„Die ticken jetzt wohl ganz aus“, war der Kommentar meines Mannes zur Postkarte der Cuxhaven-WG. Ihr erinnert euch. Monika (aus Oldenburg – Witwe 5 Kinder sehr wenig Rente und die Schwester von Gertrud), Gertrud aus München, sehr gute Rente, Josef aus München, der ehemalige Arbeitskollege von Gertrud und Dieter aus Oldenburg (Künstler in jeder Beziehung) haben sich zu einer WG zusammengeschlossen und ein großes Haus mit sehr viel Land in Cuxhaven gemietet.

Die Postkarte aus Nevada – Las Vegas – kam gestern an. Wie Holger (Freund von Dieter) uns berichtet, hat Gertrud ihre Eigentumswohnung in München sehr gut verkaufen können und alle zu einem Trip nach Las Vegas eingeladen.

Gudrun war begeistert: „Boo, das wäre auch was für mich und dann anschließend 4 Wochen Urlaub in so einer Luxusvilla direkt am Strand. Dann könnte man mit seiner Kaffeetasse direkt am Strand entlang laufen. Paul verdrehte nur die Augen: „Menschenskind, Strand haste hier auch und irgendeine Kaffeetasse kannste auch mitnehmen.

Mein Mann konnte es gar nicht nachvollziehen, dass man so „durchticken“ kann. Susanne fand an Las Vegas die Hochzeitskapellen so faszinierend. Paul: „siehste, so raffiniert sind die Weiber, diese Gertrud wollte nur den Dieter dahin locken, damit sie auch mal unter die Haube kommt.“ Von meinem Mann kam nur lachend: „Genau, erst darf er ein bißchen spielen und dann ab in die Hochzeitskapelle, vielleicht hat sie ihn ja vorher noch abgefüllt, ha, ha,ha.“ Alle unsere männlichen Mitbewohner fanden wieder mal ihre Bestätigung und wenn es sich nur in einem breiten Grinsen ausdrückte.

Das war mal wieder so typisch. Offensichtlich ist es in unserer Generation noch nicht so richtig angekommen. Die Herren der Schöpfung sehen sich immer noch als Hauptgewinn. Nicht zu fassen!!!

Es war nur eine Postkarte aber es gab jeder seinen Senf dazu. Etwas amüsanter Krieg der Geschlechter aber eben auch unterhaltsam. Hätten wir damals zu zweit (mein Mann und ich) so eine Karte bekommen, hätte er nur gesagt: „die ticken“, ich dann: „du bist ja nur neidisch“ und schon wäre erst mal wieder Funkstille gewesen. Heute können wir uns in trauter Gemeinsamkeit alle, wie sagt man so schön: Das Maul zerreißen und jeder bekommt so nebenbei sein Fett weg. Es gibt natürlich auch immer welche (meistens unsere Männer) die schon mal beleidigt sind, jedoch das hält nicht lange. Das zählt zu den positiven Eigenschaften der männlichen Spezies.

Im September wollten sie ein kleines Fest in ihrer WG in Cuxhaven geben. Wir sind alle 8 eingeladen.

So liebe Leute ihr könnt hier in vielen kleinen oder großen Geschichten lesen wie wir leben und was für Typen wir sind. Wäre schon schön, wenn man dazu auch die passenden Gesichter sehen könnte. Jedoch ich berichte hier sehr persönliche Dinge, da ist es nicht förderlich bekannt zu sein. Dass wir auch Sch….tage haben oder gesundheitlich auch nicht immer alles so prima läuft, kann jeder nachvollziehen. Trotzdem,  diese Seite – dieser Blog –  soll Mut machen auf Lebensveränderungen, daher berichte ich meistens amüsante Dinge die eine positive Richtung vorgeben.

Noch einen schönen Spruch zum Abschluß: „Was du hast, vergeht, was du bist, lebt weiter, jenseits von Raum und Zeit.“

Euch noch eine schöne Zeit und bleibt gesund Eure fidele Alten-WG aus Laboe

Eröffnungszeilen für die Neuen: Wir sind eine 8 Freunde-WG – Rente so um die 1.000 Euro – leben an der Ostsee – leisten uns eine Haushälterin und ganz wichtig, damit wir uns nicht ständig auf den Keks gehen, mit eigener Wohneinheit. Wie alles anfing und wie wir ticken, könnt ihr hier auf meinem Blog lesen oder in meinem Buch – bißchen Werbung muss sein: „Die fidele Alten-WG in Laboe“ gibt es in jeder Buchhandlung (E-Book für 4,90 Euro)

Geiz ist geil. Eigentlich nicht wirklich. So ein Knickstiefel, Pfennigfuchser oder jemanden, der einen Igel in der Tasche hat, schwirrt in jeden Bekannten- oder Freundeskreis herum. Mein Mann und Paul der Mann von Gudrun sind in unserer WG unsere Geizhälse.  Um aber auch hier mal zunächst die Vorteile zu sehen. Als wir die vertraglichen Regelungen in großer Runde (unsere erwachsenen Kinder gehörten auch dazu) besprachen, waren die beiden Pfennigfuchser (Centfuchser?) eine große Hilfe. Wo die Anderen Großzügigkeit zeigten, so nach dem Motto, ach das Gehalt von der zukünftigen Haushälterin können wir immer noch später irgendwie regeln oder wenn wir Besucher haben und die in unserer Großküche mitessen wollen – die kriegen wir schon satt, das sei kein Thema!!! Für unsere beiden Männer schon. Vieles was wir damals als kleinlich oder geizig empfanden, ist heute für viele eine Selbstverständlichkeit, da es beizeiten so festgelegt wurde und alle damit einverstanden waren.

Wie sagt Paul immer. Es läuft bei uns wie in der Kantine der Rentenstelle. Anfang der Woche erstellt Änne – unsere Haushälterin – den Essen-Plan für die Woche. Es wird sich angemeldet und ihr glaubt es nicht, wir haben sogar Essenmarken, tatsächlich, ha ha ha. Der Beitrag pro Essenmarke wird jedes Jahr neu festgelegt. Unsere beiden Söhne mit Frauen und Enkelkind waren da und mein Mann meinte: „Du kannst doch bei uns (in unserer Wohneinheit) Spagetti mit Tomatensoße für alle machen, die haben die Kinder doch immer gerne gegessen.“ Ich fass es nicht, als unsere Söhne sagten, sie wollten wohl die Essenmarken bezahlen, platzte mir fast der Kragen.

Gudrun hatte letzte Woche eine Peinlichkeit mit ihrem Paul. Paul holt fast jeden Morgen für die gesamte Mannschaft Brötchen. Es ergab sich aber, dass Gudrun,  an dem Morgen mit ihm zusammen den Bäckerladen aufsuchte. Als Paar waren die beiden wohl in dem Laden nicht bekannt. Paul stand bei den Zeitschriften und studierte in aller Ruhe die Bildzeitung. Gudrun bekam mit, wie die beiden Verkäuferinnen sich vielsagende Blicke zuwarfen und eine der anderen zuzischte: „Guck da steht der wieder und liest die Bild“. Als Gudrun ihre Bestellung aufgeben konnte sagte sie: “ 20 Brötchen und die Bildzeitung, die mein Mann da gerade liest.“ Die beiden Verkäuferinnen schauten etwas konsterniert. Paul hatte offensichtlich das System, so lange alle mit ihren Einkäufen vorzulassen bis er die wichtigsten Dinge in der Bild gelesen hatte. Gudrun hat ihm jetzt die Tour versaut, jetzt müßte er die Bildzeitung immer kaufen, stellte er später vor dem Laden fest. Gudrun wollte auf alle Fälle nie wieder mit Paul morgens Brötchen holen.

Wenn wir an einem schönen Sommerabend zu später Stunde die Heizstrahler im Innenhof anmachen wollen, sind es meistens Paul und mein Ehegespann, die dafür sind, dass sich doch jeder eine dicke Jacke oder Decke holen sollte. Das sei auch gemütlich. Die Heizstrahler haben Maren und Holger gesponsert und nicht gerade zur Freude unserer beiden Männer, da sie angeblich viel Strom ziehen würden, der ja von allen bezahlt wird. Irgendwelche Querelen gibt es immer. Das Gute ist, dass wir jetzt 8 sind. Man könnte meinen, bei 8 Personen ist die Streitfähigkeit erhöht. Nein, eben nicht. Früher habe ich mich in Streitigkeiten mit meinem Mann immer etwas hereingesteigert.  Heute hake ich das viel schneller ab. Wir verstehen uns sogar besser. Als die Kinder aus dem Haus waren haben wir uns sehr aufeinander konzentriert. Menschenskind wie wichtig war es für mich, dass er mal Laub fegt oder sich mal um das Unkraut kümmert. Habe sogar darauf  geachtet, was der Herr für ein Gesicht zog. Haushalt war für ihn unsichtbar. Er sah nur, dass ich schon wieder auf dem Sofa saß und wovon ich denn schon wieder so fertig sei, dass konnte er gar nicht nachvollziehen. Gudrun hatte mit ihrem Paul in der Vergangenheit wohl ähnliche Erfahrungen gemacht. So komisch es sich anhört. Heute können wir beide diesen Eigenarten unserer Männer etwas komisches abgewinnen, sind entspannter und wie mein Mann schon festgestellt hat „weniger keifig“ (vielen Dank auch).

Dazu gibt etwas passendes. Können wahrscheinlich nur die Mädels darüber lachen.

Ein Mann hat das Buch „Der Herr im Haus“ gelesen. Er rennt in die Küche und eröffnet seiner Frau:“ Ab heute bin ich der Herr im Haus und es weht hier ein anderer Wind. Du wirst mir das beste Essen zubereiten, der Sex wird so sein wie ich das will, anschließend eine Massage, ein Entspannungsbad und eine Fußmassage und rate mal wer mich morgen früh anzieht und mir die Haare kämmt?“ Darauf seine Frau: Ein Angestellter vom Beerdigungsinstitut?

So liebe Leute – immer positiv denken !!!

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

 

Alles gut und schön mit der WG aber wie und wo finde ich die passenden Interessenten. Hier im Internet bestimmt nicht!!! Hallo gehts noch!!! Alle, die sich z.B. hier auf dieser Seite tummeln sind doch schon mal Interessenten, die über den Tellerrand schauen.

Rita Feibel war auf dieser Seite und hat es angepackt. Sie hat eine Gruppe gegründet „Alten-Ranch“Diese Gruppe (schon 157 Mitglieder) ist für alle Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen in 5-6 Jahren ein gemeinsames Wohnprojekt zu starten. Geplant werden soll ein Projekt, in dem die Bewohner unter Umständen auch 4 Beine haben. Angedacht ist, eigene Wohnungen in einem großen gemeinsamen Bereich zu haben. Alles kann- nichts muss. Platz für Kreativität und Austausch, Raum für Individualität und Freude an Gemeinsamkeiten wären ein guter Grundstein.

Gerade über das Internet kann man Gemeinsamkeiten abklären. Nehmen wir mal den Urlaubsort. Einige fahren seit Jahren immer wieder an die Ostsee (so wie wir das gemacht haben), an die Nordsee, zum Bodensee, in die Lüneburger Heide, nach Spanien, Italien, Frankreich oder was weiß ich wohin. Und schon gehts los mit der Information und Suche über Facebook, z.B.: „Wir verbringen unseren Urlaub jedes Jahr in Boltenhagen – wer noch – und möchte später evtl. dort wohnen?“

Wie Rita könnte man dann eine Gruppe „Boltenhagen“ gründen, sich dann sogar in Boltenhagen treffen.

Bei uns war eigentlich nur der Urlaubsort die Gemeinsamkeit. Was sich jedoch alles so entwickelt über die Jahre. Bei Paul, dem Mann von Gudrun war mein Mann zunächst nur der Klugscheißer. Mein Mann sah in Paul den ungehobelten Versicherungsheini. Heute, ein Kopp und ein A….Der arrogante Holger ging allen auf den Keks. Dirk liebt es Vorträge zu halten. Susanne und Maren sind im Gegensatz zu Gudrun und meiner Person ganz Liebe. Gudrun hat teilweise eine erschreckend große Klappe, deren Humor dann eigentlich nur von mir geteilt wird. Die Kinder von Paul und Gudrun waren über die Jahre meistens neben der Spur und sind uns allen heute besonders ans Herz gewachsen. Die Kinder von Dirk und Susanne und unsere sind bisher in der vorgegebenen gesellschaftlichen Spur geblieben.

Über Jahre haben wir uns immer wieder in Laboe getroffen. Erst zufällig, dann geplant. Über das Jahr hatten wir ganz wenig Kontakt. Klar, die ersten Pläne entstanden in wein- oder bierseliger Laune an unserem beliebten Urlaubsort. Hätte nicht einer (unser arroganter Holger) endlich die Bagage auf den Pott gesetzt und den Plan vorangetrieben, würden wir wahrscheinlich noch heute etwas angesäuselt von „später machen wir eine WG auf“ faseln.

Wir hatten doch noch etwas gemeinsam. Jeder hatte ein Zuhause und seine Gewohnheiten, was man auf alle Fälle nicht aufgeben wollte: Nee, jetzt geht es mir gut, wer weiß auf was ich mich da einlasse!!! War ein hartes Stück Arbeit, bis man dazu bereit war, zumindest bei meinem Mann und mir.

Ihr kennt das, wir sind leider Optimisten im Kleinen und Pessimisten im Großen – und liegen oft mit beidem falsch. Pessimismus oder Alarmismus ist eine sinnvolle Verhaltensmaxime, wenn man in der Nahrungskette unter dem Säbelzahntiger steht. Heute aber trübt dieses Verhalten oft unser Urteilsvermögen.

Also – wer wagt gewinnt – und – da wohnen, wo andere Urlaub machen – könnte man als abgedroschene Sprüche sehen. Bei uns sind sie Wirklichkeit geworden liebe Freunde.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

 

Bei uns ist „Full House“. Würden wir 8 jetzt im Altersheim sitzen oder im Reihenhaus irgendwo in einem Hamburger Vorort, würden uns die Kinder und Enkel die Bude nicht so einrennen. Ostsee heißt Urlaub. Früher war das bei uns auch so. Jetzt heißt es Zuhause. Alle Besucherzimmer sind belegt. Manchmal ist es schon etwas stressig. Schließlich haben wir uns auch wieder auf bestimmte Rituale eingeschossen. Rituale, auf die wir in unserem „alten Leben“ zunächst so gar nicht verzichten wollten.

Mein Mann war und ist da Spitzenklasse. Es muss alles so sein „wie immer“.  Er fährt jeden Morgen mit Hund und Fahrrad zum Bäcker. Tageszeitung und zwei Brötchen, wie immer!!! Er ist immer ganz stolz, wenn schon alles parat für ihn auf der Theke liegt. Ein Brötchen mehr würde wahrscheinlich auch die Bäckereiverkäuferin aus dem Konzept bringen, ha ha ha. Wir frühstücken auch fast immer alleine und nicht mit den anderen im Haupthaus. Morgens könne er das Gequatsche noch nicht haben. Als Gudrun mal spontan herüberkam, war sein Kommentar nach einem kurzen missmutigen Moin:“wir haben nur zwei Brötchen“. Ich fass es nicht!!! Gudrun ist da ganz gelassen und schlagfertig: „Das macht nix, die ess ich dann, ihr habt ja sicherlich noch Brot.“ Das ließ er dann unkommentiert, als er meinen Blick sah.

Ja, wir sind sehr, sehr unterschiedlich. Manchmal sieht es aus, als hätten wir unsere Männer irgendwie im Griff. Sieht nur so aus!!!

Holger, der Mann von unserer Maren – wird von „fast“ allen geliebt – ist aber trotzdem ein arroganter Sack. Gerade wenn unsere Kinder und Enkelkinder da sind, meint er immer er müßte den großen Organisator heraushängen lassen und fährt zur Höchstform auf. Mit seinen Motivationssprüchen zu seinen Sportprogrammen läßt er den Rest der Truppe oftmals aussehen, als seinen wir ein debiler Verein, der nur auf seine erleuchtenden Erkenntnisse gewartet hat. Wir seinen ein müder, fauler Haufen und müßten mehr für unsere Gesundheit tun. Mal so eine kleine Hunderunde und dann anschließend irgendwo ein dickes Eis verdrücken, wäre nur Pflegefall förderlich und er hätte mit unterschrieben, dass er später keinem den A… abputzen müßte. Holla die Waldfee, da platzte seiner Frau Maren dann doch der Kragen. Unsere Maren, unsere besonnene Lady, von der noch keiner in unserer Runde irgendeine Frechheit oder unpassende Äußerung gehört hat: „Holger, es reicht, halt endlich mal die Schnauze“ knallte so in die Runde, dass es nur mit Gelächter beantwortet werden konnte. Holger war dann zwar beleidigt, das hält sich aber nicht lange. Klar, so gesehen sind die meisten von uns schon bequem. Somit ist es, um die arrogante Socke Holger mal positiv zu sehen, gar nicht so schlecht, wenn er ab und zu mal Dampf macht.

„Diese Rituale“ sind für ein Wohlgefühl unbedingt förderlich. Zugegeben, da kann sich keiner von freisprechen. Die liebgewonnenen Gewohnheiten sind jedoch meines Erachtens die größte Hemmschwelle, um endlich mal aus dem Quark zu kommen. Trotzdem, schon erstaunlich, wie schnell man sich von alten Gewohnheiten verabschieden kann und sich ganz schnell Neue zulegt, an denen dann meistens genauso verbissen festgehalten wird.

Also liebe Freunde planen, freischwimmen von alten Gewohnheiten um sich neue zuzulegen. Nie zuvor wurden die Deutschen so alt und blieben dabei so lange jung. Die Lebenserwartung einer heut 65jährigen liegt bei 86 Jahren. Männer bei durchschnittlich 82,5 Jahren. Wenn es gut läuft, bedeutet das, dass man noch 20 gesunde Jahre vor sich hat, viele sogar deutlich mehr.

Besucht mal heute eine Messe für Rentner. Wo früher Sanitätshäuser Stützstrümpe und Duschgriffe vorstellten, werden heute Polarexpeditionen, Studienreisen nach Asien oder „Mit 60+ auf den Kilimandscharo“ angeboten.

Alles gut und schön, aber bevor es auf den Kilimandscharo geht, erst mal Pläne machen für ein neues bezahlbares Zuhause mit Gleichgesinnten in einer WG –  wie auch immer gestaltet -, denn irgendwann ist die Sturm- und Drangzeit tatsächlich vorbei und dann will man sich gut versorgt wissen. Am besten mit Ritualen und Gewohnheiten in einer liebgewonnenen Umgebung unter Freunden.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund liebe Freunde

 

 

 

Hallo liebe Freunde, warum habt ihr diese Seite angeklickt? mal sehen wie die das da an der Ostsee hinkriegen mit wenig Rente, eigener Wohneinheit und Personal? Ja, hört sich alles super an. Glaubt mir, es war ein langer Weg mit vielen Wenns und Abers. So verschieden wie wir und unsere Vorstellungen von einem Miteinander nun mal sind, haben wir es trotzdem geschafft.

Warum tut man sich das an, ist doch alles super wie es im „alten“ Leben läuft (war der Lieblingsspruch meines Mannes). In kleinen Schritten geht es los. Kennt ihr das, morgens aus dem Bett der erste Gang zur Toilette – die kleinen Schritte, als wenn man auf Eiern läuft !!! Der Gedanke, booo Mädchen bist auch nicht mehr die Jüngste, wie das wohl in 10 Jahren ist!!!  wird schnell verdrängt, da man sich bis zum Frühstück wieder einigermaßen eingerannt hat.

Der Rentenbescheid läßt auch erahnen, dass damit kaum auszukommen ist und das man sich Beizeiten schon mal was einfallen lassen sollte. Da wäre so eine WG mit eigener Wohneinheit vielleicht gar nicht so schlecht. Somit schafft man sich schon eine neue Basis in vertrauter Umgebung. Bei richtiger Organisation kein Altenheim, sondern ein neues Zuhause, wenn man wirklich alt ist und evtl. zum Pflegefall wird.

In jungen Jahren habe ich schon mal meine Single-Freundinnen beneidet. Langer Arbeitstag, zack nach hause auf die couch und relaxen. Es fragt keiner: was gibt es zu essen. Ich weiß, ist auch nicht immer ideal. Es gibt viele, die gerne einen Partner hätten, der einem regelmäßig auf den Geist geht (ha, ha, kleiner Scherz am Rande).

Habe in einer anderen Geschichte berichtet, dass ein Witwer eine Annonce in seinem Ort aufgegeben hat, um eine Alten-WG zu gründen. Er wollte in seinem großen Haus nicht mehr alleine sein. Drei Straßen weiter wohnte eine noch berufstätige Dame, die hat die Annonce gelesen. Die beiden sind zusammengezogen, genießen jetzt erst mal ihre Zweisamkeit und wollen in 5 Jahren so ein ähnliches Projekt ins Auge fassen, wie wir es praktizieren.

Oft kommt das Argument: die Chemie muss stimmen. Klar, nur jeder versteht darunter etwas anderes. Wenn die oder der nicht die gleichen Ansichten vertreten, stimmt die Chemie nicht. Wenn ich da an unseren Holger denke. Bei ihm hat das Wort Meinungsaustausch die Bedeutung: du kommst mit deiner und gehst mit meiner Meinung, ansonsten hast du es einfach nicht kapiert. Mittlerweile lieben wir auch diese arrogante Socke.

Einige Gemeinsamkeiten sollten schon vorhanden sein. Bei uns war es die Vorliebe für Laboe. Manchmal reicht schon eine kleine Anzeige, aufgegeben am aktuellen Wohnort: „möchte in 5 Jahren mein Altersdomizil an die Ostsee verlegen, wer möchte mitmachen“ oder unter www.plusWGs.de eine Anzeige schalten oder so wie Rita Feibel einfach eine neue Gruppe in Facebook gegründet hat „Alten-Ranch“ mit 125 Mitgliedern.

Es gibt so viele Gründe es zu lassen. Manche suchen direkt danach. Mit viel positiver Energie gibt aber auch ganz, ganz viele Gründe den Schritt zu wagen liebe Freunde. Nur Mut!!!

Euch alles Liebe und Gute und bleibt gesund

 

 

 

Sommerferien !!! kaum zu glauben, aber heißt bei unseren Kindern und Enkeln „Ferien bei Mama und Papa oder eben Oma und Opa“

Mein Mann kann es sich nicht verkneifen, jedes mal: „siehste, hab ich es nicht gesagt, die Zimmer da oben sind nur für die Blagen. Ja, ja, ja ein Glück. Selten, dass wir beide morgens schon mit den anderen Frühstücken. Er möchte in Ruhe seine Zeitung lesen und sich nicht vollquatschen lassen. Sobald jedoch Enkel da sind (meistens die von Gudrun und Paul), die immer im Haupthaus frühstücken, sitzt mein Mann auch dazwischen.

Kann mich noch gut an eine Frühstücks-Situation erinnern. Die Enkel von Paul und Gudrun waren ohne ihre Eltern bei Oma und Opa abgeliefert worden. Die Zwillinge wohnten bei Maren und Holger. Die beiden kleinen Mädchen und Jannis bei Gudrun und Paul. Gudrun war schon sehr früh mit Susanne und Dirk nach Kiel gefahren. Als ich in unsere Großküche im Haupthaus kam, bot sich mir folgendes Bild: Die Kinder, die bei Paul übernachtet hatten, saßen teilweise mit Schlafanzug und ungekämmt, die Zwillinge, eigentlich die größten Rabauken, saßen wie aus dem Ei gepellt   (mit Gel in den widerspenstigen Haaren), am Tisch. Änne, unsere Haushälterin, hatte wohl Paul gerade etwas angefegt, der grinste aber nur. So ist er nun mal unser Paul, trotzdem mit Abstand der Liebling von unserer Änne. Wenn er nicht gerade einen akuten Gichtanfall hat, tanzt er auch schon mal mit Änne in unserer großen Küche.

Unsere Maren (Frau von Holger) und Dirk (Mann von Susanne) sind die beiden, die ab und zu unsere Gefühlsebene auffrischen. Maren, die immer wieder zum Literaturabend aufruft, der bis jetzt immer ein voller Erfolg war.

Unser Dirk, wie sagt man so schön: „mach gerne einen“ (oder auch mehr, ha, ha, ha), wenn er einen bestimmten Pegel erreicht hat, sind durchaus tiefgreifende Gespräche angesagt oder auch Tips zum besseren Miteinander. So hat er mal zum Besten gegeben, dass jeder Mensch jeden Tag seinen Mitmenschen ein Geschenk machen könnte in dem er einfach nur ein Lächeln verschenkt. Derjenige lächelt meistens zurück und löst bei beiden ein Wohlgefühl aus. Wir fanden diese Anregung prima, Paul sicherlich auch, aber er mußte wieder los werden: „Latsch mal durch Laboe und grinse jeden an, irgendwann sitzte in der Geschlossenen, dann wird dir schon das Grinsen vergehen.“ Seine Frau Gudrun: „Klar, wenn dich da keiner mehr rausholt mein Stinker“. Mein Mann fand das auch witzig und zum Lachen. Ich nicht, meinen Kommentar: „das kannst du schon mal vergessen, dir müßte man das Lächeln sowieso eintätowieren“, fand er dann nicht mehr so amüsant. Trotzdem ist was angekommen. Kommt schon vor, dass er mich breit angrinst und fragt dann anschließend sofort, ob bei mir jetzt das Wohlgefühl ausgelöst wurde. Booo –  na ja, Humor ist manchmal die beste Lösung.

So machen die kleinen und manchmal auch großen Frechheiten die Runde, doch letzen Endes haben wir uns bisher immer wieder auf die bereichernden Kleinigkeiten und auch großen Vorteile unserer WG besinnen können.

So, jetzt ist gleich mit der ganzen Bande ein ausgedehnter Spaziergang auf dem Förde-Wanderweg bis nach Heikendorf angesagt.

Euch liebe herzliche Grüße einen entspannten Wochenanfang und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG aus Laboe

 

 

Mit zunehmenden Liebreiz ist nicht mehr zu rechnen. Warum auch!!! ab einem gewissen Alter kann man dafür mit ganz anderen Geschützen aufwarten: ungezügeltes Selbstbewusstsein, gepaart mit viel Lebenserfahrung, richtig eingesetzt, läßt so manche Lebensfalte und Speckrolle selbstverständlich werden. Wenn da nicht ab und zu diese Starrsinnigkeit wäre, die man gegen die jugendliche Unbekümmertheit eingetauscht hat.

Das Modell Wohngemeinschaft im Alter mit Freunden oder auch beginnenden Freundschaften, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Was manche da zustande bringen ist schon toll. Ein Besucher meiner Seite teilte mit, dass er vorhat eine WG auf dem Wasser zu gründen, auf Blumenbooten, das sind einfache Hausboote, die sehen eigentlich wie schwimmende Schachteln aus, um auch im Alter noch ein wenig auf Reisen zu gehen und das Häuschen dabei zu haben.

Gudrun erzählte von einer ehemaligen Nachbarin aus Düsseldorf. Der Enkel dieser Nachbarin hatte sich ein WG-Programm für seine Großmutter ausgedacht. In ihrer Straße leben sehr viele ältere Alleinstehende. Teilweise in großen Häusern. Die Kinder sind ausgezogen, wohnen oft weit entfernt und die alten Damen und Herren sind eigentlich schon auf Hilfe angewiesen. Eine beliebte Möglichkeit ist es dann, jemanden ins Haus zu holen, der sich kümmert. Jedoch mit einer kleinen Rente ist das nicht immer bezahlbar. Manche sind zwar „Stein“-reich, bezieht sich dann oft nur auf die in Jahre gekommenen „Steine“ eines alten Hauses.

Der Enkel hat erst den Vorschlag gemacht, dass 4 Rentner in der Nachbarschaft (1 Paar und 2 Witwen) in das größte Haus zusammenziehen und sich eine Haushälterin und auch Pflegerin leisten.  Ja, Holla die Waldfee!!! die Starrsinnigkeit hatte da Hochkonjunktur. Seine Großmutter ist zur Höchstform aufgelaufen. Wenn es darauf ankommt, kann sie noch alles. Sie würde auf keinen Fall bei dem Paar da nebenan einziehen. Dieser Angeber, der immer laut seine klassische Musik hört, der nur in seinem Garten herumhängt und alles beschnibbelt und besäbelt, so dass für Vögel und Eichhörnchen gar nichts mehr übrig bleibt. Der letztes Jahr einen Maulwurf umgebracht hat,  der immer den Dandy macht, wenn jemand an seinem Haus vorbeigeht, seine Frau aber bei jeden Mist anbrüllt – nee, dann würde sie lieber freiwillig in ein Altenheim ziehen. Das Vorhaben hatte sich dann schnell erledigt. Trotzdem hat sich eine Lösung ergeben, mit der sich alle anfreunden konnten.

Die Frau von dem oben beschriebenen Paar hatte einen Unfall und konnte auch nicht mehr so wie sie wollte. Die andere Witwe wurde ein Pflegefall. In ihr Haus ist eine Polin eingezogen. Zusätzlich wurde noch eine Halbtagskraft eingestellt. Die Polin und die Halbtagskraft versorgen jetzt 4 Rentner. Alle können in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und die Kosten werden geteilt. Gudrun hatte mit der Nachbarin (Großmutter des kreativen Enkel) telefoniert, die ihr versicherte, dass jetzt viel mehr los sei und die beiden Frauen sehr, sehr nett sind. Was die kochen würden, sei immer sehr lecker und den Heini von nebenan hätten sie auch im Griff, ha, ha, ha, aber ihr besonderer Stolz sei ihr Enkel, der hätte alles geregelt mit den Kosten und den Kindern der anderen.  Geht doch!!!

Auch hier zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, seinen eigenen Wohnbereich zu haben. Die jungen Alten können noch einen Neuanfang in einer neuen Umgebung wagen, jedoch auch für diejenigen, die das nicht mehr für erstrebenswert halten, ergeben sich praktikable Lösungen, wenn man nur ein wenig seine jugendliche Unbekümmertheit wieder auffrischt.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund Eure fidele Alten-WG

 

 

 

 

Hallo liebe Freunde. Ferienzeit heißt bei uns auf alle Fälle „Enkel-Zeit“. Die Hütte ist wieder voll.

Wir sehen unsere Kinder und Enkelkinder zwar nicht so häufig, doch wenn sie uns besuchen, besteht immer etwas Urlaubsfeeling da wir jetzt an der Ostsee wohnen. Sie profitieren nicht nur von der super Umgebung, sondern auch von uns allen. Es ist für jeden etwas dabei. Über die Jahre haben sich besondere Freundschaften entwickelt, wie zwischen unserem Mitbewohner Holger und unserem Sohn Friedrich. Den beiden geht nie der Gesprächsstoff aus. Darauf ist mein Mann manchmal etwas eifersüchtig. „Was hat der eigentlich immer mit dem Spinner zu quatschen“ ist nur die harmlose Kommentierung, zu der ich lieber nichts sage. Unser Sohn Max teilt mit Timo (Sohn von Paul und Gudrun) die gleiche Humorschiene. Manchmal prusten sie los, ohne dass wir wissen, um was es geht. Beate (die Tochter von Paul und Gudrun) und Jörn (Sohn von Susanne und Dirk) sind sich neuerdings etwas näher gekommen. Beate ist geschieden. Jörn war noch nie verheiratet und hat sich vor einigen Monaten (lt. seiner Mutter Susanne: Gott sei Dank) von seiner Freundin getrennt . Wie die Dinge jetzt stehen, wissen wir nicht. Alles binden sie uns leider auch nicht auf die neugierige Nase. Die Zwillinge Max und Moritz (Enkel von Paul und Gudrun) haben sich schon als 5jährige in unsere Maren verliebt und sie natürlich in die Zwillinge. Die beiden brauchen auch nicht in der Bibliothek schlafen. Sie hatten von Anfang an ein Zimmer in der Wohneinheit von Maren und Holger.

Mein Mann hatte mal wieder was zu meckern: „Der Ort ist voller Touristen, man kann nicht mehr einen entspannten Strandspaziergang machen und unsere Bibliothek ist voller Luftmatratzen und Rucksäcke, da brichste dir den Hals wenn du nicht aufpasst. Mein lieber Meckerkopp, manchmal werde ich aus ihm auch nicht schlau!!! Dabei ist er es, der schon immer am meisten mit der Bande unternommen hat. Unsere Enkelin Julia hat bei ihm die komplette Narrenfreiheit. Unser Sohn Friedrich ist mit einer Italienerin verheiratet. Unsere Enkelin braucht nur zu sagen: Nonno (Opa) und schon springt mein Mann an wie ein Motor: Ja, mein Engelchen was kann Nonno für dich tun. Ich hab es auch mal bei ihm versucht mit:“ Nonnoooo“. Da kam aber nur: „was ist denn jetzt schon wieder“, ha ha, ha. Die Chemie zwischen ihm und Jannis (der Enkel von Gudrun und Paul)  ist auch etwas ganz besonderes. Jannis wollte unbedingt ein paar teure Sportschuhe haben. Sein Opa Paul hat ihm klar gemacht, das man nicht alles haben kann, zumal bei ihm noch 5 weitere Enkel in den Startlöchern stehen und was macht mein Mann, er kauft ihm die Schuhe. Mein Mann ansonsten ein Geizhals (aber nicht bei Kindern) hat sich zwar die berechtigte Standpauke von den anderen angehört, dass hat ihn jedoch offensichtlich herzlich wenig interessiert. Eigentlich, mag ich das an ihm. Wir sind schließlich alle Großeltern. Gr0ßeltern verwöhnen!!! Gudrun hat dazu schon mal eine klare Aussage getroffen: “ Wir ersparen unseren Kindern das Pflegeprogramm für uns, da sollen sie zusehen, dass sie zumindest ihre Blagen auf den richtigen Weg bringen, dann dürften unsere Erziehungsfehler auch keine große Rolle spielen.

So, liebe Freunde soviel mal wieder zu unseren Kindern und Enkeln. Das nächste mal berichte ich von einem Konzept, welches sich ein pfiffiger Enkel für seine Oma ausgedacht hat, damit sie in ihrem Haus wohnen bleiben kann.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

 

 

Bei uns ist das so geregelt, dass Änne unsere Haushälterin, für jede Woche einen Speiseplan erstellt, damit sie auch dementsprechend planen und einkaufen kann. Ergibt es sich, dass sich einer nicht angemeldet hat, ist das für Änne auch kein Problem. Gestern war bei uns Schlemmerabend. Unsere Änne, die uns sonst mit ihren Kochkünsten begeistert, wird dann von uns bewirtet. Ihr Mann Freddy und Tochter Paulina natürlich auch. Susanne macht die besten Spätzle der Welt, dazu hat Paul Pfeffer-Sahne-Gulasch und Salat gemacht. Gudrun als Nachtisch Erdbeercreme. Wie heißt es so schön: mit Sahne kann man nichts verkehrt machen. Vorher gab es einen Cocktail. Damit kennt Dirk sich am besten aus. Es sei nicht viel Alkohol drin, versicherte er uns vorher. Paul: „kann ich mir denken Meister, ich weiß auch wo der geblieben ist, ha, ha, ha“ (immer diese Spitzen). Dirk grinste nur.  Alle versammelt an unserem großen Tisch mit einem super Essen – vorher einen Cocktail – der es meistens doch ganz schön in sich hat – die Stimmung ist perfekt. Ja, liebe Freunde, dass sind die Abende an denen uns allen bewußt wird, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Dass wir nicht in Dauerschleife die ständige Glückseligkeit genießen, konntet ihr schon öfter lesen. Meinen Mann davon zu überzeugen, dass diese WG die Lösung für unser Alter sei, war schon mehr als anstrengend, jedoch der Umzug in die WG, also unser neues Zuhause, war der helle Wahnsinn. Ich freute mich auf neue helle Möbel. Das konnte ich knicken. Bei mir sei die Verschwendungssucht ausgebrochen und wenn das so weiter gehen würde sähe er schwarz, zumal wir nicht wüßten was sonst noch alles auf uns zukommen würde. Mein Mann hatte von seinen Eltern gut erhaltene bayrische Möbel geerbt, die natürlich unbedingt mit mußten. War mir irgendwann egal. Es hätten auch Apfelsinenkisten sein können, Hauptsache es ging in diese WG.  Am liebsten hätte er das ganze Haus eingepackt. Und was für Zeug man nach Jahren noch aus den Ecken kramt.“Oh, schau mal Spatzel, dieser Salzstangenständer, der stand schon bei meinen Eltern immer auf dem Tisch“. „Super Papa, der steht dann jetzt bei mir auf dem Tisch“ war dann nur der trockene Kommentar von unserem Sohn Max, der ihn dann dahin stellte wo die Sachen standen, die unsere Söhne mitnehmen oder auch entsorgen wollten. Ich konnte froh sein, dass unsere Söhne beim aussortieren dabei waren und die ganze Situation etwas entspannten.

Gudrun und Paul gingen alles etwas lockerer an. Ihr Sohn Timo hat ihr Haus übernommen.  Timo mal in netter Runde zur vorgerückten Stunde: „Die Alten haben einfach ihre Koffer gepackt und ich konnte sehen, wo ich mit dem ganzen Schrott bleibe.“ Das ist natürlich maßlos übertrieben, aber Paul und sein Sohn Timo schenken sich da nichts. Gudrun sieht das gelassen. Die beiden sind, wenn es darauf ankommt, für einander da, ansonsten sollen die sich doch anmaulen.

Susanne und Dirk haben einrichtungsmäßig eine Vorliebe für vergoldete Möbel. Auffallend der große vergoldete Buddha auf einem weiß-goldenen Schränkchen. Von unserer Wohneinheit in ihre ist auch gleichzusetzen mit, aus der bayrischen Provinz in den Hinteren Orient. Paul und Gudrun sind ganz normal geschmackvoll gemütlich eingerichtet mit den hellen Möbeln, die ich gerne hätte. Holger und Maren bevorzugen eine schlichte geschmackvolle Eleganz.

So gesehen passen wir nicht zusammen.

Damit nicht ein röhrender Hirsch oder goldene Buddha das Gesamtambiente stört, haben wir es Holger und Maren überlassen, die große Küche, die Bibliothek sowie den Innenhof einzurichten und zu gestalten. Gudrun hat schon mal treffend festgestellt: „Hier residieren Gräfin Maren und Graf Holger und uns Banausen halten sie sich zur Unterhaltung“ Ganz so schlimm ist es zwar nicht, jedoch mit dem Unterhaltungswert könnte das hinkommen.

So liebe Leute, hoffe wir haben wieder etwas Appetit nicht nur aufs Schlemmen sonden auch auf WG-Feeling gemacht.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG in Laboe

 

 

Alles gut und schön so wie ihr lebt, aber bei euch stimmt ja auch der finanzielle Hintergrund. Dürfte allen klar sein, dass das keine Garantie für ein gutes Gelingen so einer WG ist. Um mal beim angeblichen Mammon zu bleiben und ganz platt ausgedrückt, von einem sehr schönen Haus, einen über Jahre liebevoll gepflegten Garten, in einen 60qm-Kasten zu ziehen, der dann allerdings mir gehört, würden dann auch viele als Schritt in die falsche Richtung sehen. Von einer liebevoll eingerichteten 60qm Mietwohnung in München, die so um die 1100 Euro monatlich kostet, in ein großes Haus mit großem Grundstück und 3 weiteren Mitbewohnern in einer tollen Gemeinschaft zu leben, bei der sich die Miete dann für jeden bei 300 Euro einpendelt, dürfte dann, ohne großen finanziellen Hintergrund, der Schritt in die richtige Richtung sein (siehe die von mir beschriebene WG in Cuxhaven).

Ja, es ist was dran, man kann es so schön quatschen wie man will, Geld und Besitz zu haben erleichtert schon so manches. Doch um das mal realistisch zu sehen, wie schnell ist alles weg. Die Generation unserer Eltern und meistens auch noch unsere Generation hat oft noch etwas zu vererben. Damit das Erbe nicht drauf geht, wurden oftmals schon die Eltern bis an die Grenze der Belastbarkeit zuhause gepflegt. Seinen eigenen Kindern will man das ersparen – aber wie, wenn man ein über Jahre abbezahltes Haus oder Wohnung hat und will das nicht von Heimkosten auffressen lassen, die teilweise in den Großstädten bei über 4.000 Euro monatlich liegen.

Als Beispiel: Ihr verkauft euer Haus für 300.000 Euro und investiert 150.000 Euro in ein neues Zuhause so wie wir es haben. Mit den restlichen 150.000 Euro stockt ihr die nächsten 10 Jahre eure Rente mit monatlich 1.250 Euro auf. Jetzt kommt: und danach!!! Antwort: vielleicht gibt es dann schon zusätzliches Pflegegeld oder einfach mit weniger auskommen. Mit zunehmenden Alter dürften die Aktivitäten dann meistens auch nachlassen. Die Wohneinheit kann vererbt werden (ist bei uns vertraglich geregelt wie das ablaufen soll).

Alternativ: Abwarten bis man nicht mehr kann, bis die Kinder nicht mehr können und dann wirklich nur noch das Altenheim übrig bleibt. Das Haus hat wie gesagt einen Wert von 300.000 Euro. Die monatlichen Heimkosten liegen, nach Abzug des evtl. Pflegegeldes, bei ca. 3.000 Euro. Nach 8 Jahren ist das Haus weg, die Kinder werden zur Kasse gebeten oder der Staat zahlt.

Vielleicht für einige eine Milchmädchenrechnung, da es ja immer noch wenn’s und aber’s gibt, jedoch sehr nahe an der Realität.

Wenn ich hier über unsere WG berichte, sind es fast immer positive Dinge. Dass wir hier nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen haben, dürfte allen klar sein.

Susanne und Dirk wurden von ihren Kindern in die WG gedrängt und von ihrem Sohn mit der obigen Rechnung überzeugt. Sie hatten ein richtiges Schmuckkästchen. Der Gedanke, dass ihre Kinder keinerlei Interesse an dem Haus hatten, konnten sie lange nicht begreifen.

Paul und Gudrun haben ihr großes Haus ihrem Sohn überlassen. Der hat dann einen Kredit aufgenommen, damit seine Eltern in unser Laboeprojekt investieren konnten. Ihre Tochter Beate hatte sich gerade getrennt und wollte eigentlich bei der Betreuung ihrer beiden Kinder ihre Eltern mit einplanen. Paul wollte schon einen Rückzieher machen und nicht mehr am Laboeprojekt teilnehmen, um Töchterchen Beate zur Seite zu stehen. Ein Herzinfarkt und seine Frau Gudrun haben ihn dann überzeugt, dass jetzt endlich Schluß ist mit Betreuung. Ihre Kinder haben schon in jungen Jahren für so manchen Sargnagel gesorgt.

Gudrun und ich vermuten, dass für Holger und Maren unsere Kinder und Enkelkinder der Hauptgrund war, mit uns eine WG  einzugehen. Kann schon sein. Bei all unseren Kindern genießen sie den größten Kompetenzbereich.

Bei uns waren es unsere Söhne und ich, die von der Idee sofort begeistert waren. Menschenskind war das ein Kampf. Mein Mann wollte es auf keinen Fall und hatte immer wieder etwas anderes zu meckern. Alle Meinungsverschiedenheiten waren für ihn die Bestätigung, dass alles eine blöde Idee sei, die nicht funktioniert. Es kam soweit, dass ich mit Trennung drohte. Er zog dann großzügig mit. Heute sind er und Paul – wie sagt man so schön – ein Kopf und ein A.. und ich habe in meinem Mann viele Dinge wieder gefunden, die ich schon als verloren gegangen abgehakt hatte.

Ich könnte hier noch einige Dinge und Episoden aufführen, die nicht so prima gelaufen sind liebe Freunde. Doch ich möchte auf dieser Seite bei positiven Aspekten bleiben, die uns und auch Euch Mut und Zuversicht geben, dass das Leben mit über 60 nicht langsam auf das Ende zugeht, sondern dass man/frau durchaus noch mal richtig durchstarten kann. Schließlich sind wir die Generation der Beatles und Rolling Stones (die noch mit über 70 auf der Bühne herumrocken).

In dem Sinne alles Liebe und bleibt gesund