Jetzt denkt ihr bestimmt: Hää, was ist das denn für eine bescheuerte These.

Viele WG-Interessierte sehen das größte Problem in der „richtigen“ Zusammensetzung der WG-Bewohner. Es muss passen, heißt, die Chemie muss stimmen. Da behaupte ich mal ganz ketzerisch, das ist quatsch und dürfte dann, passend gemacht, der langweiligste Lebensabschnitt werden.

Wir acht sind sehr, sehr unterschiedlich, haben jedoch vor Gründung der WG unseren kritischen sozialen Restverstand eingesetzt und erkannt, dass wir unsere über Jahre gepflegten Eigenheiten nur mit klaren Regeln für die Gemeinschaft beibehalten können.

Wir haben in einem großen Kreis – unsere erwachsenen Kinder gehörten dazu – so eine Art Brainstorming (sammeln spontaner Einfälle in einer Arbeitsgruppe) gemacht. Viele kennen das sicherlich aus ihrer beruflichen Tätigkeit. Na, Holla die Waldfee, da ging echt die Post ab!!! da haben sich schon die ersten Ängste, Unsicherheiten und nicht zu erfüllenden Erwartungen gezeigt. Nicht nur bezogen auf Erbregelungen haben unsere Kinder heftig mitgemischt. Der Sohn von Paul und Gudrun z.B. hat seinen Eltern das Haus abgekauft, damit sie in Laboe investieren konnten. Er würde jetzt sein Erbe abbezahlen. Von fehlender Hirnmasse bis undankbares Pack wurde alles aufgearbeitet. Jeder einigermaßen begabte Psychotherapeut hätte hier für Jahre Aufarbeitungsmaterial gefunden.

Die Kinder von Susanne und Dirk sowie unsere beiden Söhne erweckten eher den Eindruck, als seien sie froh uns endlich los zu sein. Ihre Fragen beschränkten sich mehr darauf, wie die Dinge in einem evtl. Pflegefall zu regeln sind. Keine Angst geliebte Brut!!! das war u.a. ein wesentlicher Aspekt diese WG zu gründen. Es wird auch niemand dazu verdonnert einem anderen WG-Mitglied in dem Fall den Allerwertesten abzuputzen.

Paul und mein Mann (unsere liebenswerten Geizhälse) wollten bis zur letzten Kartoffel jeden evtl. auszugebenden Cent geregelt haben. Ihre Einwände und Vorschläge sind, heute betrachtet, im Zusammenleben die wichtigsten. Z.B. wurden Ännes Aufgaben und Gehalt genau festgelegt. Es gibt Essenmarken (wie in einer Kantine). Wichtig!!! – so Paul – damit wenn seine Kinder und 6 Enkel hier einlaufen und den Kühlschrank im Haupthaus leer fressen, die anderen nicht in soziale Konflikte gestürzt werden.

Es muss nicht immer alles erst mal passen. Es gibt viele tolle Mitmenschen, die uns durchaus was bieten können, obwohl wir – ich nehme mich da nicht aus – zunächst erst mal schnell dazu neigen und für uns feststellen: „Der hat aber richtig einen an der Waffel“

Marcel Proust – ein großartiger französischer Schriftsteller – hat, mit wenigen Ausnahmen, seine letzten Jahre fast nur im Bett verbracht, ohne ernsthaft krank zu sein und „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ geschrieben. Liegt im Bett und schreibt darüber 7 Bände. Das hat was  oder?

Michel Houellebecq – sieht aus, als hätte er gerade unter irgendeiner Brücke genächtigt und verhält sich auch sehr provokativ – hat u.a. aber das gr0ßartige Buch „Unterwerfung“ geschrieben.

So gibt es auch Freunde und Bekannte, die auch nach unserem Ermessen nicht richtig ticken, wir uns jedoch gerade zu denen hingezogen fühlen.

Der Weg zu einer funktionierenden WG ist sicherlich kein leichter. Heute kann ich für mich aber sagen, auch wenn diese WG nie zustande gekommen wäre, der Weg dahin war der erlebnissreichste den ich je gegangen bin.

So liebe Freunde wieder Mut zur WG-Bildung gemacht oder „Auf der Suche nach ein bißchen verrückten Freunden?“ Beizeiten ist in dem Fall eine Selbstanalyse auch nicht schlecht ha ha ha

Euch alles Liebe und Gute und viel viel Gesundheit

Eure fidele Alten-WG

 

Hallo liebe Freunde. Wenn Ihr glaubt, dass wir immer zusammen hocken, dem ist nicht so!!! Manchmal hat man auch – wie sagt man so schön – den Pups quer sitzen, dann bleibt einem jedoch seine eigene Wohneinheit. Trotzdem, das Gefühl zu haben, dass man trotzdem nicht alleine ist, hat was. Wir sind 4 Paare, die sich für so eine WG entschieden haben. Das Gefühl der Einsamkeit haben wir 8 vor WG-Bildung nicht unbedingt kennen gelernt. Die Befürchtung, kann ich den anderen meinen Meckerkopp überhaupt zumuten, war bei mir ausgeprägter. Mein Meckerkopp (mein Mann) hat sich jedoch in vielerlei Hinsicht positiv verändert oder ich habe mich verändert – kann auch sein. Auf alle Fälle läuft jetzt vieles besser zwischen uns, zumal ich jetzt täglich mitbekomme, dass die anderen auch ihren geregelten Ärger haben.

Kleinigkeiten, die mich früher auf die Palme gebracht haben, prallen jetzt oftmals ab. Sein Kommentar:“Ach, Oma strickt wieder“, war früher – warum auch immer – eine persönliche Beleidigung für mich. Heute kommt von mir nur: „Ja, ich bin eine Oma und ich stricke zur Entspannung, damit ich Opa aushalte.“

Obwohl, heute muss ich feststellen, dass ich mit meinen selbstgestrickten Socken in unserer WG nicht unbedingt Begeisterungsstürme ausgelöst habe. Für jeden hatte ich ein Paar gestrickt. Eigentlich hätte mir auffallen müssen, dass nur unsere Änne die Dinger trug. Als ich Änne fragte, ob ich ihr noch welche stricken sollte, sagte sie:“Nee, ich hab die jetzt in allen Größen.“ Super!!! Na ja, aufgeben ist nicht.  Jetzt habe ich mich auf Schals eingestellt. Die kommen besser an.

Gestern habe ich mit meinem Strickzeug bei Änne in der Küche gesessen. Susanne, die ansonsten immer auf ihre Figur achtet, kam und sagte: „Habe schon den ganzen Tag den Duft von frischen Waffeln in der Nase“ Ja was glaubt Ihr, was wir gemacht haben??? Mmmm….. innerhalb von Minuten waren die ersten auf dem Teller. Wir haben Gudrun angerufen – Maren war nicht da – und schon hatten wir einen tollen Nachmittag. Mein Mann kam – um zu sehen wo ich denn sei – sehr witzig. Als ich sagte: „Ach, ich hatte schon gehofft, es wird ein schöner Nachmittag und jetzt kommst du“, hat Gudrun (die genauso eine große Klappe hat wie ich) ihm einfach ein Stück frische Waffel in den Mund geschoben und gesagt: „meint sie nicht so.“

Manchmal ist es schon so wie in einer Studenten-WG – nur (lt. Paul) mit alten Köppen und keiner frißt dem anderen den Kühlschrank leer.

Gudrun und Paul waren das letzte Wochenende bei ihren Kindern in Düsseldorf. Ihr Sohn Timo bewohnt jetzt mit seiner Familie ihr ehemaliges Haus. Er hat es seinen Eltern abgekauft, damit sie in Laboe investieren konnten.

Gudrun berichtete, dass von ihren ehemaligen Nachbarn nur noch eine ältere Dame in einem großen Haus wohnt. Ihr Sohn lebt im Ausland und sie sei oft sehr einsam. Sie habe zu Astrid, der Schwiegertochter von Gudrun und Paul gesagt, Astrid solle doch ruhig die Kinder herüberschicken. Die Kinder lassen sich aber nicht schicken. Astrid hat die Dame somit häufiger zum Kaffee eingeladen. Erst hätte sie das als zusätzliche Belastung empfunden, jetzt habe es sich aber so entwickelt, dass sie den Kindern vorliest. Die könne das so gut, dass auch Astrid ganz interessiert zuhört.

In unserer Singel-Gesellschaft sind bestimmt viele, die einsam sind. Auch junge Menschen, die in der Woche ihren Job haben und am Wochenende teilweise mit keinem Menschen ein Wort wechseln.

Zuzugeben, dass man einsam ist, dürfte auch nicht einfach sein. „Was einsam ? haste keine Freunde ? will dich keiner ? biste nicht beliebt ? was haste denn für Macken? sind dann die imaginären Fragen, die einem im Kopf herumschwirren. Mit diesen Gedanken und dann auch noch mit einer bescheidenen Rente dem Alter gelassen entgegen zu sehen, ist kein Quell der Freude.

Also beizeiten an einer WG basteln. Mit Freunden wäre natürlich optimal, jedoch stelle ich täglich fest, dass es sehr, sehr viele Gleichgesinnte gibt, die zu Freunden werden könnten.

Nur Mut, ein gutes Gelingen und die nötige Gesundheit wünsche ich Euch

 

 

 

 

 

 

So liebe Leute. Gestern hatten wir wieder unseren Weiberabend mit unserem Freund Rudi. Rudi kommt meistens etwas angetüdelt. Heißt bei ihm: „zum Lunch habe ich etwas Wein genommen“. Unsere Männer meinen zwar, dass Rudi ohne vorherigen Alkoholkonsum unser Geschnatter schlecht aushalten würde, obwohl er vom anderen Ufer sei. Na ja, die müssen es ja wissen. Rudi kommt immer gerne und im Laufe des Abends sind zumindest Gudrun und ich auch angetüdelt. Der Grund für einen ausgelassenen Abend war der Song von Max Giesinger: wenn sie tanzt ist sie wer anders lässt alles los nur für das Gefühl…….

Solche Songs katapultiert auch die älteste Schraube (Klartext Gudrun) in den 7. Himmel. Wir haben alle mitgesungen (grölen trifft wohl eher zu, na ja so angetütelt waren wir auch wieder nicht). Trotzdem war es Inspiration für so manche Geschichte aus der jugendlichen und nicht mehr ganz so jugendlichen Vergangenheit. Gudrun erzählte, dass ihr Sohn früher kein Problem damit hatte, irgendeine Freundin oder Freund in der häuslichen Gemeinschaft übernachten zu lassen, so nach dem Motto: „kannst bei uns pennen, meine Alten sind locker drauf“. So wie es der Zufall wollte, taperte sie mit ihrem MickyMausSchlafanzug nachts zur Toilette und stieß vor der Toilettentür mit einem blendend aussehenden Adonis zusammen. Ihr Sohn am nächsten Tag:“Boo Mama, Resa hat sich vielleicht erschrocken, als er plötzlich nachts vor dir stand“. „Vielen Dank auch mein Sohn, hätte ich gewußt, dass der bei uns übernachtet, hätte ich mich vorher noch geschminkt.“ Gudrun sagte, ihr Sohn hat das als Scherz aufgefaßt, sie aber nicht, ha, ha, ha

Es wurde noch so manche Peinlichkeit zum Besten gegeben. Im Kopf ist man eben doch meistens jünger als uns die Knochen glauben lassen. Vor allen Dingen, wenn man sich am Tisch aufstützen muss, um überhaupt in die Höhe zu kommen. Wir haben jedoch alle kein Problem damit, diese Tatsache zur Kenntnis zu nehmen und – wenn sie tanzt ist sie wer anders – zu glauben.

Bekanntlich sind solche geselligen Abende unter Freunden immer schön – auch ohne WG – Eine WG ist sicherlich auch nicht gleichbedeutend mit ein lustiger Abend löst den nächsten ab. Es gibt auch mal Stunk. Trotzdem, die Gewissheit, dass wir hier mit Friede,Freude, Eierkuchen und geregeltem Ärger bis zum Schluß bleiben können und nicht in irgendeinem Altenheim enden, hat schon was beruhigendes liebe Freunde. Also zur Nachahmung empfohlen. Wir hoffen, dass wir noch lange gesund bleiben und das wünschen wir euch auch.

Liebe Grüße

Die fidele Alten-WG

 

 

Hallo liebe Leute, da bin ich wieder. Die Schnauze voll haben ist nicht nur eine Redensart. Jeder hat das schon mal. Diejenigen die das nicht haben, sitzen wahrscheinlich mit einem seligen Grinsen in der Geschlossenen.

Ihr erinnert Euch, die Cuxhavener WG hatte uns eingeladen. Wir hatten richtig vermutet, Gertrud und Dieter haben tatsächlich – auf ihre alten Tage – in Las Vegas geheiratet. Alle WG-Mitglieder haben ganz begeistert von Las Vegas berichtet. Wir haben viel gelacht und dann  –   DIESE SCHRECKLICHE NACHRICHT AUS LAS VEGAS –

Einen Tag später rief mich meine Freundin Uschi an, dass ihr drogensüchtiger Sohn mit seiner Freundin in ihrer Abwesenheit die ganze Wohnung nach Geld und Wertsachen durchsucht hat. Ihre Planung eine WG zu gründen, geht zwar schleppend voran, jedoch der Gedanke, dass dieser Sohn sich im Alter mal um sie kümmern sollte, treibt ihr schon jetzt die Schweißperlen auf die Stirn.

So ist es. Die rosa/rote Brille kann einem bei solchen Nachrichten schon mal von der Nase fallen.

Um allem mal wieder eine positive Richtung zu geben.

Es ist gar nicht so einfach nach fast 40 Jahren aus seinem Heimatort wegzuziehen und irgendwo anders – und wenn es noch so ein schöner Urlaubsort ist –  eine WG zu gründen. Wir können davon ein Lied singen. Gertrud berichtete von einer Freundin, die an ihrem Heimatort ein Grundstück gekauft hat (mit Unterstützung der Stadt) eine Fertigbaufirma gefunden hat und Gleichgesinnte (nur mal so am Rande: die haben garantiert alle unser Buch gelesen, ha, ha, ha), die jetzt unser Model kopieren. Geht doch!!!

Bei uns ist es etwas ruhiger geworden. Dirk will keine Reha machen, sondern mit seiner Frau Susanne einige Tage nach Italien fahren und Freundin Ute besuchen.

Euch ein entspanntes Wochenende und bleibt gesund

Die fidele Alten-WG

 

Wir wohnen jetzt schon einige Jahre zusammen. Wie Frauen nun mal sind, analysieren wir Frauen regelmäßig unsere Gemeinschaft und stellen immer wieder fest, dass alles (4 Ehepaare) klappt, weil wir Frauen uns so gut verstehen. Wäre eine Zimtzicke dabei, könnte es nicht funktionieren. Männer sind da einfacher gestrickt. Da kann es schon mal passieren, dass sie sich anschnauzen. Paul zu meinen Mann: „Du bist vielleicht ein Arsch, erst willste die Bootstour mitmachen und jetzt kann ich die Plätze wieder abbestellen, weil so ein Heini aus deiner Studienzeit im Anmarsch ist, du kannst mich mal.“ Wenn Gudrun und ich vorher immer versucht hatten, hier schlichtend einzugreifen, lassen wir das heute. Wie vorhersehbar, saßen mein Mann und Paul einschließlich Studienfreund später in der großen Küche bei Bier, Bratkartoffeln und Sahnehering (hatte unsere Änne gezaubert) und der „Arsch und kannst mich mal“ war so gesehen ohne Bedeutung.

Liebe Leserinnen kommt euch sicherlich auch irgendwie bekannt vor oder?

Muss immer wieder darüber lachen, wie Gudrun ihrem Paul mal einen Mantel angedreht hat, der eigentlich nicht in seine Preisvorstellung passte. Paul hat nämlich nur nach den Preisschildern geschaut. Der Mantel war zweitrangig. Er hatte sich einen in der unteren Preisklasse ausgesucht und verschwand in der Kabine um eine günstige Hose anzuprobieren. Gudrun hatte zwischenzeitlich einen teuren Mantel herausgesucht, diesen dem etwas steifen Verkäufer in die Hand gedrückt und ihm zugeflüstert: „Wenn mein Mann gleich aus der Kabine kommt, sagen sie ihm er müsse unbedingt den Mantel probieren, dann brechen sie in Entzücken aus und sagen:  sie sehen aus wie Humphrey Bogart.“ Der Verkäufer schaute erst etwas konsterniert, machte das Spielchen aber mit. Paul stand der Mantel tatsächlich gut und auszusehen wie Humphrey Bogart hatte was. Es ist schon Jahre her, den Mantel hat er immer noch.

Gleich fahren wir sechs (Dirk und Susanne bleiben zuhause) zur Cuxhaven-WG. Wir gehen davon aus, dass Dieter und Gertrud in Las Vegas geheiratet haben. Sind schon alle gespannt. Auch diese WG ist gemischt. Gertrud, ihr ehemaliger Arbeitskollege und ihre Schwester (sind kein Paar) sowie ihre neue Liebe.

Männer und Frauen in einer WG ist also so gesehen gar nicht so schlecht und bedeutet oft „unkomplizierter Spaß“. Im Altenheim sieht es da oftmals schon etwas anders aus. Aber nicht für jeden. Kann mich noch gut erinnern, wie Ernst, ein Freund von Holgers Vater im Altenheim – mit seinen Frauen – seinen 80. Geburtstag feierte und keinen Wert auf ein Familienfest legte. Er war ein attraktiver älterer Herr mit feinen Manieren und die fitten älteren Bewohnerinnen schlugen sich fast um einen Platz neben Ernst. Ernst war der Hahn im Korb und hat es genossen. Für ihn war das Altenheim eine super Sache. Ja, das gibt es auch.

Aber Ihr und wir wollen da nicht unbedingt hin. Nicht jeder findet da seinen Fan-Club. Sollte es sich jedoch so entwickeln, wie die Niederländer das schon praktizieren, dass im Altenheim auch Studenten wohnen können und frische Energie bringen, sich unterhaltungsmäßig um die Älteren kümmern und mit dazugehören, würde das für viele an Schrecken verlieren.

So liebe Freunde jetzt geht es ab nach Cuxhaven. Ich werde berichten.

Euch ein entspanntes Wochenende und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG

 

 

 

 

Laut Holger ist, alt, arm und hilflos zu sein, ein 6er im Lotto in die andere Richtung. Zugegeben etwas sarkastisch.

Viele, die jetzt noch im teilweise ausgebeuteten Arbeitsprozess stecken, wissen wenn sie auf ihren letzten Rentenbescheid schauen, dass sie damit nicht über die Runden kommen werden und evtl. sogar ihre schöne Wohnung aufgeben müssen.

Jetzt schon eine WG mit Freunden zu planen oder einfach sich mal nach Gleichgesinnten umzuschauen ist eine Zielrichtung die Mut und auch Spaß macht.

Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Münster das waren früher unsere Heimathafen. Wir hatten über Jahre nur eines gemeinsam, unser Laboe als Urlaubsort.

Hatte ich früher versucht, meine ortsansässigen Freunde für ein gemeinsames WG-Projekt zu begeistern, wurde das zwar als gut und vernünftig befunden, doch der Kommentar: „Ja, ja, ja deine Wohngemeinschaft“ war gleichbedeutend mit „halt die Klappe, wir können es nicht mehr hören.

Als wir alles in trockenen Tüchern hatten und die ersten uns besuchten, sah es anders aus. Ja, das wäre für uns auch was, kann man da noch mitmachen aber auch, nee, alles ganz gut und schön aber das ist zu weit weg von meinen (erwachsenen) Kindern.

Eine Freundin, die mich immer behandelte als hätte ich nicht alle auf die Latten mit meinem WG-Projekt, hatte einen Armbruch und muss sich jetzt auf ihre berufstätige Tochter (mit zwei kleinen Kindern) verlassen. Jetzt sieht sie (und ihre Tochter wahrscheinlich auch) mit Schrecken einer späteren evtl. Pflegebedürftigkeit entgegen.

Unsere Susanne besucht ihren Mann Dirk (hatte einen Herzinfarkt) jeden Tag in der Klinik. Wenn sie will, begleitet sie jemand von uns oder wir sind einfach da wenn sie nach hause kommt. Dirk will keine Reha. Wir sind seine Reha!!! Er vermisst sogar Paul, der mit seinen teilweise unsensiblen Kommentaren nicht immer bei ihm gut ankommt. Paul war einer der ersten, der ihn besucht und Mut gemacht hat. Ja, wir sind zusammengewachsen und stellen jetzt wo wir älter werden immer häufiger fest, dass wir bisher alles richtig gemacht haben.

Ist ja alles super, denken jetzt vielleicht einige. Es gibt jedoch durchaus Dinge, die wir auch vermissen, z.B., dass wir über die Jahre unsere Enkelkinder so selten gesehen haben oder dass der Kontakt mit einigen Freunden aus unserer alten Heimat nicht mehr so häufig ist. Manchmal vermissen wir auch etwas unsere alte Heimatstadt, wenn z.B. die Touristen Laboe einnehmen.

Was wir komischerweise nicht vermissen, das bestätigen alle, unsere ehemalige Behausung. In dem Haus von Gudrun und Paul wohnt jetzt ihr Sohn Timo mit seiner Familie. Nach einem Besuch bei Timo (er hat 4 Kinder) waren sie nach einiger Zeit immer wieder froh zuhause zu sein. Zuhause bei uns in Laboe!!!

Liebe Freunde, das sollte eine Motivationsseite sein, selber eine WG zu gründen. Das heißt, nur Mut und fleißig potentielle Mitstreiter nerven.

Etwas plumpe Werbung!!! Verschenkt doch unser Buch an Freunde. Vielleicht kommen sie dann auf den Geschmack und einer Planung in die Zukunft steht nichts mehr im Wege oder vielleicht etwas frech motivierend an die Eltern, um evtl. Pflegeeinsätzen vorzubeugen.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund Eure fidele Alten-WG in Laboe

 

 

 

 

 

 

Guten Morgen meine lieben fleißigen Leser

Wir sind nur reich an Erfahrung aber nicht an Geld liebe Freunde. Einige glauben, unsere WG sei nur möglich, da wir viel investieren konnten. Es dürfte doch wohl nicht ungewöhnlich sein, mit 65 ein Reihenhaus abbezahlt zu haben. Auf den Punkt gebracht, wir und unsere Freunde wollten kein Reihenhaus abbezahlen um es später verkaufen zu müssen, damit man das Altenheim bezahlen kann. Verkauft mal ein Reihenhaus in Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Münster –  was meint ihr wieviel Geld da zusammenkommt um ein gemeinsames neues Zuhause zu schaffen, so wie wir es gemacht haben. Wir haben uns alle von etwas verabschiedet, was wir über Jahre gehegt und gepflegt haben, um was Neues zu wagen. Der Weg dorthin war teilweise sehr euphorisch und manchmal auch mehr als besch…..

Gudrun und ich waren die treibenden Kräfte. Unsere beiden Männer haben am meisten blockiert. Beide haben es eigentlich in ihrem Berufsleben ganz gut auf die Reihe bekommen, jedoch bei dem Thema wurde jede vernünftige Argumentation abgeblockt und auf die pessimistische Schiene gebracht. So eine WG das sei ja wohl das Letzte, wir sollten ruhig weiterspinnen das klappt nie mit dem arroganten Sack, der alles besser weiß und der Verrückten mit der großen Klappe schon mal gar nicht usw. usw.

Zugegeben, das wäre Jahre so weiter gegangen, ohne Ergebnis. Doch „Unser Holger“ (der arrogante Sack) hat einfach Nägel mit Köppen gemacht. Er hat seine Eigentumswohnung in Berlin verkauft und die Villa mit dem Grundstück günstig erwerben können. Jetzt kam die Zeit in der unsere Männer unter Druck gesetzt wurden. Ich kann euch sagen, dieser Zirkus hat uns noch mal jung, impulsiv und frech werden lassen. Ein Umbruch im wahrsten Sinne des Wortes. Bisher gar nicht wahrgenommene Eheprobleme wurden fast bis zur Scheidung aufgearbeitet.

Jedoch sind heute alle „dem Macher und arroganten Sack“ Holger dankbar.

Jetzt denken vielleicht viele, die schreibt immer wie prima alles ist und jetzt nimmt sie uns den Mut selber so eine WG zu gründen. Nee, ganz bestimmt nicht. Nur mal angemerkt, hätten wir die WG ohne unsere Männer gegründet hätte es bestimmt nicht so lange gedauert. Wir Frauen in unserer WG sind auch der Meinung, dass es noch perfekter wäre, ha, ha, ha. Aber wir wollten nicht auf unsere Lieblinge verzichten. Ab und zu muss Frau sich ja auch mal amüsieren und etwas zu stänkern haben.

Ich möchte auch Mitglied so einer WG werden ist oft leicht gesagt und es ist sicherlich prima, wenn man weiß was mich erwartet und ich einfach einziehen kann, jedoch es fehlen oft die, die einfach die Initiative ergreifen und den ersten Schritt anleiern und wenn es nur zunächst einmal ein kennen lernen bedeutet.

Ich verweise hier gerne auf Rita Feibel und „Die Alten-Ranch“. Sie hat eine Gruppe gegründet, die in 5 bis 6 Jahren so eine WG gründen möchten. Eine prima Truppe schaut einfach mal rein.

Da wir gerade bei Werbung sind. Unser Buch „Die fidele Alten-WG in Laboe“ gibt es im Internet oder jeder Buchhandlung. Hier könnt ihr lesen wie alles anfing und wie wir ticken. Prima Geschenk für Freunde, die für euch in die engere Wahl einer evtl. WG kommen.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

 

Das wäre mein Traum!!!  Doch dann kommen die Bedenken. Kann ich leider nicht verwirklichen, weil ich die finanziellen Mittel nicht habe, weil ich meine Eltern pflegen muss, weil ich mich um meine Enkelkinder kümmern muss, weil, weil, weil – jeder hat einen anderen Grund um diese Lebensform nicht zu verwirklichen.

Über Jahre wird uns in fast allen Berufssparten das Leitbild für zielorientiertes Arbeiten vermittelt. Na, wieso dieses Leitbild nicht auch auf die eigene Lebensweise übertragen. Ziel „WOHNGEMEINSCHAFT“

Jetzt denkt ihr: die kann gut quatschen. Sicher kann ich das. Wir haben unser Ziel erreicht !!!

Mal etwas derbe auf den Punkt gebracht: besoffen waren wir uns immer einig. Nüchtern hatten wir jeder für sich mit unseren Ängsten zu kämpfen: ich verlasse mein soziales Umfeld, wie sieht das aus, wenn ich ein Pflegefall werde, kann ich soviel Nähe ertragen, kriege ich das finanziell alles so hin usw. usw.

Ja liebe Leute wir haben es geschafft, ohne Alkoholiker zu werden, ha, ha, ha

Ich habe hier schon einige Wohnformen beschrieben. Wir 8 sind jedoch der Meinung, dass der Idealfall nur mit einer eigenen Wohneinheit besteht. Auch ist es oft sehr schwierig mit den klaren Arbeitseinteilungen, daher unsere Änne. Jeder hat eine andere Vorstellung von häuslicher Gemütlichkeit. Meinen Mann stört es nicht, wenn seine Zeitungen überall verteilt herumfliegen und jeden Tag den Müll entsorgen ist für ihn auch übertrieben. So schnell kommen die Ratten nicht. Was soll das Gestrüpp (Blumen) auf dem Tisch. So muss er die Sportschau immer durch die Blume sehen und hat dann natürlich auch keinen Platz für seine Füße, die regelmäßig auf dem Tisch liegen. Ich bin selber eine Quasseltante könnte es aber nicht ertragen, wenn mich einer stundenlang zutexten würde. Ist auch irgendwie daneben und das dürfte auch bei mir nicht alles sein, was nicht unbedingt in drei Zimmer, Küche, Bad passen würde.

Paul, der Mann von Gudrun hat es mal so ausgedrückt: Seiner Meinung nach braucht jeder Mensch zum wohlfühlen ab und zu eine Zeit für sich, wo er sich richtig gehen lasen kann, ohne das er der ständigen Beobachtung anderer ausgesetzt ist. Das würde man eben Privatsphäre nennen und die sollte sich nicht nur auf eine geschlossene Toilettentür beschränken. Ist was dran.

So erstaunlich ihr das vielleicht findet, aber heute habe ich sogar das Gefühl mehr Privatsphäre zu haben als früher. Wenn ich mit meiner Decke auf dem Sofa liege und mir einen Pilcherfilm anschaue kann ich ihn heute genießen, ohne dass mir einer sagt, was guckst du denn da wieder für einen Mist. Mein Mann marschiert dann meistens in unsere Bibliothek und schaut, wer noch so aus unserer Truppe das Weite gesucht hat.

Für alle, die regelmäßig meinen Blog lesen. Dirk hat 3 Bypässe bekommen und ist auf dem Weg der Besserung. Susanne fährt jeden Tag nach Kiel und sitzt fast den ganzen Tag an seinem Bett. Ihre beiden erwachsenen Kinder rufen jeden Tag in der Klinik und bei uns an und beteuern immer wieder wie froh sie sind, dass sie uns haben. Gudrun geht es auch wieder besser und die lockeren Sprüche gegenüber ihrem Mann Paul sind Gott sei Dank wieder an der Tagesordnung. Ob sie auch jeden Tag an seinem Bett sitzen würde. Nee, er könne dann mit den Krankenschwestern herumgockeln, das würde ihm sicherlich auch gefallen und sie hätte dann mal eine entspannte Auszeit.

Gertrud und Dieter, die Cuxhaven-WG, haben eine Überraschung für uns. Die Einladung steht für Ende September.

Alle, die mein Buch gelesen haben oder meinen Blog verfolgen, sehen dass bei uns viel Nähe gewachsen ist, die einige zunächst gar nicht so recht zulassen wollten. Nähe bedeutet auch ein Stück Sicherheit und Geborgenheit. Also erstrebenswert!!! Arbeitet an eure Zukunft an eine WG – es lohnt sich.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

 

 

 

Hallo liebe Freunde. Die gute Nachricht ist, dass es bei unserer Gudrun keine weiteren Metastasen gibt. Wir konnten alle aufatmen. Doch die Freude hielt nicht lange. Dirk hatte Brustschmerzen und hatte seiner Frau Susanne – typisch Komisskopp – verboten den Kindern und uns davon zu berichten. Speziell mein Mann – der Landarzt und Schwarzmaler – sollte davon nichts wissen, das ging schon wieder weg. Mein Mann würde ihm das Gefühl geben, er hätte nicht mehr lange und darauf könne er verzichten. Das würde bei ihm dann wahrscheinlich noch einen Herzinfarkt auslösen, obwohl er ja jetzt nur eine leichte Magenverstimmung hätte. Dirk war vorher bei der Bundeswehr und hatte sich speziell für seine Familie den Kommandoton nicht abgewöhnen können. Irgendwie funktionierte das immer noch. Susanne hat aber trotzdem ihren Sohn Jörn angerufen und der hat dann meinen Mann gebeten, sich um Dirk zu kümmern.

Die Bedenken von Dirk bezüglich meines Mannes sind tatsächlich nicht ganz unbegründet. Er ist ein Schwarzmaler und auch nicht immer mit der nötigen Sensibilität ausgestattet, wenn es um Übermittlung von schlechten Nachrichten geht. Doch auch seine Kollegen haben ihm immer wieder über die Jahre die Bestätigung gegeben, dass er ein guter Diagnostiker sei. Auch bei Dirk hat er nicht lange gefackelt. Er ist nach dem Telefonat mit Jörn direkt zu Dirk marschiert und hat ihn untersucht. Dirks Proteste hat er völlig unbeeindruckt zur Kenntnis genommen und nur mit: „Jo, jo , jo mein Freund, halb so wild“ kommentiert. Dann hat er einen Rettungswagen bestellt und ist mit Dirk in die Universitätsklinik Kiel gefahren. Dirk hatte einen Herzinfarkt und wird am Montag operiert. Ich glaube, dass er zu Dirk gar nicht so viel zu seinen Untersuchungsergebnissen gesagt hat, hat diesen noch mehr verunsichert und kleinlaut werden lassen.

Auch hier zeigt sich wieder. Wir haben zwar alle unsere eigene Wohneinheit und wenn man will eben auch soviel Privatsphäre, dass man dem anderen aus dem Wege gehen kann, wenn einem da nach ist, jedoch im Ernstfall immer jemand da ist, der schnell helfen kann. Susanne hat jegliche Unterstützung, wenn es darum geht nach Kiel zu fahren um Dirk zu besuchen oder einfach nur um zu reden wenn ihr danach ist.

Ab einem gewissen Alter kommen die Einschläge eben immer näher. Aber gemeinsam schaffen wir das. So ist man/frau eben weniger allein. Will hoffen, das ich in den nächsten Tagen wieder mehr erfreuliche und auch lustig Dinge berichten kann und mir auch danach ist.

Für euch und für uns einen schönen gesunden Wochenanfang liebe Freunde

Eure Alten-WG in Laboe

 

 

Hallo liebe Freunde da bin ich wieder. Eigentlich wollte ich hier auf diesem Blog auch nur Heiteres, Amüsantes über unsere WG berichten, um die positive Einstellung zu so einer WG zu fördern. Jedoch ist jedem klar, dass es nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen gibt. Zur Zeit haben wir sehr besch…. Tage. Bei unserer Gudrun ist eine große Metastase und eine Lymphknotenentfernung vorgenommen worden. Sie ist zwar wieder zuhause, jedoch steht noch aus, wie die weitere Therapie verläuft, da noch MRT-Untersuchungen ausgewertet werden müssen.

Mein Mann – ehemaliger Landarzt -, der ansonsten dazu neigt, aus dem kleinsten Schnupfen das größte Krankheitsszenario zu machen zeigte sich sehr einfühlsam und konnte ihr mit sachlichen Argumenten etwas die Angst nehmen. Wir sind alle betroffen. Wir Frauen möchten am liebsten diesen Sch…Krebs wegquasseln. Wir haben alle ein Runde geheult. Gudrun hat uns getröstet und sich schon mal für die schöne Zeit mit uns bedankt, so blöd sich das vielleicht anhört liebe Freunde, da hätte ich ihr am liebsten eine gescheuert, was ich natürlich auch sagte und das dann die Situation etwas entspannte.

Aber was machen unsere Männer, sie trinken sich erst mal EINEN. Mein Mann (der ansonsten so gut wie überhaupt keinen Alkohol trinkt) war hackezu. Es ist Jahrzehnte her, dass ich ihn so gesehen habe. Er und Gudruns Mann Paul haben sich nach ihren eigenen Angaben: richtig die Kante gegeben.

Wir hatten mit unserem Freund Rudi einen Weiberabend in Harrys Fischküche. Als wir nach Hause kamen, fanden wir unsere grölenden Männer im Wintergarten. Mein Mann – der Landarzt – und Paul – der Versicherungsheini – lagen sich in den Armen, standen schwankend vor uns und teilten uns mit, dass sie beschlossen hatten uns alle zu lieben „uunndd diiich besonders Schschneckchchen“ kam von Gudruns Mann Paul.

Gudrun hat natürlich ihren Humor nicht verloren: „Ach, das hast du jetzt nach über 40 Ehejahren beschlossen!“ Nööö, schoon immmer, schonn immmmer mein Schneeckchchen“ „Toll, du hast mich nicht geschafft und der Krebs schon mal gar nicht mein Stinker.“ Dirk, bei dem sich eigentlich immer Wasser in Wein verwandeln könnte, war erstaunlich nüchtern. Er und Holger, der zwar auch leicht angetüdelt war,  standen hinter meinen Mann und Paul um ggf. einen von ihnen aufzufangen. Wie Holger mir später sagte, hatte mein Mann Gudruns Mann Paul umfassend über Eventualitäten dieses Krankheitsbildes aufgeklärt. Dieser Blödmann, in dem Fall hat ihn sein Einfühlungsvermögen wohl verlassen.

Nicht nur die amüsanten Dinge verbinden. So eine Nachricht läßt spüren, wie nahe wir uns mit der Zeit gekommen sind und welche Wertschätzung in so eine Gruppe jeder erfährt.

Wir werden auch weiterhin eine positive Richtung verfolgen und sind auch was Gudrun angeht sehr sehr zuversichtlich.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

Eure Alten-WG in Laboe