Mit manchen ist man gerne zusammen und wenn sie noch so einen großen „Knall“ haben. Diese Aussage, können doch bestimmt viele von euch auch unterschreiben oder man ist selber der Knallefekt und stellt fest, dass man eine breite Fangemeinde hat!!!

Unser Paul z.B. hat es nicht so mit Fett-Näpfchen. Er nimmt meistens den sympathischen Fett-Eimer. Er und seine Frau Gudrun waren mal bei Freunden eingeladen, wo sich das Hauptinteresse auf Angeberei konzentrierte (teure Klamotten, super Urlaube, tolle Jobs und Super-Kinder). Zudem hatte fast jeder die Weisheit mit Löffeln gefressen. Einige lateinischen Sprüche flogen hin und her „mens sana in corpare sana“ – gesunder Geist in einem gesunden Körper. Paul antwortete: „beati pauperes spiritu“ – selig sind die geistig Armen. Seine Frau Gudrun war platt, genau so wie die anwesende Bildungsschicht. Wie kommt der Versicherungsfritze zu Lateinkenntnissen. Paul dazu: „Aus den Asterixheften“. Er hat sie alle gesammlt, da sei so manches hängen geblieben. Das war natürlich ein amüsanter Knallefekt, jedoch ist oftmals nicht immer alles amüsant bei unserem Paul.

Simon, der Bruder von Holger, lebt mit seinem Lebensgefährten in Berlin. Da hat Paul es in einem angesäuselten Zustand auch schon gebracht, dass er zu beiden gesagt hat: „Ihr könnt ja wieder kommen, wenn es hier schön warm ist, ha, ha, ha der Witz passt, ha, ha, ha. Als er merkte, dass der Witz doch nicht so passt und er in die konsternierten Gesichter der Anwesenden schaute, war der Fett-Eimer mal wieder da. Simon hat nicht die arrogante Züge von seinem Bruder Holger, sondern Gott sei Dank den Humor von seinem Vater Otto (leider schon verstorben – siehe andere Geschichte) geerbt und konterte lachend: „Ja, ja du Arsch, passt auch, ha, ha, ha.

Ja, liebe Freunde wir sind wirklich ein bunter Haufen. Für die etwas Empfindlicheren – auch schon mal etwas derbe und die meisten ohne Lateinkenntnisse – Wenn wir dem Einwand „es muss passen“ zu viel Bedeutung beigemessen hätten, gäbe es die WG mit Sicherheit nicht. Um so früher man seine Toleranzreserven aktiviert um so besser.

Gudrun mit ihrer, ich sage bewußt „liebenswerten“ frechen Klappe. Maren mit ihrer manchmal anstrengenden, trotzdem gut gemeinten, damenhaften Abgeklärtheit. Susanne, die Gudrun und mir (und unseren Männern) immer vorführt, dass man auch mal liebevoll mit seinem Göttergatten umgehen kann. Dirk, unser attraktiver, sensibler Besserwisser, bei dem sich Wasser immer in Wein verwandeln sollte. Der seine Frau Susanne jedoch behandelt, als kennen sie sich gerade eine Woche. Holger, ist zwar eine arrogante Socke, der schon mal den Verein mit seiner Art aufmischt. Jedoch als mein Mann mit gebrochenem Bein, sich meistens in unserer Bibliothek – unter Aufsicht von Änne – aufhalten mußte, teilte er mir in einem Telefonat mit (Gudrun und ich waren zu der Zeit in Italien): „Spazel, ich schaue jeden Tag auf die große Bleiverglasung, die Holger gemacht hat (hängt in der Bibliothek und zeigt die Landschaft der Toskana). Einer, der so etwas fertig bringt, kann eigentlich kein Arsch sein.“ Na ja, Spazel und Gudrun konnten sich nicht halten vor Lachen. Gudrun stellte nur trocken fest: „wenn die beiden sich mal wieder fetzen, brechen wir deinem Mann ein Bein und setzen den in die Bibliothek“. Fand ich dann doch nicht mehr so witzig.

Ihr habt sicherlich in eurem Bekannten- oder Freundeskreis irgendwelche Freaks, die immer wieder amüsant sind, aber mit denen zusammen leben wird dann unter bedenklich eingestuft. Wir haben festgestellt. Bedenklich sind eigentlich nur die extremen Geizhälse. Paul und mein Mann zeigen da zwar auch leichte Ansätze. Das haben wir aber im Griff. So gesehen ist jeder Freund, der etwas neben der Spur ist, fast immer eine Lebensbereicherung. Oder sieht das einer anders.

So jetzt habe ich euch wieder genug vollgequatscht.

Für alle, die noch eine Arbeitswoche vor sich haben, stressfreie Gelassenheit, ansonsten seit herzlichst gegrüßt und bleibt gesund eure fidele Alten-WG aus Laboe

 

Eine WG im Rentenalter. Ach so, die letzte Station vor dem Friedhof, nee danke, da bleibe ich doch lieber „zuhause“. Hallo gehts noch!!!

Wir hatten früher die gleichen Sprüche darauf, haben uns jedoch die letzten Jahre noch nie so “ sauwohl gefühlt“ wie jetzt!!! Das ist kein Witz oder Schön-Rederei. Paul und mein Mann sind der Meinung, dass ein langer Spaziergang am Hunde-Strand, anschließend ein paar Bierchen in der Lieblingskneipe, die Musikbox mit Scheiben aus den 50/60iger Jahren und ein paar sture Laboern einen größeren Wohlfühlcharakter hätten als eine Gemüsesuppe und schon um 7 Uhr morgens seine Gelenke strapazieren mit dem herumjoggen (Holgers Credo). Wir Frauen sehen das alles etwas differenzierter. Wir sind inzwischen ein eingespieltes Team. Was sagt Gudrun oft: „Gut, dass wir die Affen dabei haben, ansonsten wer die Harmonie kaum zum aushalten.“

Seit Jahren bekommen wir das Bild von dem Flaschen sammelnden Rentner präsentiert. Klar, bei einigen ist schon die Kotzgrenze erreicht, wenn sie auf ihren Rentenbescheid schauen. Man will in seiner gemütlich eingerichteten Wohnung oder seinem endlich abbezahlten Häuschen sein Rentendasein genießen aber mit der Rente –  verdammte Hacke –  kaum zu schaffen.

Mein Mann und ich hatten endlich unser Reihenhaus abbezahlt. Wir hatten tatsächlich in unserem Bekanntenkreis welche, für die Renovierungskosten in den eigenen Body geflossen sind. Wir sahen da für uns keinen Bedarf. Mal ein bißchen fies ausgedrückt, was bringt es, wenn man mit straffen Gesichtszügen irgendwann Pflegestufe 3 erreicht hat. Trotzdem unser Reihenhaus hatte eine Pflegestufe erreicht. Hier wurden Renovierungskosten notwendig. Mein Mann wurde immer miesepetrieger (ihr kennt den Ausdruck) und bei mir war der Gedanke „war es das jetzt“ nicht mehr weit.

Die Highlights waren unsere Urlaube in Laboe. Wir hatten Spaß mit unseren über Jahre getroffenen Urlaubsbekanntschaften und waren gerne zusammen. Also warum diesen Zustand nicht fördern und eine WG mit eigenen Wohneinheiten gründen. Aber, aber, das Netz der sozialen Kontakte (bereits beschrieben) hatte auch uns voll im Griff. Unsere Berliner, Holger und Maren, haben keine Kinder und sind in ihren Berufen immer voll aufgegangen. Oft betonen sie, dass unsere Kinder und Enkelkinder für sie heute eine echte Bereicherung sind. Wenn wir früher in seliger Weinlaune Pläne für die WG schmiedeten hielt Holger sich da heraus oder äußerte da seine Bedenken so nach dem Motto: das sei alles nur besoffenes Gequatsche, man müßte da zielorientierend herangehen und davon seien wir wohl alle weit entfernt. Ja, so ist er nun mal unser Holger. Diese Arroganz bringt meinen Mann noch heute regelmäßig auf die Palme. Jedoch Holger war es, der die alte Villa gefunden hatte und jetzt derjenige ist, der alle mit unserer Wohnform bombardiert. Wehe, es ist nicht jeder sofort begeistert oder so wie letztens ein 70jähriger  zu ihm scherzhaft sagte: “ wenn ich nicht mehr kann, kommt das für mich vielleicht auch in Frage. Ich kann mich ja schon mal bei euch anmelden“. Boo, nach dem Gesichtsausdruck von Holger konnte der Typ froh sein, dass er nur den Spruch hereingereicht bekam: Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont“ 

Oder, ist ja alles gut und schön bei euch, aber als Pflegefall landet man dann doch im Alten- oder Pflegeheim. NEIN!!! mit Sicherheit nicht. Es gibt den ambulanten Pflegedienst und eine pflegebedürftige Person bekommt Pflegegeld. Sollten wir alle pflegebedürftig werden haben wir eben unser eigenes Pflegeheim mit Freunden. Es ist alles, unter Einbeziehung unserer Kinder, vertraglich geregelt. Es wird von keinem erwartet, dass er bei einem anderen ein Pflegeprogramm absolviert. Wir leisten uns jetzt mit 8 Personen eine Haushälterin, da dürfte es auch mit Pflegegeld kein Thema sein, eine Pflegekraft einzustellen.

Bis jetzt erfreuen wir uns, bis auf altersbedingte Wewechen, bester Gesundheit liebe Freunde und hoffen, dass es noch lange so bleibt.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

 

 

 

 

Wir fahren nicht mehr in den Urlaub. Wir sind jeden Tag im Urlaub. Wie dekadent ist das denn, ha, haha

Jedoch stellen wir heute fest, dass es genau das war, was es für uns einfacher gemacht hat, diese WG zu gründen. Unser Urlaubsort!!!

Oft lese ich hier: möchte auch eine WG gründen, in der Nähe von Hamburg, in Recklinghausen, in Berlin, in Bochum, in Köln. Es sind viele Dinge, die dabei eine Rolle spielen. Viele sind noch berufstätig. Seine Berufstätigkeit aufgeben, dürfte sich ohne großen Lottogewinn schwierig gestalten. Mit den sozialen Kontakten ist das auch so eine Sache. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und alte Bäume verpflanzt man nicht, sind Sprüche, die durchaus ihre Berechtigung haben. Haben wir auch alles „durchgemacht“. Doch nur Mut – soziale Kontakte kann man tatsächlich überall aufbauen.

Für manche ist es schon in jungen Jahren ein Problem in einen anderen Stadtteil zu ziehen. Die Nachbarn, mit denen man in jungen Jahren mit viel Bier und gegrillten Würstchen das Gartenhäuschen aufgebaut hat, verlassen – das war u.a. ein Argument meines Mannes – die netten Kassiererinnen im nahegelegenen Supermarkt, die beim Großeinkauf amüsiert feststellen: Na, wieder die ganze Sippe im Anmarsch. Die Bäckereiverkäuferin, die schon Zeitung, Brötchen und Rosinenbrot zur Seite gelegt hat, die Freunde und Bekannten, die nicht weit wohnen, die lieben Anverwandten und natürlich die Kinder und Enkelkinder „die einen noch brauchen“. Dieses soziale Netz hält einen gefangen und läßt so manchen WG-Traum leider schnell platzen.

Wie schon in einem vorhergehenden Bericht erwähnt, ist eine WG-Planung an einem lieb gewonnenen Urlaubsort sicherlich einfacher.

Man sollte schon ein finanzielles Pölsterchen haben ist auch quatsch und nur ein weiteres Argument ja nicht den heimelnden Herd zu verlassen. Die meisten haben kein finanzielles Pölsterchen, da oftmals die Blagen schon alles abgeholt haben oder die Rente so niedrig ist, dass man gerade über die Runden kommt. Mit mehreren ein Objekt mieten ist oftmals billiger als in seiner teuren Wohnung zu bleiben. Das können die, die in einer Wohngegend zuhause sind, wo die Mietpreise explodieren, sicherlich nachvollziehen. Es gibt auch in unserem schönen Deutschland viele Gegenden wo ein großes Haus zu mieten noch erschwinglich ist. So wie es die WG in Cuxhaven gemacht hat. Einfach mal im Internet schauen und sich informieren.

Um auf den Urlaub zurückzukommen. Fragt doch mal ganz unbefangen nette Urlaubsbekanntschaften, was sie von einer Alters-WG am gemeinsamen Urlaubsort halten. So etwas kann dann, wie bei uns, über Jahre wachsen und sogar klappen. Eigentlich haben wir uns über Jahre immer nur zur Urlaubszeit gesehen. Im laufenden Jahr eher selten.

Urlaubszeit !!! Mittlerweile sind wir schon genauso bescheuert wie viele eingeborene Laboer. Boo diese Touristen!!! Dabei haben wir auch die Buden voll. Alle Zimmer sind belegt, einschließlich Bibliothek mit Luftmatratzen. Unsere Änne (Haushälterin) ist in ihrem Element. Dirk, der früher bei der Bundeswehr war, sagt oft: Änne hätte einen guten Kommandeur abgegeben. Zwei Freunde unserer Kinder hat sie ganz selbstverständlich bei sich zuhause untergebracht. Klare Arbeitseinteilung ist bei unseren Kindern, Enkeln und sie kein Fremdwort. Einer nimmt das WG-Fahrrad und holt Brot und Brötchen, ein anderer fegt den Innenhof. Das Wort „Perle“ ist extra für unsere Änne erfunden worden.

An solchen Tagen stellen wir immer wieder fest, dass wir von einem Altenheim ganz weit entfernt sind. Na ja, wer schläft schon gerne mit Sack und Pack auf einer Luftmatratze im Altenheim.

Gestern hat unsere Maren wieder mal zum Literaturabend aufgerufen. Wurde erst mal mit langen Gesichtern von unseren jungen Gästen gönnerhaft akzeptiert, da Oma und Opa das offensichtlich gefällt und Änne Muffins gebacken hat. Wir „Alten“ haben dann wohlwollend zur Kenntnis genommen, mit welcher Begeisterung die Gruselgeschichte, die Maren zum Besten gab, aufgenommen wurde. Änne hatte vorher ganz selbstverständlich alle Handys eingesammelt – auch unser Paul musste seins herausrücken. Geht doch – ab und zu muss man schon etwas zwingen. Hänsel und Gretel in bester Stimmung vorgelesen, wäre sicherlich auch gegangen.

Liebe Grüße und bleibt gesund Eure fidele Alten-WG

 

Hallo liebe Freunde. Begeistert man sich für eine WG im Rentenalter kommen die „W“-Fragen. Wann, wo, wie, was kostet das. Schön wäre es, wenn schon jemand alles organisiert hat und es gäbe einen Katalog, in dem man sich das Passende aussuchen könnte. Evtl. schon mal einen Platz reservieren auf dem tollen Bauernhof. Unsere WG-Geschichte ist über Jahre gewachsen. Wie bekannt, haben wir uns jedes Jahr zur Urlaubszeit in Laboe getroffen. Urlaubszeit heißt, es wurde auch schon mal ein Gläschen Rotwein zuviel getrunken. Wir waren uns dann sowas von einig. Ach, kein Problem, das wird eine geile Zeit. Nur, man ist ja nicht immer besoffen und voller glückseliger Pläne (wir zumindest nicht). Holger und Maren haben dann Nägel mit Köppen gemacht und schon wurden die Töne leiser und die Bedenken größer. Unsere Angst vor Nähe oder auch Veränderung ließ unseren Enthusiasmus und die große Klappe dahinschmelzen.

Jetzt denkt ihr, was soll das denn, erst baut die Tante hier einen auf, so eine WG zu gründen und jetzt rudert die zurück.

Nein, durchhalten – es lohnt sich!!!

Holger hat eine alte Villa gefunden, die im Internet zum Verkauf angeboten wurde. Wir haben das Glück, das Holger vom Fach ist. Er war der Meinung alles abreißen und auf dem großen Grundstück einen modernen Komplex mit 4 Wohneinheiten (Wohnzimmer mit Kochnische, Schlafzimmer und Bad) und einen Gemeinschaftsraum mit Großküche. Evtl. könnte man die Wohneinheiten noch aufstocken.

Nee, um Gottes Willen, zuhause das schöne Haus mit dem über Jahre gepflegten Garten aufgeben und in so einen viereckigen Kasten ziehen, das geht gar nicht. Auf einmal ist alles vergessen. Die Begeisterung drohte zu verpuffen.

Holger gab nicht auf. Die alte Villa erhalten. Gemeinschaftsküche, Bibliothek, einen Innenhof und um diesen  4 Wohneinheiten. Das sind zwar immer noch 4 Kästen, die jedoch durch die alte Villa ganz anders wirken.

Wir haben unser Reihenhaus verkauft, Holger und Maren ihre Eigentumswohnung, Dirk und Susanne ihr Haus , Gudrun und Paul haben ihr Haus an ihren Sohn verkauft.

Wir wussten wo, wann und wie teuer. Trotzdem war eben noch nicht alles ausgestanden. Holger war der Macher aber die anderen Machos unserer WG, Paul, Dirk und mein Mann Wolfgang gab es auch noch. Mein Mann und Paul, unsere beiden Geizhälse, haben sich eigentlich nur für die Kosten interessiert. Der Satz: das ist nicht notwendig oder ihr Lieblingssatz: „Das tut nicht Not“ war Standard. Denen war eigentlich fast alles egal, Hauptsache es kostet so gut wie nichts. Dirk kannte einen Hugo, der Polier auf einer Großbaustelle in Hamburg war. Immer wenn Holger irgendetwas zum Besten gab, quatschte uns Dirk mit diesem Hugo voll. Hugo meint, Hugo glaubt, Hugo sieht das so usw. usw. Jeder von uns hasste diesen Hugo. Später haben wir mal Hugo kennen gelernt. Ein kleiner, gemütlicher Typ, der einen Witz nach dem anderen erzählen konnte.

So manche ungehörige Frechheit hat unsere Bauphase trotzdem überstanden. Holger ist mal der Kragen geplatzt: „Dirk knall du dir doch noch ein paar Bierchen rein und quatsch mich nicht voll mit deinem Hugo, Wolfgang und Paul ihr haltet jetzt auch mal den Rand, wenn euch das alles zu teuer ist, könnt ihr ja in ein paar Jahren irgendeinen Heimleiter um Taschengelderhöhung bitten.

Ihr merkt schon, Holger der Macher hat die Richtung vorgegeben. Dabei ist es nämlich egal, ob Architekt oder Künstler mit Grundsicherung wie sein Freund Dieter, der in Cuxhaven die WG gegründet hat.

Dieter hat gehört, dass ein großes Haus zu mieten ist. Ihm gefiel das Haus und das große Grundstück. Die Miete beträgt 1000 Euro im Monat. Für ihn zu teuer. Er hat seine Bekannte Monika gefragt, die wiederum ihre Schwester und deren Arbeitskollegen. Sie haben sich alle bei Monika getroffen und kennen gelernt. Das war zwar alles etwas kurzfristig, jedoch hat Dieter, inspiriert durch unsere WG, soviel ansteckende Begeisterung an den Tag gelegt, dass sich alle schnell entschlossen haben, es zu wagen. Hier hat zwar jeder nur ein eigenes Zimmer, jedoch wie ich gehört habe, klappt es prima. Sie haben sich für eine Solidargemeinschaft entschieden, das heißt, wer mehr Rente hat, bezahlt auch mehr Miete und mehr in die Haushaltskasse.

So gesehen, wenn ich weiß was ich will und zu den Machern gehöre, kann ich bestimmen, wo die Wohngemeinschaft sein soll, wie sich der Komfort gestaltet, wie teuer und wer zunächst zu mir passt. Liebe Nette, die mitziehen und sich auch gerne anpassen, finden sich reichlich. Meckerköppe, Besserwisser und Geizknochen sollten nicht unbedingt in eine WG ziehen und den anderen den Lebensabend versauen. Es sei denn, sie sind unter Kontrolle, so wie unsere Männer, ha ha ha

Hier auf unserer Seite haben sich schon „Macherinnen“ gefunden, die sogar eine eigene Gruppe gegründet haben mit klaren Vorstellungen für jetzt oder später. Die Versorgungsstationen  (Altenheime) sind einfach nicht mehr zeitgemäß und die Kinder mit Pflegeprogramme belasten, damit das kleine Häuschen erhalten bleibt, wollen die jungen Alten von heute auch nicht mehr.

Also auf zu neuen Ufern. Möchtet ihr gerne schon jetzt (Rente in Aussicht) eine WG in Berlin, Köln oder Düsseldorf gründen, warum nicht. So kann man sich schon kennen lernen und später als Rentner zusammen in den Süden, zur Ost- oder Nordsee oder in die Heide oder auf einem Bauernhof ziehen. Geht alles – man/frau muss nur machen!!!

Alles Liebe einen entspannten Wochenanfang und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG inLaboe

 

 

 

 

 

Das geht ja hier ab, wie Schmidts Katze. Ich wußte es, dass es diese Macher gibt, die von dem Gequassel die Schnauze voll haben und konkret werden wollen und sei es erst in 5 oder 6 Jahren. So wie es aussieht, ist für jeden etwas dabei – im Norden, im Süden, in den Bergen, am Meer – prima – weiter so. Ist es euch auch schon aufgefallen: Kann ich meinen Hund mitbringen ? – ist ok!!! kann ich meinen Mann mitbringen? – na ja, muss das sein!!! (kleiner Scherz am Rande).

Mit meinem habe ich mich nämlich heute morgen wieder etwas „gekäbbelt“ Er: „ständig hängst du vor dem Ding (Computer). Pro Buch bekommst du 1 Euro (tatsächlich) und bespasst den Verein von morgens bis abends. Die einzigen, die daran verdienen, ist der Verlag und die freuen sich über die billige Arbeitskraft.“ Recht hat er ja mein geliebter Nörgelkopp.

Jetzt denken viele, boooo, mit diesem Einwand will die Olle doch auch nur ihre Bücher verkaufen.“Stimmt, ha, ha,ha!!! Es macht mir aber trotzdem Spaß, zu sehen wie die Seite wächst und welch große positive Resonanz diese Wohnform findet.

Der Vorschlag von Rita, eine geschlossene FB-Gruppe zu gründen, die Interesse haben in 5-6 Jahren mit ihr eine WG (mit Pferdehaltung) zu gründen, hört sich vielversprechend an und hat so gar nichts vom langweiligen alten Rentner,  der einsam dem betreuten Wohnen oder dem Altenheim entgegensieht. Mit so einer Zukunftaussicht kann man das Alter gar nicht mehr abwarten.

So eine geschlossene Gruppe, fokussiert auf eine bestimmte Wohnform, ist schon mal der erste Schritt um sich kennen zu lernen.

Der Satz „wer weiß, wie es uns mal geht, wenn wir alt sind“ ist so pessimistisch behaftet. So soll Loriot gesagt haben: Altern ist eine Zumutung. Jedoch sind wir Untersuchungen zufolge zwischen 58 und 77 Jahren am glücklichsten.

Schön, es wird daran gearbeitet. Auf dem besten Wege sind wir ja.

Alles Liebe und Gute und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG aus Laboe

 

 

 

Unsere Kneipenbekanntschaft Heini ist tot. Sie erinnern sich. Wir Frauen haben unseren schönen Rudi. Die Männer hatten ihren häßlichen Heini. Heini, der bevorzugt dreckige Witze zum Besten gab, Heini, der in seiner Stammkneipe sein zweites oder auch erstes Zuhause gefunden hatte, der kein Problem damit hatte, festzustellen, dass bei uns Frauen das Verfallsdatum überschritten sei und noch hinterher schob, wenn man genug Geld hat, könne man sich auch junge Dinger leisten. Der schlagfertige Spruch von Gudrun damals dazu: „Ja, kann schon sein, aber es soll Typen geben, die sind so häßlich, dass sogar der Blindenhund knurrt.“ Jeder wußte wer gemeint war. Unsere Männer schauten betreten und wir Frauen konnten nur zustimmend nicken. Heini war von einem Adonis Lichtjahre entfernt und war offensichtlich nicht unbedingt ein Sympathieträger.

Über Jahre haben wir jedoch Heini immer wieder getroffen. So komisch, wie es sich anhört, Gudrun hat ihn irgendwie gezähmt. Die anderen meinten, Heini hat Angst vor Gudrun. Doch war Gudrun mal nicht dabei, hat er sich immer erkundigt wo sie sei. „Heini, der Alptraum meiner schlaflosen Nächte“ war immer Gudruns Begrüßung. Zu allem Überfluss hat sie ihn sogar umarmt. Als ich sie mal fragte: „sag mal merkt der eigentlich gar nicht, dass du ihn veräppelst?“ war ihre Antwort: „Ach der tut mir leid, der sieht aus, als hätte er nicht viel Freude im Leben gehabt, der ist einsam und deswegen so grantig.“ Kann ja sein, mein soziales Verständnis wurde damit nicht geweckt.

Trotzdem gingen Gudrun, Paul, Dirk, Wolfgang und ich zu seiner Beisetzung. Es war nur der Wirt seiner Stammkneipe und sein Neffe da. Ein sehr sympathischer junger Mann, der mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern in Kiel lebt. Er erzählte uns, dass Heini über Jahre seine Mutter (also seine Großmutter) gepflegt habe. Er habe jede Hilfe abgelehnt und durch seine Art immer wieder ihn und seine Frau vor den Kopf gestoßen. Seine Anrufe und die Bitte, mit seinen Kindern mal die Uroma besuchen zu dürfen, seien immer barsch abgelehnt worden. Irgendwann hätten sie sich eben nur auf ihre eigenen Probleme konzentriert. Es sei arbeitslos und hätte aufgeatmet, als er gehört hat, dass Heini für die Beerdigungskosten gesorgt hat. Es ist schade, dass alles so gelaufen sei, aber er, als einzige Erbe, würde jetzt ein Haus in Laboe erben. Somit hätte ihm sein Onkel doch noch was Gutes hinterlassen und er könnte jetzt in Laboe einen Neuanfang mit seiner Familie starten.

Gudrun hat ein Schreiben von einem Notar aus Kiel bekommen in dem sie zu Heinis Testamentseröffnung gebeten wurde.

Sie kam völlig verändert wieder. So im Nachhinein betrachtet „traurig geschockt“. Der unsensible Kommentar von Paul: „Na, hat dir der Alptraum deiner schlaflosen Nächte ein paar Pfandflaschen und Pornohefte hinterlassen?“ Was sie daraufhin ihrem Mann erwiderte, möchte ich hier nicht wiederholen. Sie teilte nur mit, dass Heini ihr einen netten Brief hinterlassen hat und einen sehr schönen Ring.

„EINEN NETTEN BRIEF“ Gudrun hat mir diesen Brief gezeigt. Wir haben beide Rotz und Wasser geheult. Gudrun schluchzte: „da mußte erst so alt werden um so einen Brief zu bekommen“ Ein Brief, der so viel über einen Heini aussagt, den wir nie so gekannt haben. Nur so viel, er habe in Gudrun den einzigen Menschen in seinem Leben kennen gelernt, der ihm das Gefühl gegeben hat, dass er etwas wert sei.

Das war aber noch nicht alles. Geschockt war nicht nur Gudrun, sondern auch der Neffe von Heini, als der Notar mitteilte, dass sie die Erbin des Hauses in Laboe ist. Zu Gunsten des Neffen, hat sie auf das Erbe verzichtet. Das sei noch die dunkle Seite von Heini gewesen und nicht gerecht. Die Heulerei hörte nicht auf. Als der Neffe mit Frau und Kinder und einem riesigen Blumenstrauß bei uns vor der Tür stand, ging es wieder los. „Wo immer noch eine Restenergie von Heini ist, er hat es zumindest geschafft, alle zum Heulen zu bringen und Gudrun mit einem Heiligenschein zu versehen“, so der Kommentar von ihrem Mann Paul. Trotzdem war Paul anzumerken, wie stolz er auf seine Gudrun ist.

Jetzt kommt evtl. das Argument: Wenn man genug hat, ist es natürlich einfacher großzügig zu verzichten. Ja, ist das so?? Meistens ist die Gier größer, auch bei denjenigen, die schon genug haben. Kann bestimmt jeder nachvollziehen der Erbstreitereien am Hals hat. Wir haben unser Leben (unsere WG) so eingerichtet, dass wir alle gut klar kommen. Gegen einen zusätzlichen Geldsegen hätten Gudrun und Paul sicherlich nichts einzuwenden gehabt, jedoch nicht unter diesen Umständen.

Auch wenn der ein oder andere vielleicht gedacht hat, so ein bißchen hätte sie da doch noch rausholen können. Es hat keiner etwas gesagt. Sie hat mit ihrem Entschluss auf alles zu verzichten viel an unbezahlbare Achtung gewonnen.

So, jetzt habe ich euch wieder genug vollgesabbelt.

Liebe herzliche Grüße aus Laboe und bleibt gesund

 

 

Wie alles anfing und wie wir ticken, könnt ihr hier auf meinem Blog lesen oder in meinem Buch (bißchen Werbung muss sein „Die fidele Alten-WG in Laboe“)

Wenn es garantiert klappen soll mit der WG ist eine Rückzugsmöglichkeit, das heißt eine eigene Wohneinheit, auf alle Fälle erforderlich. Wie ihr selber wisst, besitzt man in jungen Jahren noch eine gewisse Flexibilität und läßt sich eher auf etwas Neues ein. Später jedoch: Nöö, da gehe ich nicht hin, ich weiß wie das abläuft. Früher als die noch die Palette Frikadellen auf dem Tisch hatten, Pappteller und Bierkästen gestapelt in der Kochnische standen, war das ja ok, aber heute schrauben die sich da einen raus mit ihrem Buffet und der Deko, dass man sich nur noch vollfressen kann und dann schnell die Kurve kratzt, damit man den Spätfilm im Ersten noch sehen kann. Oder, das Geschwafel von den Kindern, die ja so prima sind und oft kommen. Dabei frischen die mit ihren regelmäßigen Besuchen meistens ihre Haushaltskasse auf.  Ich bleib zuhause, da weiß ich was ich habe. Oder, nach 20 Uhr brauch hier keiner mehr aufkreuzen, da liege ich mit Decke auf dem Sofa.

Bevor jetzt einer feststellt, bei uns ist das nicht so. Glaube ich – bei uns war es aber so!!!

Es gibt sicherlich andere Dinge, die euch auf den Geist gehen, Freunde, die man mag, die aber einen Putzfimmel haben, die keine Hunde oder Katzen mögen und fragen, haste dir die Hände gewaschen, du hast deinen Hund angefasst, die geizig sind, die einen vollquasseln (so wie ich ha, ha, ha), die rechthaberisch sind, die immer gleich den Weltuntergang sehen usw.

Ja so verschieden und dann soll das funktionieren in einer WG. Ja, das klappt, solange jeder die Möglichkeit hat, sich mit seinem Wahn zurückziehen zu können.

Liebe Leser, warum soll die WG am Meer, in den Bergen, an einem schönen See, in einer Großstadt oder überhaupt auf dem Lande immer nur ein Traum bleiben. Beizeiten Pläne machen und mit Gleichgesinnten und ihren Ticks das Projekt angehen, dann wird es auch was.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

Die fidele Alten-WG aus Laboe

 

 

 

 

Ja, ja, ja es klappt wirklich liebe Leser. Wie an jeder funktionierenden Beziehung müssen wir auch immer wieder an unserem Zusammenleben arbeiten. Am meisten auf den Keks gehen mir allerdings die Meckerköppe und Schwarzseher, da wird meine Toleranzgrenze oft arg strapaziert. So nach dem Motto: ach, das kommt für mich nicht infrage, meistens passen die Leute nicht zusammen oder überhaupt die Richtigen zu finden ist schwer. Ist doch ok, dann wartet doch einfach ab. Es gibt auch nette Altenheime (das ist nicht ironisch gemeint) da kann man dann unter Umständen Leute treffen, die zu einem passen.  Ich bin mit einem Meckerkopp und Schwarzseher verheiratet. Wäre es nach ihm gegangen, säßen wir heute noch in unserem Reihenhaus und ich könnte meine Motivationsschübe bei meinem Mann ausleben. Noch heute Morgen schaut er aus unserer Wohneinheit in den Innenhof. Unser Holger absolviert da regelmäßig seine Taichi-Übungen. Mein Mann: „Guck mal Spatzel, der Spinner macht da wieder seine Verrenkungen, fließen muss alles, haaa das ich nicht lache und wie der in die Knie geht, sieht aus, als wenn der die Hose voll hat.“

Wenn jetzt aber einer glaubt, mein Mann und Holger kämen nicht miteinander aus. Dem ist nicht so. Sie haben eben ein anderes Verhältnis und auch einen anderen Umgangston. Bei unserem Paul und meinem Mann sieht es schon etwas anders aus. Wenn Paul bei uns aufkreuzt und meinen Mann begrüßt mit: „So Alter krieg mal den Arsch hoch, dein Köter muss auch an die Luft,“ findet mein Mann das ganz ok und setzt sich grinsend in Bewegung. Auf dem Rückweg wird dann auch schon mal ein kleiner Zwischenstopp in ihrer Stammkneipe eingelegt. Das alles hätte mein geliebter Meckerkopp nicht in unserem vorherigen Leben gehabt. Solche flapsigen Aufforderungen hätte ich mir auch schenken können. Er hätte garantiert nicht gegrinst. Unser Dirk, der Mann von Susanne wurde anfangs auch oft zur Strandwanderung aufgefordert. Nachdem Paul und Wolfgang jedoch Dirk ein paar mal etwas sehr abgefüllt wieder bei Susanne abgeliefert haben, hat sich das schnell erledigt. Schließlich mögen wir auch Susanne. Dirk und Susanne unternehmen sehr viel alleine. Genauso wie Maren und Holger. Wie Ihr seht, sind wir sehr unterschiedlich und haben demzufolge auch nicht immer die gleichen Interessen. Trotzdem sind wir schon einige Jahre eine Gemeinschaft. In Amerika sagt man schnell auch zu Freunden „love you“. Das kommt in Deutschland nicht so häufig vor, zumindest nicht in unserer Generation, jedoch können wir nach unseren gemeinsamen WG-Jahren sagen, wir 8, achten und lieben uns.

Also liebe Leser, wie ich das bisher auf meiner Seite feststellen konnte, stehen hier sehr viele liebenswerte Menschen in den Startlöchern, die nur darauf warten entweder so eine WG wie wir sie haben oder eine ähnliche zu gründen.

Einen guten Start in die neue Woche und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG in Laboe

 

 

Liebe Leser in unserer WG sind wir 4 Paare und leben an der Ostsee, unsere Renten liegen so um die 1.000 Euro, wir sind zwischen 65 und 75, bewohnen in unserer WG alle eine eigene Wohneinheit und leisten uns zusammen eine Haushälterin. Wir sind, bis auf kleine altersbedingte Wehwehchen, fit. Wenn unser Paul dazu befragt wird, wählt er immer die Kurzform: „Es ist noch keiner gaga und wenn, kann es nur besser werden“. Na ja, jemand der schon in jungen Jahren etwas aus dem Ruder gelaufen ist, so wie unser Paul, ist meistens im Alter für den Rest der Truppe immer wieder eine amüsante Herausforderung.

Um nachzuvollziehen wie wir ticken, berichte ich hier teilweise über sehr persönliche Dinge liebe Leser, da werden Sie sicherlich verstehen, dass ich keine Fotos oder Filmchen ins Netz stellen kann. Würde ich das machen, hätten wir in unserer WG den ersten Todesfall (kleiner Scherz am Rande).

Kaum auszudenken, wenn mein Mann im Bäckerladen angequatscht wird: „sind Sie nicht der Wolfgang aus der WG“ und dann auch noch mit guten Ratschlägen oder kritischen Bemerkungen konfrontiert wird.

Oder Dirk, der glaubt seinen Alkoholkonsum unter Kontrolle zu haben, jedoch nach ein paar Bierchen im Lokal bedenklich gemustert wird.

Unsere elegante Maren von irgendeinem Fremden gefragt wird, wie geht es ihrem Bruder, hat der sein Drogenproblem jetzt im Griff.

Oder Gudrun, wenn sie im Cafe zum Apfelkuchen eine doppelte Portion Sahne bestellt, aus irgendeiner Ecke belustigt zu hören bekommt, na heute keine Diät oder hat Änne heute nicht gekocht, ha, ha, ha

Oder ich: „Ist ja alles gut und schön was sie sich da zusammenschreiben, aber finden sie das gut, wie sie regelmäßig ihre WG-Mitglieder hier in die Pfanne hauen“

Boo, kaum auszudenken. Das ist dann nicht mehr witzig. Also beschränke ich mich auf meine kleinen Geschichten. Ihre nötige Phantasie, wie wir aussehen, setze ich einfach mal voraus.

Diese Seite sollte auch nur eine Motivationsseite sein, selber so eine WG zu gründen.

Wenn Sie mein Buch (bißchen Werbung muß sein: Die fidele Alten-WG in Laboe) gelesen haben oder meine Geschichten im Blog verfolgen, konnten Sie sicherlich feststellen, dass wir kein langweiliger Haufen sind, die sich aus Angst vor dem Alter oder Einsamkeit zusammengeschlossen haben. So nach dem Motto. Ach, jetzt haben wir ein schönes beschauliches Leben, das lassen wir uns durch andere nicht versauen. Aber später, was ist dann? Sollen wir uns das antun oder einfach nur abwarten?

Nee, es ist die Bereicherung pur. Früher war ich eigentlich, mit kleinen Ausnahmen, ein typischer Kulturbanause. Ich war zwar mit Mann, Kinder, Hunde, Haus und Garten, Rouladen und Napfkuchen meistens zufrieden, doch jetzt entdecken mein Mann und ich, dank unserer Mitbewohner, was es heißt, ab und zu seinen Horizont zu erweitern mit einer Ausstellung oder Theaterbesuchen oder einfach nur um Spaß zu haben. Dazu gehört ein Abend mit Volker Pispers, ein Kinobesuch mit Popkorn und „Fack ju Göhte“ oder ein Rockkonzert der Rolling Stones. Hätte ich meinen Mann alleine dazu aufgefordert: „Ach, weißt du, so richtig ist das glaube ich nichts für mich, wenn die meinen mit ihren 70 Lenzen noch auf der Bühne herumspringen zu müssen, sollen sie.“ Bei ihm wäre dann die Parkplatzsuche schon eine echte Herausforderung und eine Hotelübernachtung käme aus Kostengründen schon gar nicht infrage. Paul und Gudrun sind mitgefahren. Wir hatten einen tollen Abend und einen super Platz (war ein Geschenk unserer Söhne). Paul und mein Mann waren in so guter ausgelassener Stimmung, dass wir uns fragten, ob die ein anderes Bier hatten als wir. Von Gudrun habe ich dann später erfahren, dass die beiden sich vor dem Konzert einen Joint genehmigt hatten. Immer wenn mein Mann heute etwas stinkig darauf ist, frage ich ihn: „wie wäre es mit etwas Gras“ Kommt auch nicht gut !!! Als meine kleine Enkelin diesen Kommentar mal mitbekommen hatte und ihrem Vater ganz unbefangen mitteilte: „Oma ist witzig. die fragt Opa, ob er Gras will.“ Anschließend konnte ich mir dann von meinem Sohn anhören, dass ich mir in Gegenwart seiner Tochter solche Kommentare verkneifen sollte. Recht hat er ja der Junge. Das schadenfrohe Grinsen meines Mannes passte mir jedoch nicht.

Alle diese Dinge lassen uns wieder im Geiste jung und teilweise ausgelassen (auch ohne Gras) sein. Probieren Sie es einfach aus liebe Leser. Schon allein Ihr Interesse für diese Seite zeigt, dass es für Sie infrage kommen könnte. Einige haben schon ihre Bereitschaft signalisiert. Wege, sich erst mal kennen zu lernen, gibt es genug.

Liebe Grüße und bleiben Sie gesund

 

Nein, so eine Wohngemeinschaft mit lauter fremden Leuten ist nichts für mich. Was ist wenn einer Geld hat, der andere nichts. Was ist wenn einer dement wird. Was ist mit meinem Haustier. Wie sieht es mit Sex aus.

Zunächst einmal, ich berichte hier von unserer Wohngemeinschaft mit eigener Wohneinheit und Personal und nicht von irgendeinem Altenheim auf dem diese Beschreibung exakt zutrifft.

Fangen wir mal beim Sex an. Es gibt sehr viele alleinstehende ältere Menschen, die gerne wieder eine Partnerschaft eingehen möchten. Aber wie und wo finde ich in meinem Alter jemanden der zu mir passt. Ganz unverfänglich ist es da, aus effizienten Erwägungen heraus, eine Wohngemeinschaft anzubieten und zunächst einmal jemanden über diese Schiene kennen zu lernen. Der Hinterkopfgedanke „wie, die oder der Olle wollen   n o c h   Sex“ (gut erst mal nicht) besteht zunächst nicht.

Gerade, das war bei uns in den vergangenen Tagen ein Thema. Holgers Freund Dieter, der in einer Wohngemeinschaft mit Monika, Josef und Gudrun lebt hat berichtet, dass Gudrun und er jetzt ein Paar sind. Beide sind fast 70 und total verliebt. Wie Sie sich erinnern, haben die vier ein Haus in der Nähe von Cuxhaven gemietet. Die Schafe werden wohl doch nicht mehr angeschafft, jedoch haben Dieter und Josef einen Hühnerstall gebaut. Mittlerweile läuft die Produktion so gut, dass Dieter mit seinem alten VW-Bus einige Freunde mit den Eiern beliefert. Gudrun hat ihn einige Male begleitet. Unterschiedlicher kann man/frau gar nicht sein wie die zwei. Gudrun hatte eine führende Position bei einer Bank in München und jetzt eine sehr gute Rente. Dieter ist Künstler, lebt von der Grundsicherung und verkauft ab und zu ein Bild. Glauben Sie allen ernstes, die beiden hätten sich über eine Partnervermittlung kennen lernen können. Anfangs hatten sogar die beiden die größten Bedenken mit dem jeweils anderen eine WG einzugehen. Sie, die es gewohnt war in Designer-Outfits Kommandos zu verteilen. Er, dem Klamotten nicht so wichtig waren, der lieber mal einen Joint raucht und die Dinge schon immer etwas gelassener sah. Die anderen beiden WG-Mitglieder Monika und Josef amüsiert die späte Verliebtheit der beiden. Ist auch kaum anzunehmen, dass die beiden ihren Sex im Hühnerstall oder VW-Bus ausleben (na ja, warum nicht – kleiner Scherz am Rande). Letzte Woche haben die beiden von ihrer Eiertuor einen Border Collie Welpen mitgebracht und den anderen beiden erzählt, da ihre Beziehung Gott sei Dank kinderlos bleiben wird hätten sie sich trotzdem etwas gemeinsames angeschafft. Der Katze von Monika hat das erst wohl nicht so gepasst, aber nachdem sie dem Kleinen ein paar mal eine getafelt hat, hätte der auch gemerkt, dass die nicht unbedingt mit ihm spielen will und tobt jetzt mit Dieters Hund.

Was ist wenn einer oder ich dement werde. Ja liebe Leute, die Frage stellt sich leider überall. Ob alleine, im Altenheim oder in einer WG. Bin ich alleine, werde ich im Altenheim landen oder von einem gestressten Anverwandten betreut. In einer WG kann man diesen Fall im Vorfeld abklären. Wir haben unsere Änne, die von uns acht bezahlt wird (daher günstiger, als wenn jeder in seinen eigenen 4 Wänden eine Hilfe bezahlen muss) und den örtlichen Pflegedienst. Sind wir irgendwann alle dement, bekommen wir eine Pflegestufe und unsere Kinder organisieren unser eigenes Altenheim in einem Umfeld, welches über Jahre zu unserer neuen Heimat geworden ist. Ein Platz im Altenheim kostet bis zu 4.500 Euro. Unsere Kinder bekommen das sicherlich günstiger hin als irgendein kommerzieller Verein.

Ja liebe Leser wie heißt es so schön. Eines Tages werden wir sterben aber alle anderen Tage werden wir leben.

Ihnen noch eine entspannte Woche und sehen Sie Ihre Zukunft gesund und positiv oder noch ein Spruch: „Jedes Alter hat seine Melodie“

Ihre fidele WG in Laboe