„Schau mal, hört sich super an, machen wir „später“ auch“, lese ich immer wieder. Uns ging es nicht anders. Jahrelang haben wir uns in unserem Urlaubsort, der jetzt unser Zuhause ist, immer wieder getroffen. Erst zufällig, dann gezielt. Wenn nach reichlich Wein- oder Bierkonsum die „hab-dich lieb-Phase“ einsetzte, waren wir mit unseren Vorstellungen und Plänen für eine gelingende WG kaum zu toppen. Unser Holger jedoch, der auch wenn er angesäuselt war, eher weniger dazu neigte Sympathiepunkte zu sammeln, hatte irgendwann die Faxen dicke. Wir würden uns immer nur besoffen so eine WG schön quatschen, wie es denn wäre, wenn wir die Dinge mal etwas nüchtern und konkreter angehen würden. Jauuu, jauu kein Thema Meister, ha, ha, ha schwing schon mal die Hufe, wir machen alles mit, ha, ha, ha.

Holla die Waldfee, als der Meister dann tatsächlich konkreter wurde und schon mal eine alte Villa als neues WG-Domizil in Augenschein nahm, wurden einige aus der Truppe erstaunlich kleinlaut: „Für uns jetzt noch nicht, später vielleicht, das können wir uns nicht leisten, das kann mit dem oder der bestimmt nicht funktionieren, was ist, wenn wir alle Pflegefälle werden, waren nur einige Bedenken. Es geht!!! Alles wurde geklärt oder zumindest festgelegt wie dann zu verfahren sei.

Der Weg dahin war nicht einfach, jedoch im Nachhinein hat er sich gelohnt. Man könnte es auch so ausdrücken. Alle haben sich in der Zeit noch einmal neu entdeckt und sind doch tatsächlich in einen Jungbrunnen gefallen.

So, liebe Freunde es ist Urlaubszeit. Vielleicht trefft ihr auch immer wieder die gleichen sympathischen Leute und seid einer evtl. WG an Eurem Urlaubsort nicht abgeneigt. Es gibt sicherlich Gründe diese WG in seiner Heimatstadt oder Umgebung zu gründen aber da zu wohnen, wo andere Urlaub machen, hat doch was, oder???  Also, einfach anquatschen – oder unsere Bücher empfehlen um auf sehr amüsante und teilweise (Entschuldigung) schnoddrige Art zu lesen wie es klappen könnte, ha, ha, ha

 

Euch eine schöne Zeit und bleibt gesund liebe Freunde Eure

fidele Alten-WG aus Laboe

 

 

Gestern war – zum Entsetzen unserer Maren – mal wieder Grillabend angesagt. Früher ist sie immer erst später dazugekommen. Mittlerweile kann sie es wohl ertragen die Fleischstücke auf dem Grill zu sehen. Der Spruch ihres Mannes Holger: „Maren kommt etwas später, wenn wir die toten Tiere aufgegessen haben“ hat zumindest bei Gudrun und mir Spuren hinterlassen. Wir, ansonsten um keinen grenzwertigen Spruch verlegen, waren gesund geschockt und haben unseren Fleischkonsum seitdem massiv reduziert. Susanne mochte schon immer lieber Salat und Brot.

Unsere Wohngemeinschaft, die nun schon einige Jahre funktioniert, ist natürlich immer wieder ein Thema. Nach wie vor halten wir gerade unsere Wohnform für optimal. Optimal, da jeder eine eigene Wohneinheit hat und wir gemeinsam eine klasse Haushälterin haben.

Oft lesen wir auf unseren Blog: so möchte ich   s p ä t e r    auch leben oder wie und wo finde ich Menschen mit denen man so eine WG gründen könnte. Wir sind fest davon überzeugt, das dieses Wohnmodell sich durchsetzen wird. Heute kann man, wenn man es zuläßt, mit Hilfe der digitalen Technik passende Partnervorschläge bekommen. Warum nicht für Wohngemeinschaften. Holger glaubt, das unser Wohnkonzept auch bald jemand vermarkten wird und sich das dann nicht nur auf Rentner beschränken wird. Ein Haupthaus geführt von einer Hausangestellten und Wohneinheiten mit unterschiedlicher qm-größe. Essenmarken wie sie viele aus Kantinen kennen und vieles mehr. Jung und alt zusammen und doch mit Rückzugsmöglichkeiten.

Wenn man früh genug diese Wohnform wählt, kann man noch prima aufeinander eingehen und spätere gesundheitliche Problem besser meistern.

Heute müssen die meisten jungen Leute schon mehrere Jobs annehmen, um überhaupt die Miete zahlen zu können. Mit Gleichgesinnten allerdings könnte man besser das Geld in so eine Wohnform investieren und sich etwas eigenes aufbauen.

Na wieder etwas Mut gemacht??? Wir Alten konnten gestern nur abschließend feststellen: Schei….., dass wir schon so alt sind, ansonsten würden wir es in Angriff nehmen, ha, ha

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG aus Laboe

 

Für die Neuen: wenn Ihr mehr über uns und unsere WG wissen wollt „Neues von der jungen Alten-WG aus Laboe“ leider nur über Amazon zu bestellen.

 

Auch weiterhin möchte ich Neuigkeiten aus unserer WG berichten. Jedoch wie ihr sicherlich nachvollziehen könnt, läuft es hier nicht so wie in der Lindenstraße oder sonstigen Sitcom, in der immer spannende Dinge passieren. Ich liege auf dem Sofa und stricke den 15. Schal. Socken haben schon alle. Paul und mein Mann machen einen Strandspaziergang mit den Hunden. Gudrun ist für ein paar Tage nach Düsseldorf gefahren und passt auf ihre Enkelkinder auf. Susanne und Dirk besuchen Freunde in Hamburg. Maren und Holger sind mit Simon und seinem Lebenspartner unterwegs. Viele möchten uns besuchen oder zumindest sehen wie wir aussehen. Wir hatten auch schon Anfragen vom Fernsehen. Diese Thematik wurde in unserer WG kontrovers diskutiert. Unsere Kinder und Enkel fanden das spannend und waren dafür, wir nicht!!! Im Ergebnis: ich berichte hier und in unseren Büchern über sehr persönliche Dinge, mit denen wir in der Öffentlichkeit nicht gerne konfrontiert werden möchten. Könnt ihr sicherlich verstehen, denn irgendwie ist es zwar ein neues Leben, jedoch auch unser letztes Drittel und da ist so ein Rummel nicht eingeplant. Eine Big-Brother-Alten-WG sehen wir nicht als erstrebenswert an. Wie schon mal erwähnt, würde eine Fernsehsendung mit Schauspielern, die so eine WG vorstellen und auch zeigen, wie man das organisieren und finanzieren könnte durchaus ein breites Publikum erreichen und so manchen Tatort-Krimi zur Seite drängen. Dürfte eigentlich kein Thema sein, für einen versierten Drehbuchschreiber, unser Modell zu übernehmen. Wir glauben jedoch, dass Leute, die sich wirklich für so ein Modell interessieren, sich auch die nötigen Informationen dazu verschaffen können. Das Internet bietet da schon allerhand.

So liebe Freunde und fleißigen Leser, noch einen erholsamen Sonntag und bleibt gesund

herzlichst eure WG aus Laboe

 

Wenn man in unserem sogenannten Sozialstaat sieht, wie gerade die Alten behandelt und abgezockt werden, bekommt man schon mal die Pimpernellen (ihr kennt den Ausdruck). Auch nachvollziehbare praktikable Vorschläge werden im Beamtenmief erstickt. Es fehlt bezahlbarer Wohnraum. Die Experten, die sich  meistens auch noch im Alter eine große Wohnung leisten können und kaum nachvollziehen können, was es heißt, aus seiner Wohnung ausziehen zu müssen, da man sich als Rentner die Miete nicht mehr leisten kann, suchen nach Lösungen. Na, da sind wir doch mal gespannt.

Bekannte von Dirk und Susanne wollten nicht aus ihrer vertrauten Umgebung und hatten vor, ihr altes Haus – wie bei uns – als Haupt-Gemeinschafts-Haus zu nutzen. Eine kleine Wohnung in der 1. Etage wäre dann an eine Haushälterin zu vermieten. Im großen Garten sollten – auch wie bei uns – vier Wohneinheiten entstehen. Sie bekommen keine Baugenehmigung. Würden sie alles abreißen und neu bauen, sei das kein Thema. So nach dem Motto: „reißen sie doch ihren ollen Schuppen ab, setzen auf ihr Grundstück einen modernen Komplex, der kann ja durchaus barrierefrei sein. Bei der Wohnungsnot und den Mietpreisen können sie nur Gewinn machen. Gehts noch, irgendwann ist man froh, dass man über die Runden kommt und bis auf ein paar Wehwehchen seinen Lebensabend genießen kann. Wer dann immer noch hinter dem Mammon herjagt, geht evtl. von einem zweiten Leben aus und trifft Vorsorge.

Wer kann das bezahlen, wer hat soviel Geld? ist dann kein lustiger Schlager mehr. Frag mal mit über 60 nach einem Kredit. Da fängt sogar der humorloseste Banker mitleidig an zu grinsen. Zudem, vielleicht will man gar nicht in einem modernen Wohnkomplex wohnen, sondern einfach unter altem Baumbestand vor seiner bescheidenen Wohneinheit sitzen und in einem alten Haupthaus, welches schon über Jahre zu seinem Leben dazugehörte, mit Freunden und WG-Mitgliedern die Restlaufzeit genießen. Wer bis zu seinem 60. Lebensjahr keinen großen Luxus gebraucht hat, wird ihn auch dann nicht vermissen.

So, ab und zu darf man sich auch mal ärgern liebe Freunde. Gestern Abend haben wir uns über die ständigen Wiederholungen zum Fernsehprogramm ausgelassen. Zudem laufen  auf fast allen Programmen Krimis. Später am Abend wird dann eine „Expertenrunde“ gesendet, die einhellig feststellt, dass die Gewaltbereitschaft zugenommen hat. Wie krank ist das denn. Kommentar meines Mannes: „Schon früher hieß es, gib dem Volk Brot und Spiele, heißt jetzt übersetzt: Dumpinglöhne und Krimis“. Als Krönung kam dann von unserem Paul: „Man müßte alles positiv sehen, wenn wir alle dement sind, ist jeder Film, den wir vorher schon 20 mal gesehen haben, wieder ein einmaliges Vergnügen. Na, vielen Dank auch. Aber, es gibt ja immer noch amüsante Bücher, z.B. „Die fidele Alten-WG in Laboe“, ha, ha, ha

So liebe Freunde. Ab und zu wird auch mal gemeckert, erhaltet euch trotzdem die positive Sichtweise in Bezug auf Gründung einer WG.

Herzliche Grüße und bleibt gesund Eure fidele WG

 

 

 

 

Es gab so viele miesmachende Argumente von „lieben“ Freunden und Anverwandten zu unserer Wohnform, die jedoch heute etwas kleinlaut zugeben, dass sie selber gerne dem Verein angehören würden. Der Spruch: „Boo wie dekadent ist das denn „eine eigene Haushälterin!!!“ . Auch mit einer kleinen, überschaubaren Rente dürfte das mit 8 Personen zu finanzieren sein. Unser geliebter Hausdrachen Änne gehört einfach dazu.

Wenn man sich die Arbeit in einer WG teilt, bräuchte man keine Haushälterin, ist unserer Meinung nach eine große Fehleinschätzung. „Ich mache lieber alles selber, bevor der mir die Küche zusaut“. Kommt euch das bekannt vor. Hinter diesem Satz können sich oftmals viele Männer mit Fernbedienung und Decke auf dem Sofa verkrümmeln. Bei uns und bei Gudrun und Paul war es zumindest vor WG-Gründung so. Heute hat sich das in unserer eigenen Wohneinheit zwar nicht geändert, jedoch mein Mann verschwindet jetzt oftmals ins Haupthaus: „Mal sehen. ob Paul, Dirk oder Holger da sind“. Mit einem von denen will er immer noch kurz was bereden. Sehr witzig!!! In der Beziehung besitzen Gudrun und ich heute eine amüsante Gelassenheit.

Mit dem eigenen Partner klappt oftmals die klare Arbeitseinteilung schon nicht, da sollte man nicht naiv davon ausgehen, dass das in einer WG super klappt.

Meistens genießen wir auch gemeinsam das, was unsere Änne gekocht hat. Wie schon mal beschrieben, stellt Änne einen Essenplan für die ganze Woche zusammen. Damit sie planen kann, da manchmal auch Angehörige oder Freunde dazu kommen, müssen wir uns rechtzeitig anmelden. Es gibt Essensmarken, der Preis der Essensmarken wird jedes Jahr (gemeinsam mit unseren Kindern) neu festgesetzt. Änne hat weitgehendst freie Hand. Die Kontrollfunktion haben unsere Kinder, der Sohn von Dirk und Susanne, die Tochter von Gudrun und Paul sowie unser Sohn Max.

„Mein Gott, was für eine Kontrollfunktion und dann auch noch Essensmarken, das geht ja gar nicht. Also für mich käme so etwas nicht in Frage und dann auch nur alte Leute. Besser ist es, wenn jung und alt zusammen wohnen, dann kann man sich auch mal gegenseitig helfen.“

Zu den Essensmarken. Der Vorschlag kam übrigens von Paul. Paul und seine Frau Gudrun haben zwei Kinder und sechs Enkel, die alle Oma und Opa gerne besuchen. Da wäre es etwas schräg, wenn die alle mit ihrem gesunden Appetit regelmäßig in der Gemeinschaftsküche einliefen und die anderen WG-Mitglieder die Zeche bezahlen müßten. Das hat schon damals und auch heute noch in den Studenten-WGs für so manchen handfesten Ärger gesorgt

„Nur alte Leute“. Ja klar sind wir alt. Wir freuen uns immer, wenn Kinder oder Enkel uns besuchen, aber sind auch oft froh, wenn wir wieder unsere Ruhe haben.

„Wenn jung und alt zusammen wohnen, kann man sich gegenseitig helfen.“ Oft, sehr oft ist das auch richtig. Wieviele Kinder wohnen mit ihren Eltern in einem Haus. Mama und Papa unten und eine Etage höher Tochter oder Schwiegertochter. Ich stellte hier bewußt die Tochter oder Schwiegertochter an erster Stelle, da die dann meistens das evtl. anstehende Pflegeprogramm übernimmt. Sicherlich haben die alten Herrschaften immer auf die Enkel aufgepasst. Da ist es für viele auch eine verpflichtende Selbstverständlichkeit sich um die Eltern zu kümmern. Tochter hat dann evtl. Geschwister die sich nicht mehr blicken lassen,  pubertierende Kinder, einen Halbtagsjob, einen Haushalt, einen Mann, der evtl. etwas Hilfe leistet, und die pflegebedürftigen Eltern. Diese Tochter, will ihren Kindern auf alle Fälle so ein Leben ersparen und sieht das gegenseitige Hilfsaufkommen zwischen jung und alt sicherlich etwas realer. Sie geht bestimmt nicht davon aus, dass in einer zusammengewürfelten WG mit alt und jung, die Jungen später die Alten pflegen. Zumal sie genau weiß, was es heißt einen kleinen Kinderpopo zu säubern oder den eines alten Mannes, der für sie vielleicht sogar über Jahre eine autoritäre Respektsperson war. Es ist vielleicht so, das sich eine Nähe zu der zu pflegenden Mutter oder Vater entwickelt, die vorher nie so da war, jedoch wird das evtl. über Jahre dauernde Pflegeprogramm schon auf eine harte Probe gestellt.

Jung und alt helfen sich gegenseitig sollte man also auch nicht so blauäugig sehen. Wir haben auch hier klare Vorgaben erarbeitet, die keinen belasten sollten.

Na ja, ist heute alles nicht besonders witzig. Dass man zunächst mal ganz einfach den eigenen Alltagsstress analysieren sollte, den die anderen bekanntlich auch haben, ist für eine evtl. WG nur förderlich, da man daraus die besten Schlüsse ziehen kann liebe Freunde.

Bleibt gesund und herzlichst Eure fidele Alten-WG

 

 

 

Susanne und Gudrun haben kurzfristig Ute und ihre beiden Mitbewohnerinnen in Italien besucht. Es war eine spontane Entscheidung, da der Hin- und Rückflug nur 68 Euro pro Person gekostet hat.

Auch wenn man glaubt, besser kann es gar nicht laufen, hier in Italien werde ich mit meinen beiden Freundinnen den Rest meines Lebens verbringen, schlägt doch tatsächlich noch mal der römische Liebesgott Amor zu und wirft alles über den so gut geplanten Haufen.

Ihr erinnert euch, dass eine der drei Mitbewohnerinnen in Italien, eine ehemalige Sprechstundenhilfe, immer mit ihrem Fahrrad in den nächsten Ort gefahren ist, um einem älteren, ehrenamtlich tätigen Arzt zu helfen.

Auf den Punkt gebracht. Die beiden haben sich verliebt. Sie ist aus der Dreier-WG ausgezogen und wohnt jetzt bei ihrer neuen Liebe. Die beiden anderen Mitbewohnerinnen waren erst nicht so begeistert (Gudrun meint, vielleicht auch etwas eifersüchtig oder ein kleines bißchen neidisch) jedoch ist jetzt alles Gut und sie sehen auch die Vorteile, die so ein freies Zimmer bringt. Susanne und Gudrun konnten für die paar Tage in dem Zimmer übernachten,  zumal Utes Sohn, der mit einem günstigen Kredit das alte Haus für wenig Geld gekauft hat und die Drei somit nur eine sehr geringe Miete an den Sohn zahlen, schon sehr viele Renovierungsarbeiten abgeschlossen hat und das alte Haus sich zu einem kleinen Schmuckkästchen entwickelt.

Sie wissen selber, man kann noch so viel planen und organisieren, trotzdem kommt alles anders und das Leben bietet noch so manche Überraschung. So eine späte Liebe z.B., die oftmals bewusster, erfahrener und gelassener gesehen wird, läßt auch wieder Schmetterlinge zu. Ist doch toll.

Meinen Mann darauf angesprochen: „Ja, ja Spatzel, wenn das so weiter geht mit dem Insektensterben sehe ich auch schwarz“ „Ohhh Mann, ich meine die Schmetterlinge im Bauch“. So ist das eben nach so vielen Ehejahren, der werden die Tiere eben etwas größer, so wie Esel, ha ha ha

Liebe Freunde auch weiterhin ein gutes Gelingen zur Planung einer Alten-WG und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG in Laboe und demnächst

Neues aus der jungen Alten-WG aus Laboe (in dem Buch werden auch andere WGs beschrieben)

 

 

Hallo liebe Freunde. „Früher war alles besser“ ist natürlich bei uns auch immer wieder ein Thema. Unsere WG ist damit nicht gemeint, außer es ist mal dicke Luft, dann wird das Früher von vor ein paar Jahren sogar etwas verklärter gesehen.

Eine Vermutung besagt schlicht, dass die Lebensjahre zwischen 15 und 25 besonders prägend sind. Laut Wissenschaftlern kann es sein, dass wir uns deshalb deutlich besser an diese Zeit erinnern, weil wir in diesem Alter unsere Identität als Erwachsene entwickelt und etabliert haben.

Wir erlebten vieles zum ersten Mal, das später zum Erwachsensein dazugehört: den ersten Job, den ersten Kuss, die erste Wahl. Diese prägenden Ereignisse sind tiefer im Gehirn verankert.

Wir meinen zu wissen, wie großartig die Vergangenheit war und meckern über das, was die junge Generation heute so anstellt. Paul und mein Mann sind da Meister. Unsere Kinder und Enkelkinder können auch auf Statistiken verweisen, die klar zeigen, dass es der Menschheit heute besser geht als je zuvor, kriegen jedoch von den Nostalgikern zu hören: “ Haltet mal schön den Ball flach, schließlich wart Ihr nicht dabei?!“Meine geliebte Großmutter hatte vor 60 Jahren – 65jährig – einen Schlaganfall. Ab ins Bett und da blieb sie dann auch. Was ist da heute alles möglich. Da gehen dann auch den beiden die Argumente aus.

Ansonsten mit einem großen Potential an Realität ausgestattet, läuft mein Mann z. B. in der Vorweihnachtszeit zur Höchstform auf. Es muss alles so sein wie früher. Rote Kerzen, grüner Kranz ist ja ok, jedoch die Lichterketten, die es früher eben nicht gab, wurden akzeptiert und sind jetzt so zahlreich im Einsatz, dass es meiner Meinung nach nicht mehr gemütlich, sondern sehr hell ist und man jeden Pickel sehen kann, der nächste Woche kommt. Mein Kommentar zu unseren erwachsenen Söhnen: „Eurem Vater muss ich mal wieder schonend beibringen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, wird von diesen amüsiert zur Kenntnis genommen, jedoch mit dem Zusatz: „FRÜHER war Weihnachten immer schön.“ Was soll man dazu sagen !!! Wenn sie mal so alt sind wie wir, gibt es auch ein Früher: Weihnachten in der Eltern-WG mit Eierpunsch. Der hat nämlich beim letzten Weihnachtsfest so manche Erinnerung für Jahre geprägt.

Technik ist nicht unbedingt mein Ding, trotzdem fasziniert es mich immer wieder, was alles möglich ist. Ich kann mich noch gut an unsere erste Autofahrt mit Navigationsgerät erinnern. Heute schon fast eine Selbstverständlichkeit. Mein Mann und ich wollten einen entfernten Verwandten meines Mannes besuchen. Mein Mann kannte angeblich den Weg, trotzdem konnte großzügigerweise im Hintergrund das Navi mitlaufen. Die angenehme weibliche Navi-Stimme sagte z.B.: „An der nächsten Kreuzung rechts ab“ mein Mann schrie dagegen an: „Die (wer auch immer) hat keine Ahnung, es geht links ab“. Ich saß zufällig am Steuer und wußte nicht wohin. Hab mich dann des lieben Friedens Willen daran gehalten, was mein Mann gesagt hat. Wir sind erst Stunden später völlig entnervt angekommen. Die Rückfahrt hat dann das Navi bestimmt.

Gestern ist das Echo von Amazon angekommen. Mein Mann fand das natürlich wieder mal völlig daneben. Das sei rausgeschmissenes Geld, zudem könnten uns jetzt alle abhören. Mein Goootttt, als ich sagte: „Alexis spiel die Rolling Stones“ und die dann sofort loslegten, grinste er und das Ding mußte sofort den anderen vorgeführt werden. Der Wahnsinn war perfekt, jeder wollte Alexis Befehle geben. Von „keine Sau ruft mich an“ bis Jimmy Hendrix und Alexis bell mal, wurde alles angefordert. Fortschritt kann so viel Spaß machen.

So liebe Freunde bleibt gesund, noch einen entspannten Abend und liebe herzliche Grüße

Eure fidele Alten-WG aus Laboe

 

 

 

 

Freunde und Bekannte, die uns heute das erste Mal besuchen: „Boo, das hat bestimmt ganz schön was gekostet.“ Nee, hat es nicht liebe Freunde. Wir (mein Mann unsere beiden Söhne, zwei Hunde und ich) hatten vorher ein 140 qm Reihenhaus. Jetzt haben wir beide und unser Hund insgesamt 60qm. Unseren restlichen 6 Mitstreitern geht es nicht anders. Wir haben unser Reihenhaus verkauft, um in unser neues Zuhause investieren zu können. Ich wiederhole mich, aber das Risiko, dass unser über Jahre abbezahltes Reihenhäuschen evtl. schnell unter den Hammer kommen könnte, um damit ggf. Heimkosten zu finanzieren, war für mich ein überzeugendes Argument für diese Wohnform zu kämpfen. Wer kann schon pro Person 4.500 Euro Heimkosten von seiner Rente bezahlen. Kämpfen ist wirklich die passende Formulierung. Mein Mann wollte zunächst auf keinen Fall diese WG. Von „vielleicht müssen wir gar nicht ins Heim Spatzel“ bis „mit dem verrückten Haufen willst du zusammenziehen“ hat er versucht, auf die Abwart-Schiene zu bleiben.

Die alte Villa wurde entkernt. Es entstand eine große Wohnküche mit angrenzender Bibliothek einschließlich Kamin. Von da aus geht es direkt in den Innenhof. Der Innenhof wird eingerahmt von unseren 4 Wohneinheiten (schlichten hellen Wohnblocks). Also vorne alt renoviert und hinten neu und praktisch.

Wenn jemand ein altes Haus und ein einigermaßen großes Grundstück besitzt, ist es durchaus ein Konzept, welches sich überall umsetzen ließe.

Wir sind schon wieder in der Weihnachtsplanung. Mein Mann hat gestern unsere Änne gefragt, was es Weihnachten zu essen gäbe. Ich dachte,ich höre nicht richtig. Als ich anmerkte, dass das hier kein 5Sterne-Hotel sei, Änne evtl. Weihnachten mit ihrer Familie feiern wollte und wir dann mal selber etwas brutzeln müßten, schaute er mich verständnislos an und meinte nur: „Ist doch egal, wir können auch Spaghetti machen (der immer mit seinen Spaghetti), Hauptsache es kommen alle.“ „Alle?“ Mein Mann, der partout keine Alten-WG wollte, ist es wichtig, dass „alle“ kommen. Nicht zu fassen. Für Änne ist Urlaub offensichtlich auch ein Fremdwort. Sie bräuchte keinen Urlaub, ob wir sie los werden wollten.

Ich halte mich da jetzt raus. Wir sehen unsere Enkeltochter, Söhne einschließlich Schwiegertöchter zu Weihnachten, ob mit Fest-Menü oder Spaghetti. Maren und Holger sind über Weihnachten in Berlin bei Holgers Bruder Simon und seinem Lebensgefährten. Maren und Holger stellen in der Zeit Beate und ihren Kindern ihre Wohnung zur Verfügung, was Gudrun (Mutter von Beate) nicht passt. Warum auch immer. Gudrun sollte sich da auch lieber heraushalten. Also schon Mitte November der gewohnte Weihnachts-Familien-Stress. Jetzt im größeren Rahmen, ha, ha, ha. Einsamkeitsprobleme haben wir auf alle Fälle nicht. Das letzte Weihnachtsfest war alles andere als besinnlich, sondern chaotisch. Meinem Mann hat es gefallen. Die Einstellung „Weihnachten ist ein Familienfest“ hat er offensichtlich abgehakt. Erstaunlich, wie viele Dinge, die vorher eine unumstößliche festgefahrene Einrichtung waren durch diese WG eine teilweise völlig andere Richtung bekommen haben. Wir sind zwar im herkömmlichen Sinne schon alte Zausel, aber diese WG erweckt zu unserem eigenen Erstaunen immer wieder frische Energien. Also Mut zur WG. Ab und zu darf man sich dann auch etwas über sich selber wundern.

Wenig Stress, viel Gesundheit und herzliche Grüße

Eure fidele Alten-WG aus Laboe

 

 

Das ist nicht nur einfach so dahergesagt liebe Freunde. Bei Geld hört so manche Freundschaft auf oder wird zumindest auf eine harte Probe gestellt. Hat schon mal jemand ein Pflegeprogramm absolviert oder steckt noch mittendrin, kann dieser oftmals bestätigen, dass er gar nicht so schnell gucken konnte, wie sich der Rest der Freunde einschließlich Familienangehöriger verabschiedet hat. Die traumhafte Vorstellung, dass im Alter eine Mehrgenerationen-WG super funktioniert, halten wir für wenig erfolgreich und blauäugig. Solange Opa und Oma noch funktionieren und auf die kleinen Scheißer aufpassen oder sogar bei den Schularbeiten helfen können, ist das Harmonie pur. Jedoch wenn Opa und Oma Pflegefälle werden, entwickelt sich eine teilweise nachvollziehbare Abneigung: „Igittegit einem fremden alten Mann den Allerwertesten abputzen, nein danke, das habe ich mir so nicht vorgestellt.“ Schon ist die Harmonie, platt und direkt auszudrücken, nicht am A…., sondern im A….

Beate, die Tochter von Paul und Gudrun, berichtete von so einer WG, die sehr vielversprechend begann und sich jetzt langsam auflöst, da die Pflegefälle zunehmen. Paul dazu: Also mal so nebenbei, ihm wäre es sogar lieber, unsere Änne (resolute Haushälterin) würde ihn, wenn er sich mal vollsch….sollte, mit dem Schlauch abspritzen, als wenn sein Sohn Timo das Pflegeprogramm übernehmen würde. Der hätte schon immer gewürgt, wenn er seinen süßen Blagen den Hintern abputzen musste. Änne grinste nur und sagte nichts. Vielleicht freut sie sich auch schon auf ihren ersten Einsatz mit dem Wasserschlauch!!!

Ein evtl. bevorstehendes Pflegeprogramm haben wir vor Gründung unserer WG bis in den kleinsten Teilen ausdiskutiert und festgelegt. Alle WG-Mitglieder werden sich kümmern, jedoch nur unterhaltungsmäßig und nicht in der Pflege. Mit 8 Personen ist es durchaus möglich, eine Pflegeperson einzustellen, einschließlich ambulaten Pflegedienst und evtl. Pflegestufen ist das auch mit wenig Rente zu finanzieren. Geteiltes Leid bekommt dann die ihr zustehende Bedeutung.

Bis jetzt liebe Freunde erfreuen wir uns noch, bis auf altersbedingte Wehwehchen, bester Gesundheit. Wir leben schon einige Jahre zusammen und haben uns ein Zuhause geschaffen, welches jetzt sogar mehr Nähe zuläßt, als zu Anfang unserer Gründung. Die liebevolle, sanfte Art von Susanne, die beruhigende ausgewogene Gelassenheit von Maren, die hilfsbereite, intelligente manchmal auch arrogante Art von Holger, unser sensibler Dirk, bei dem sich immer Wasser in Wein verwandeln könnte, unsere liebenswerten Geizhälse Paul und mein Mann Wolfgang, sowie die beiden Revolverschnauzen Gudrun und meine Wenigkeit wissen jetzt, was sie von einander zu halten haben. Wir glauben es ist eine gute Mischung. Fällt mal einer auf die Nase kommt evtl. von Gudrun und mir: „Ach stell dich nicht so an“ und von Susanne und Maren:“Ach Gottchen, wie können wir helfen.“ Liebevolle Zuneigung und flapsige Randbemerkungen zeigen oftmals eine positive Wirkung.

So jetzt gehen wir bei dem Schietwetter mit unseren Hunden spazieren. Mal sehen wer lieber auf dem Sofa bleibt, ha, ha,ha

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG

 

 

 

Ihr könnt sicherlich nachvollziehen, dass es in unserer WG nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen gibt. Susanne ist sauer, weil Paul und mein Mann ihren Dirk mit zu einem „Alte Seefahrer-Treff“ genommen haben und da ordentlich gebechert wurde. Der Versicherungsvertreter und der Landarzt sind alles andere als „alte Seefahrer“, aber wie das so ist, Paul und mein Mann hatten sich mit einem Seefahrer angefreundet und schon war die Einladung perfekt oder haben sich selber eingeladen. Bei den beiden weiß man das meistens nicht so genau. Dirks Herzinfarkt ist noch nicht lange her, somit waren Susannes Bedenken Dirk mitzulocken berechtigt, zumal Dirk Alkohol zu den Grundnahrungsmitteln zählt.

Über Krankheiten wollt Ihr bestimmt nichts lesen. Obwohl, einige Verspannungen, mit dem nötigen Humor betrachtet, können so manchen Heilungsprozess beschleunigen.

Ich war gestern bei Elvira, eine große, stämmige Russin „Manuelle Therapie“, die hat mich vielleicht angefegt und an meinem Hals gedreht. Man glaubt es kaum, gelacht und angeschrien: „Mensch Mädchen locker bleiben, verdammt noch mal schon wieder angespannt, was ist denn los mit ihnen?“ Als ich ihr gesagt habe, dass ich Angst hätte, hat die sich nicht mehr eingekriegt. Boo, bei der machste was mit. Nächste Woche muss ich da zweimal hin. Als ich kleinlaut sagte:“ Ich dachte hier gibt es eine Wohlfühlmassage, sagte sie:“ Hier gibts nichts zum wohlfühlen, da musste eine Etage tiefer, Taimassage 39 Euro, das würde sie sich jede Woche mit ihrem Mann gönnen.

Jetzt mache ich auf alle Fälle jeden Tag meine Übungen gegen die Verspannungen. Mein Mann:“Ich hab dir doch gesagt, du sollst Dehnübungen machen, aber dir muss wohl erst so eine rabiate Russin den Marsch blasen. Jetzt haste Angst vor der Russin und machst deine Übungen. Kaum zu glauben was bei dir hilft.“

Angeregt durch unsere WG-Geschichten will eine ehemalige Nachbarin von Gudrun in ihrem großen Garten mit ihren Freunden drei kleine Flachdachbungalows (Fertighäuser) bauen. 60qm, die gäb es schon für unter 50.000 Euro. Im Haupthaus (Drei-Familienhaus) sollten dann in der unteren Etage die Gemeinschaftsräume entstehen. Das Grundstück liegt im Stadtgebiet. Die Freunde seien zwar noch alle unter 60 und Singles, jedoch eine altersgerechte WG mit viel Freiraum für jeden WG-Bewohner wollten sie auf alle Fälle frühzeitig gründen. Wenn es tatsächlich so kleine Bungalows für unter 50.000 Euro geben sollte, wäre das sicherlich für viele Interessierte eine Option. Mal sehen, ob ich mehr erfahren kann.

So, jetzt muss ich noch ein paar Dehnübungen machen, damit Elvira mir in der nächsten Woche nicht den Hals umdreht.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund liebe Freunde

Eure fidele Alten-WG