kleinen Rente möglich. Träumen sie auch davon? Ich möchte nicht weiter träumen, sondern es in naher Zukunft realisieren. Aber mit wem? Gar nicht so einfach. Daher habe ich diesen Weg gewählt liebe Interessenten. Über einen Anruf und ein evtl. unverbindliches Kennlerntreffen würde ich mich freuen.

Vielleicht ist sogar in kleiner diesbezüglicher Hinweis auf mein Buch ganz nützlich.

(Wusste ich es doch, die will auch nur wieder was verkaufen!!! Denken Sie jetzt. Stimmt!!! ha ha ha aber nicht nur liebe Leser. Mir macht diese Seite wirklich Spaß).

Wiederholt habe ich auch auf die Seite www.pluswgs.de hingewiesen. Da können Sie kostenlos eine Anzeige aufgeben. Vielleicht werden Sie hier fündig. Ich glaube, wer das wirklich will, findet auch einen Weg zu seinen neuen Mitbewohnern.

Verbunden mit lieben Grüßen wünsche ich Ihnen viele kreative Gedanken und ein gutes Gelingen

 

 

Wohngemeinschaft am Meer mit Freunden und kleiner überschaubarer Rente und was ganz wichtig ist, mit eigener Wohneinheit. Ja so leben wir jetzt und soweit ich das beurteilen kann, hat es auch noch keiner von uns bereut. Wie sie sich sicherlich gut vorstellen können, wurde dieses Projekt von Anfang an mit guten Ratschlägen und den größten Bedenken begleitet.

Habt ihr euch das auch gut überlegt?

Nee, haben wir nicht, wir haben nur die Alternative zum Heim mit Monatssätzen von bis zu 4.500 Euro gesehen oder die gefrusteten Kinder im Dauerpflegeeinsatz.

Wie wollt ihr das alles bezahlen. So wie ihr das vorhabt kostet das ein Vermögen

Und noch mal Nee!!! Drei Paare haben ihr Haus oder Wohnung versilbert und einen Teil in das neue Projekt gesteckt. Ein Paar hat das Haus ihrem Sohn überlassen und dieser hat einen Kredit aufgenommen, damit seine Eltern in dem Laboe-Projekt investieren können. Hätte diese Möglichkeit nicht bestanden, wäre hier auch ein Mietverhältnis mit den anderen möglich gewesen.

Es gibt hier so viele Konstellationen (bereits in anderen Kapiteln von mir beschrieben), dass auch einer mit Grundsicherung durchaus so leben könnte. Keiner von uns hat eine hohe Rente und trotzdem können wir uns alle zusammen eine Haushälterin leisten.

Das muss passen, ansonsten gibt es nur Streit

Natürlich passt es nicht immer und so eine kleine Meinungsverschiedenheit belebt die Bagage. Schließlich sind wir 8 Personen und es ist alles vertreten. Schon allein unsere Männer sind eine Herausforderung. Zwei liebenswerte Geizhälse, die ihren Frauen anvertrauen, was für ein A…der andere ist und dann nach einem Strandspaziergang mit unseren Hunden einen kleinen Abstecher in ihrer Lieblingskneipe machen und da sich gegen den häßlichen Heini (dazu gab es schon ein Kapitel) verbrüdern, der für die falsche Fußballmanschaft ist. Dann ist da noch einer für den sich Wasser immer in Wein verwandeln könnte, der immer alles besser weiß und sich aber mit einer liebevollen Fürsorge um seine Frau bemüht. Zu guter Letzt noch unser Künstler und Powerman, der uns immer wieder zu sportlichen Aktivitäten anheizen will und auch nicht davor zurückschreckt uns einen schlappen Haufen zu nennen.

Wir Frauen, sind eigentlich ganz ok, haben Sie etwas anderes erwartet, ha, ha, ha. Zwei barocke Typen, die ihrer Statur entsprechend auch schon mal in den Fett e i m e r (statt Näpfchen) treten. Eine liebe, schlanke, zurückhaltende, die immer irgendwie Mädchen geblieben ist und eine kleine zierliche, kluge ausgleichende Frau, die (wie sagt ihr Mann immer) als einzige erwachsen geworden ist. Dann ist da noch unsere Perle Änne unsere Haushälterin. Ich habe in meinem Leben noch nie eine Frau getroffen, der das so scheißegal ist, wie sie bei anderen ankommt. Bei Sauwetter lascht ihr keiner so in die Küche oder Kaminraum, da werden vorher die Schuhe ausgezogen. Auch unsere Kinder und Enkelkinder hören auf ihr Kommando. Wenn einer meint, sie sei unser Hausdrachen – ja und !!! einen besseren könnten wir nicht haben.

Haben wir dann schon mal einige mit unserer tollen Wohngemeinschaft vollgequatscht, kam oft der abschließende Satz: „Ja, ja kommt für mich vielleicht später auch mal in Frage.“ Das Wort später von einem 70jährigen ausgesprochen, löst bei unserem Holger immer einen mittelschweren Tobsuchtsanfall aus. Die Antwort: „Menschenskind man muss den Arsch beizeiten hoch kriegen, ansonsten sitzen sie später schön in einer Reihe mit vollgepissten Pampers neben Leuten, die Ihnen schon in jungen Jahren zuwider waren. Zugegeben etwas sehr daneben von unserem Holger. Er hat es bis heute nicht auf den Schirm, dass einige nicht in eine Wohngemeinschaft leben wollen und seine Überzeugungsarbeit teilweise dann eben auch nervig ist und diese Menschen, das Gespräch mit diesem Satz beenden wollen.

So, jetzt will ich Ihnen auch nicht weiter auf den Wecker gehen. Oder doch noch etwas – kaufen Sie mein Buch. Wenn Sie meinen Shreibstil mögen und Orthografie für Sie kein Thema ist, wäre es doch ein schönes Geschenk für einen Freund oder Freundin.

Einen schönen Abend voller positiver Gedanken wünscht Ihnen Ihre fidele AltenWG

 

Omas und Enkel

10.05.2017

Eine kleine Geschichte aus dem 10jährigen Pflegeprogramm meiner Freundin Uschi.

Ihre pflegebedürftige Mutter lebte mit ihr in einer Wohnung. Ihre Mutter nahm so am Familiengeschehen teil und ihr kleiner 31/2jähriger Urenkel beantwortet mit einer kindlichen Selbstverständlichkeit ihre immer wiederkehrenden Fragen.

Sie hatten im Garten einen Strandkorb stehen, der vom Wintergarten aus sehr gut zu sehen war. Ob tiefster Winter oder Sommer jedes Mal fragte Urgroßmutter Nanny, die im Wintergarten saß und am liebsten eine Zigarette nach der anderen rauchte: „Wer liegt da in dem Korb?“Sie fragte weiter: „Wer wohnt da oben und lebt meine Mutter noch?“ Und das immer wieder von vorne, wie eine kaputte Schallplatte. Da brannte bei Uschi schon mal die Sicherung durch und sie blaffte ihre Mutter dann an: „Verdammte Hacke, da liegt keiner im Strandkorb oder siehst du da einen?“ Sie antwortete dann stumpf: „Nein, wie kommst du darauf? Ohje!

Sicherlich ein schlechtes Vorbild für ihren Enkel, wenn sie seine Urgroßmutter Nanny so anblaffte. Als die Urgroßmutter mal keine Fragen stellte und nur gierig an ihre Zigarette zog, fragte der kleine Enkel: „Nanny, willst du wissen, wer da im Korb liegt?“ Sie guckte ihn groß an und sagte: „Ja wer?“

Er dann: „KEINER! VERDAMMTE HACKE.“ Wenn Nanny dann zu ihm sagte: “ Du bist aber ein frecher Junge“, tat es ihm leid und er fragte: „Willst du eine Zigarette, Nanny?“ Er konnte sich aber auch stundenlang mit ihr alte Fotos anschauen. Er fragt dann ganz interessiert: „Nanny, jetzt zeig mir mal deine Mutter“ oder er spielte mit ihr Verkäufer. Seinen Kaufladen baute er direkt vor seiner Urgroßmutter auf und fragte: Nanny, was wollen sie kaufen, Zigaretten haben wir nicht.“

Uschis Mutter hatte nicht viel auf den Rippen und hat gerne Vanille- oder Schokoladenpudding gegessen. Dieser wurde regelmäßig abends gekocht. Der kleine Enkel hat darauf bestanden seine Uroma Nanny zu füttern, obwohl sie das eigentlich noch ganz gut selber hingekriegt hat. Zwischendurch hat er immer etwas probiert, um ihr zu versichern, dass der Pudding nicht mehr heiß ist.

Oftmals haben Uschi und ihr Enkel Nanny gemeinsam ins Bett gebracht. Als Nanny das erste Mal ihre Zähne herausgenommen hat, war der kleine Kerl, der ansonsten den ganzen Tag quatscht, doch ziemlich sprachlos und wackelte an seinen eigenen Milchzähnen.

Einmal sagte ihre Mutter, die immer Angst hat, alleine zu schlafen, sie sollten ihr doch den kleinen Jungen ins Bett legen. Der kleine Junge wollte aber nicht! Er grinste verschämt und hat ihr auf den zahnlosen Mund einen Kuss gegeben.

 

 

Sind Sie in den 60iger Jahren auch mit Sack und Pack nach Italien gefahren ?

Wir 3 Kinder saßen auf der Rückbank eines alten Opels. Mein Bruder und ich in der Pubertät und unsere kleine Schwester saß mit ihren drei Jahren zwischen uns und ging uns tierisch auf den Geist. Meine Eltern ließen sich nur selten aus der Ruhe bringen. Der Wagen war bis in die letzte Ritze vollgepackt für einen 4wöchigen Campingurlaub in Rimini. Es gab keine Sicherheitsgurte oder Schalensitze für Kinder, dafür wurde auf der Rückbank gekniffen, geboxt und geheult. Meine Mutter schmierte auf dem Beifahrersitz die Brötchen, hatte ein großes Messer in der Hand und auch keine Probleme in Italien den Dorfsheriff an der Kreuzung mit dem Messer in der Hand zuzufuchteln und immer zu schreien Rimini, Rimini, Rimini ???. Der schrie dann nur Mamamia und zeigte in irgendeine Richtung.

Für uns und unsere Eltern war Italien das erste Urlaubsland. Mein Vater war Berufssoldat und hatte über das ganze Jahr alle die Konservendosen aus irgendwelchen Manövern gesammelt, die seine Kameraden nicht wollten. Erstaunlich was es alles in Konserven gab, Marmelade, Wurst, Brot usw. Es wurde in dem 5Mann-Zelt ein Loch gebuddelt, das war unser Kühlschrank. Für uns Kinder waren es die schönsten Urlaube. Mein Vater war nach dem Manöver mit seiner Familie immer froh, wenn er wieder zuhause war.

Jetzt fragen Sie sich, was hat das mit Wohngemeinschaften zu tun. Ha, ha, ha, ganz viel, das war die Familien-Wohngemeinschaft, die mir am besten gefallen hat. Vielleicht geht es Ihnen ähnlich, aber so ein bißchen ist die Faszination „Italien“ erhalten geblieben.

Susanne und Dirk waren eigentlich immer mehr für eine Wohngemeinschaft im Süden. Da sie aber nicht so weit von ihren Kindern entfernt wohnen wollten – und wir das genau so sahen – wurde es dann doch Laboe. Da es Susanne aber gesundheitlich im Süden besser geht, sind sie und ihr Mann Dirk oft im Süden.

Sie besuchen dort in der Toscana Ute und ihre beiden Freundinnen. Ja, genau auch eine Wohngemeinschaft. Das Haus ist meilenweit von einem Luxusobjekt entfernt. Zwar müssen sie kein Loch buddeln um das dann als Kühlschrank zu nutzen, aber, aber Susanne und Dirk bewohnen doch lieber eine günstige Pension in dem Ort.

Die drei Rentnerinnen haben das Haus vor 4 Jahren für 65.000 Euro !!! gekauft. Da sie kein Geld hatten und in ihrem Alter auch keinen Kredit mehr bekommen, hat der Sohn von Ute einen Kredit aufgenommen. Den bezahlen die drei ab. Der Sohn ist der Besitzer und hat schon einiges modernisiert. Er hatte zunächst so seine Bedenken, als seine Mutter mit ihren Freundinnen sofort da einziehen wollte. Es gab keine Heizung und auch sonst nur wenig Annehmlichkeiten. Ute und ihre beiden Mitbewohnerinnen bestanden darauf und meinten: „schon Goethe hat in Italien seine Kreativität wiedergefunden. Wir sind da eben etwas schlichter, genügsamer und trotzdem voller Kreativität. Eine der drei Freundinnen war früher Sprechstundenhilfe. Sie fährt ab und zu mit dem Fahrrad in den nächsten Ort und hilft dort einem älteren Arzt, der ehrenamtlich Patienten behandelt. Na ja, da lernt man zwangsläufig viele Leute und die Sprache kennen und natürlich auch welche, die günstig eine Heizanlage einbauen können.

Die drei waren mal für eine Woche bei uns in Laboe. Waren natürlich begeistert von unseren Häuslichkeiten und sahen auch die Problematik die eine evtl. Pflegebedürftigkeit mit sich bringen würde in ihrem Domizil, jedoch habe ich selten (außer natürlich wir)  so eine ruhige, gelassene Zufriedenheit gespürt, wie diese Frauen sie ausstrahlen. Dirk – unser Goethe -sagte: „die drei bringen die Sonne des Südens in unser Haus“.

Oder besser von Goethe:

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, im dunklen Laub die Goldorangen glühn, ein Sanfter Wind vom blauen Himmel weht, die Myrte still und hoch der Lorbeer steht, kennst du es wohl? dahin! dahin! möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

Genug von Italien, bei uns ist es auch schön!!!

So, in diesem Sinne noch einen entspannten Abend meine lieben Leser

Ihre fidele WG aus Laboe

 

 

 

 

Alle mit dem Fahrrad auf Mai-Tour ?

Die Kinder und Enkelkinder von Paul und Gudrun sind am Freitag zum verlängerten Wochenende hier eingetrudelt. Beschäftigungsprobleme haben wir acht nicht, schon gar nicht, wenn dann von einem von uns die Kinder und Enkelkinder auf der Matte stehen.

Max und Moritz –  die Enkelkinder von Paul und Gudrun(insgesamt 6 Enkelkinder) – haben kurzerhand Maren und Holger als Oma und Opa adoptiert. Maren und Holger haben keine Kinder aber schon vor Jahren ein Zimmer in ihrer Wohneinheit für die beiden Banausen eingerichtet.

Das Thema – bei uns natürlich ständig – war gestern Abend wieder Wohngemeinschaften. Ist klar, dass unsere Kinder damit auch in ihrem Umfeld ständig konfrontiert werden, wenn sie ganz stolz von unserer WG berichten.

Astrid berichtete von einer jungen Wohngemeinschaft, die sich zusammen ein Haus in Frankreich gekauft haben und jetzt dort wohnen.  Wo das Haus steht, wußte sie nicht genau. Es seien aber nur 30 Minuten Autofahrt bis zum Meer. Das Haus hat 280.000 Euro gekostet. 8 Zimmer mit 250qm Wohnfläche und einem riesengroßen Grundstück. Zwei Paare mit insgesamt 4 Kindern. Einer der Männer ist Fernfahrer, der andere macht irgendwas mit Computern und arbeitet meistens von zuhause aus. Die beiden Frauen kümmern sich um Kinder, Haus und Hof. Also Schwerstarbeit !!! das sei kein Witz, die beiden hätten den Garten selber angelegt und sind jetzt dabei einen Pferdestall zu bauen. Solange du nicht dem Sonnenkönig (Ludwig dem XIV) nacheifern willst, sind die Franzosen mit An- und Umbauten auch nicht so pingelig wie die Deutschen. Einen Teil des Geldes für das Haus und zu evtl. erweiternden Umbaumaßnahmen hätten auch die Großeltern beigesteuert, die somit auch ein schönes Urlaubsziel haben.

Die beiden Paare haben sich vor Jahren auf einem Campingplatz in Frankreich kennen gelernt. Keiner sprach französisch. Ihre Kinder (2. und 3. Schuljahr) haben in kürzester Zeit die Sprache gelernt. Sie gehen jetzt in Frankreich zur Schule und sind so manches Mal die Übersetzungskünstler ihrer Eltern.

Ja, so ein bißchen Mut gehört schon dazu, seine Lebenssituation zu ändern. Gudrun verweist dann immer auf die Liste. Kennen Sie sicher auch. Auf der linken Seite aufschreiben was man glaubt zu verlieren und auf der rechten Seite wird das aufgeschrieben was man glaubt zu gewinnen. Probieren Sie es mal aus, wenn Sie vor einer Entscheidung stehen, ist egal welche. Gudrun meint, dass man damit sogar sich selber ein Stück besser kennen lernt!!! So blöd es sich vielleicht anhört, es stimmt. Ich habe es ausprobiert.

So, jetzt reicht es mit der Hobbypsychologie. Genießen Sie noch den Abend.

Bis bald herzlicht

Ihre WG aus Laboe

 

 

Morgens in unserer Wohneinheit. Ich sitze vor meinem Computer und checkte die Mails. Mein Mann schlägt die Zeitung auf: „Mein Gott hier steht es. Aufgrund eines Motivationsprogramms über Facebook bilden sich jetzt in ganz Deutschland Wohngemeinschaften. Mein Mann grinste mich breit an. Sehr witzig!!! Und schon war mein Redeschwall nicht mehr aufzuhalten.

„Brauchst mich gar nicht zu veräppeln, das sollte viel mehr thematisiert werden. Das Interesse ist da. Wohngemeinschaften mit Freunden, nicht nur im Rentenalter, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass eine Fernsehserie zu der Thematik eine große Zuschauerzahl erreichen würde. Man könnte ganz amüsant mit Schauspielern einzelne Wohngruppen vorstellen und auch Lösungen für evtl. auftretende Probleme beleuchten. Tipps geben u.a. wie und wo man evtl. staatliche Unterstützung erhält.“

Mein Mann: „Ach du Schande, das auch noch. Eigentlich wolltest du doch nur dein Buch „Die fidele Alten-WG in Laboe“ verkaufen. Jetzt entwickelst du mit deiner Facebookseite schon ein Suchtverhalten und eine Weltverbesserungsmentalität die kaum zu bremsen ist “

Was ist denn jetzt mit dem Bücherverkauf? Nicht viel, jeder schreibt heute ein Buch. Mit dem Verkauf ist das so eine Sache.

Ja, liebe Leser, es ist kaum zu glauben, der Verdienst pro Buch beträgt tatsächlich nur 1,03 Euro. Der Rest bleibt beim Verlag.

Möchte Sie trotzdem noch einmal bitten, eine Geschenkidee für liebe Freunde oder evtl. spätere Mitbewohner darin zu sehen. Mit dem Gewinn wird das Myelin-Projekt für MS-Kranke (Multiple Sklerose) unterstützt (www.myelin.de). Oder sie kaufen kein Buch und spenden direkt an den Verein.

Seien Sie herzlichst gegrüßt und kommen sie gut in die Mainacht

 

 

 

Hallo liebe Leser

Es gibt genug Mist auf dieser Welt, daher wollte und werde ich auch weiterhin meinen Blog positiv bestücken. Das heißt u.a. auch keine politischen Kommentare. Doch manchmal platzt nicht nur unserem Paul der Kragen, wenn man sieht, wo für viele die Reise hingeht.

Änne, unsere Haushälterin, erzählte uns von ihrer Freundin. Diese Freundin hat zwei kleine Kinder, ist geschieden und arbeitet als Krankenschwester im Schichtdienst in einem Krankenhaus in Kiel. Wenn diese Freundin ihre Mutter nicht hätte, wüßte sie gar nicht wie sie über die Runden kommen sollte.

Die Mutter muss allerdings ihre kleine Rente mit zwei Putzstellen aufbessern.

Als Paul das hörte, kam wieder sein Lieblingsthema „die Flüchtlingspolitik“ auf den Tisch. Er ist in der Beziehung gut informiert. 21,3 Milliarden hat der Bundeshaushalt 2016 ausgegeben und für 2017 sind weitere 21,3 Milliarden für Flüchtlinge eingeplant. Als Deutscher kannst du hier dein Leben lang arbeiten. Wenn deine Firma pleite geht und du bist erst 55 kannste dich nach einem Jahr Arbeitslosenhilfe auf Harz4 freuen. Wenn dann endlich die Rente ansteht, hast du hoffentlich soviel Geld gespart, dass du dir einen Bollerwagen leisten kannst,  um die Pfandflaschen besser transportieren zu können, die du dann sammeln mußt, um deine Rente aufzubessern.

Wenn du dann wirklich am Ende bist, kannste im Altenheim Platz nehmen. Dann bezahlt der Staat bis zu 4.500 Euro monatlich für die arme Sau, es sei denn, du hast noch was, z.B. ein kleines mühsam erarbeitetes Haus, dass wird dann vorher einkassiert. Und dann kam noch: Ich könnte kotzen!!! Paul ist bei dem Thema kaum zu bremsen. Das beste ist dann immer nur durchnicken, ansonsten kann das sehr persönlich werden.

Na ja, so gesehen, die Fakten sprechen für sich. Viele haben heute schon mehrere Jobs um überhaupt die Miete zahlen zu können.

Da sind wir wieder bei unserem Thema “ Wohngemeinschaft“.

Änne erzählte weiter, dass ihre Freundin, angespornt durch unsere Wohngemeinschaft, eine Lösung gefunden hat. Ihre Mutter hat jahrelang bei einer älteren kinderlosen Lehrerin geputzt und es hat sich ein sehr gutes freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Von dieser Lehrerin, die ein großes Haus geerbt hat, kam der Vorschlag eine Wohngemeinschaft zu bilden. Noch in diesem Jahr wird die Freundin mit ihrer Mutter und den beiden Kindern dort einziehen.

Sie sehen unser Beispiel macht Schule. Ist egal in was für einer Zusammensetzung. Man muss sich nur mögen und sich über die Vorteile immer wieder im klaren sein. Wie oft hört man oder hat es selber schon gesagt: wenn ich viel Geld hätte, wenn ich im Lotto gewinnen würde ja dann…….

Also finanziell ist so eine Wohngemeinschaft mit Sicherheit ein Vorteil und schon mal ein Schritt in die richtige Richtung und nicht in die Einsamkeit, da ein Miteinander in den meisten Fällen ein Gewinn sein kann.

Ihnen ein schönes Wochenende und bleiben Sie gesund und guter Dinge

Ihre fidele WG aus Laboe

 

In so einer Wohngemeinschaft würde ich gerne leben. Gibt es so etwas in meiner Stadt? Leider habe ich keine Freunde die „mitziehen“ oder ich kenne niemanden mit dem man so etwas „durchziehen“ kann. Das sind häufige Kommentare auf meiner Seite.

Mitziehen – durchziehen – umziehen    alles geht liebe Leute. Sie wollen mit alten oder jungen Freunden ihr Projekt „Wohngemeinschaft“ durchziehen. Für Sie kein Problem, mit einer ganz neuen Truppe – genau Ihre Kragenweite – etwas Neues zu gestalten. Vielleicht finden sich auf meiner Seite Mutige die gemeinsam einen Neustart wagen wollen.

Ich habe recherchiert und kann nur empfehlen „plusWGs-Wohngemeinschaften“ ist die Seite, die diese Fragen beantwortet.

Hier können Sie sich anmelden,  suchen und sich erst mal nur informieren.

Nur Mut etwas Neues zu beginnen

herzlichst Ihre fidele Alten-WG

Wohnen mit Freunden am Meer. Diese Wohnform ist nur etwas für Leute, die finanziell gut gestellt sind und nicht für diejenigen, die nur eine kleine Rente haben. Lese ich hier immer wieder.

Stimmt nicht!!!

Was haltet ihr denn von der nachfolgend aufgeführten Truppe, die ihre alte Wohnung aufgeben und sich auf zu neuen Nordsee-Ufern machen. Die gemeinsam etwas Neues aufbauen und nicht abwarten.

Dieter, lebt seit Jahren in Oldenburg, ist Künstler, alleinstehend, keine Kinder, 67, sehr kleine Rente, ist auf eine Grundsicherung angewiesen. Ab und zu verkauft er ein Bild (Bleiverglasungen).

Monika, lebt auch in Oldenburg, 59, Witwe, 5 Kinder, kleine Rente, großes altes Haus in dem sie alleine wohnt, wird von ihren erwachsenen Kindern finanziell unterstützt.

Gertrud, lebt in München, Schwester von Monika, 63, sehr gute Rente und sehr teure Wohnung, keine Kinder alleinstehend.

Josef, lebt in München, geschieden, 69,  gute Rente, 1 Sohn, teure Wohnung.

Dieter, Monika und Gertrud kennen sich schon jahrelang. Josef ist ein ehemaliger Arbeitskollege und Freund von Gertrud.

Dieter ein Bekannter von Holger, der mit seinen Bleiverglasungen und seinem alten VW-Bulli immer an der Nordsee unterwegs ist, hat das Haus gefunden. In der Nähe von Cuxhaven, ein sehr großes Grundstück (für Schafe so Dieter). Klartext Dieter: Das ist noch nicht einmal eine alte Kabache. Küche ist schon drin, Pott Farbe und schon kann es losgehen. Acht Zimmer. Miete 850 zuzüglich Nebenkosten. Der Vermieter, ein lockerer Rechtsanwalt aus Hamburg ist ganz angetan und würde am liebsten seinen Eltern auch so ein Wohnprojekt vorschlagen. Die würden aber in die dekadente Riege passen und irgendwann in so einer Altersresidenz mit Herrn von und zu ihren langweiligen Tee nehmen, ha,ha,ha nichts für ungut, die seien schon ok.

Die Miete wird (ganz sozial) anteilig vom Einkommen bezahlt. Gertrud bestand auf eine Putzfrau, die sie bezahlt. Monika hat das zunächst nicht eingesehen. Sie könne das für alle machen. Gertrud: dann kannste die Wohngemeinschaft vergessen Schwesterherz. Das hätte noch gefehlt, dass ihre „kleine“ Schwester hier den Putzaffen macht und wer weiß was die anderen so unter Sauberkeit verstehen. Da hätte sie lieber eine Aushäusige, der sie dann auch mal die Meinung geigen kann, wenn das nicht so läuft. Gertrud hat zwar eine soziale Ader aber auch klare Vorstellungen, wie so eine Wohngemeinschaft nur funktionieren kann.

Es ist für alle eine neue Umgebung. Also schon die erste gemeinsame Herausforderung. Alle in das Haus von Monika wäre auch eine Option gewesen. Aber irgendwie wäre es immer das Haus von Monika geblieben und die anderen die Zugezogenen. Sicherlich auch mit erwachsenen Kindern und potenziellen Erben nicht immer einfach.

Im Sommer ziehen alle ein. In das Haus am Meer auch mit kleiner Rente liebe Leute. Geht doch!!!

Liebe herzliche motivierende Grüße

 

 

 

 

Der Kuchen steht auf dem Tisch. Die Bude ist geputzt (oder auch nicht). Die Freundin wird zum Kaffee erwartet. Die Freundin bringt Rufus den Berner Sennehund mit, der sich mit ihrer Katze Minka gut versteht. Sie freuen sich auf einen unterhaltsamen Nachmittag, der sich schon mal bis zum Morgengrauen ausgeweitet hat, da sie ihre Freundin und Rufus gerne um sich haben.

Was wird nicht alles bequatscht. Das Hannelore immer die gleichen Klamotten trägt. Ilse hinter jeden Typen her ist. Klärchen es nicht einfach hat mit ihrem Erwin. Uschi am Stock geht mit dem Pflegeprogramm für ihre Eltern usw.

Die eigenen Probleme gibt es natürlich auch. Früher konnte man den Kindern und Enkel noch was zustecken. Heute mit der niedrigen Rente und den hohen Mietkosten ist das nicht mehr möglich.

Ja, ja, mal sehen wo das alles noch hinführt.

Na, mal wieder ein kleiner Motivationsschub!!!

Sie, ihre Freundin und noch zwei befreundete verträgliche Personen haben eine kleine Rente und hohe Mietkosten. Wäre auch prima, wenn nicht nur Rufus und Minka einen kleinen Garten hätten.

Ja, da könnte es hinführen.

Ein Haus mieten? Machen Sie es zu Ihrem Projekt!!! Sind erwachsene Kinder oder pfiffige Enkel vorhanden, helfen die sicherlich gerne bei der Suche. Die Miete wäre wahrscheinlich nur noch die Hälfte. Die Lebenshaltungskosten garantiert niedriger. Vielleicht ist sogar noch eine Haushaltshilfe zu bezahlen.

Hört sich doch gut an oder?

Eine Freundin, die schon seit Jahren bei Ihnen unangemeldet aufkreuzt, der es piepegal ist ob die Bude aufgeräumt ist, die sie vollquatscht und dabei ganz selbstverständlich das bißchen Geschirr abspült, dass die Blagen haben stehen lassen für Mutter. Die Freundin, die weiß wo die Tassen stehen, die für Sie die Stützstrümpfe vom Aldi mitbringt, die gerade im Angebot waren. Mit der Freundin zusammenziehen? Ja sicher doch, warum nicht.

Zusammen ziehen. Ist für viele gleichbedeutend mit: keine Freiräume immer aufeinander hocken, wie geht man mit Streitereien um. Alle die schon mal verheiratet waren, einen Partner hatten kennen das doch, ha, ha ha

Sicherlich ist es einfacher mit Freunden und deren Macken,die man schon über Jahre kennt, zusammen zu ziehen.

In unserer Wohngemeinschaft sind wir 4 Paare. Wir glauben auch, dass es nur so gut klappt, weil wir alle eigene Wohneinheiten haben. Wir haben aber auch noch unsere Männer am Hals (kleiner Scherz am Rande – wir lieben unsere Nörgelköppe)

Wir vier Frauen allerdings – da sind wir uns einig -könnten auch (ohne unsere Männer) in einer Vierer-WG prima klar kommen und bräuchten nicht jeder eine eigene Küche, in der ich die Rouladen für Wolfgang brutzel, da bei Änne (unsere Haushälterin) alles schmeckt, nur die Rouladen kriegt sie nicht so hin. Bei Susanne sind es die Spätzle für Dirk, bei Maren die Germknödel für Holger. Nur Paul ist da pflegeleichter. Am liebsten jeden Tag Fleisch. Wie die Steaks am besten gelingen hat er Änne gezeigt. Gudrun hat es nicht so mit kochen und backen. Das beste an unserer Wohngemeinschaft ist für sie Änne. Das betont sie fast jeden Tag.

So liebe Leute nur Mut zum Wohnprojekt.

P.S. An alle, die meine/unsere Geschichten regelmäßig verfolgen. Jörn hat Beate in Düsseldorf besucht. Wir (Susanne, Gudrun, Maren und ich) sind neugierig wie es weitergeht.

Liebe herzliche Grüße