Mein Mann und ich waren über das Wochenende wieder mal in der alten Heimat. Das habe ich genutzt um mit meiner Freundin Uschi ihre Mutter im Altenheim zu besuchen. Ihre Mutter ist eine 88jährige liebenswerte Person. Ihr Leben lang hat sie sich um ihre 3 Kinder und  Enkelkinder gekümmert. Hinzu kommt, dass sie mit ihrem bereits verstorbenen Mann ihren beiden jüngsten Kindern oftmals aus so mancher finanziellen Notlage geholfen haben.

Sie hatte vor Jahren einen Herzstillstand und kann sich seitdem nicht mehr erinnern. Nicht mehr erinnern heißt, sie genießt den Besuch einschließlich Cafebesuch, kann sich aber 10 Minuten später nicht mehr erinnern, dass z.B. ihre älteste Tochter und ich da waren.

Vielleicht ist das der Grund, warum sich eines ihrer Kinder nur alle paar Monate blicken läßt, obwohl es in der Nähe wohnt und das andere Kind die Mutter zum letzten Mal vor 6 Jahren auf der Beerdigung des Vaters gesehen hat. Es gab kein böses Wort zwischen ihnen oder den Geschwistern. Sie kommen einfach nicht. Sind nicht bereit wenigstens eine halbe Stunde ihrer Freizeit ihrer Mutter und Großmutter mit ihrem Besuch eine Freude zu machen.

Uschi kümmert sich ja. Hat jahrelang die Pflege zuhause erledigt und bezahlt jetzt auch die Differenz zum teuren Pflegeheim. Da kriegt man schon mal das Kotzen wenn man so etwas hört.

Auch heute konnten Uschi und ich feststelle, dass keinen Besuch zu bekommen eigentlich das aktuellste Thema im Altenheim ist.

Neidisch werden die beäugt, bei denen die Anverwandten sich regelmäßig blicken lassen. Viele bekommen überhaupt keinen Besuch. Diese teilnahmslose Stille der Bewohner ist so erschreckend. Wir haben heute zwei ältere Damen in dem Altenheim-Cafe getroffen, die zwar körperlich nicht mehr so fit waren aber geistig einen regen Eindruck vermittelten. Sie sagten, dass ihre Besucher hier immer schnell weg wollten, weil hier alles so bedrückend sei. Die beiden seien froh, dass sie sich hier gefunden hätten um wenigstens ab und zu mal eine vernünftige Unterhaltung zu führen. Die meisten seien dazu nicht mehr in der Lage oder schon so verbittert, dass sie lieber irgendwo in der Ecke sitzen und auf Besuch warten, der nicht kommt, und wenn ja, schnell wieder verschwindet, weil viele der Altenheimbewohner wieder nach hause wollten.

Es gäbe eine junge Frau, die sich das antut und zweimal die Woche ihre Mutter besucht. Die Mutter sei schwer daneben. Rennt den ganzen Tag herum. Kommt die Tochter, jammert die Mutter die ganze Zeit herum sie wolle nach hause. Die Tochter sitzt dann da und weint und sagt ihr immer wieder, dass sie arbeiten müsse und sich zuhause nicht um sie kümmern könne.

Boo, so ein Altenheim kann noch so super organisiert sein, noch so freundlich eingerichtet, über noch so herzliches Personal verfügen. Diese stille bedrückende Stimmung ist einfach da. Zumindest empfinde ich es so. Uschi sieht das nicht ganz so. Sie meint, Menschen die in jungen Jahren langweilig waren, sind es im Alter auch. Da sich solche Dinge im Alter noch verstärken hätte man im Alter im schlimmsten Fall alle auf einer Etage im Altenheim. Sie würde später ins Altenheim gehen und hoffen, dass sie dann noch alle Tassen im Schrank hätte und schon jemanden finden mit dem sie sich austauschen könnte. Sieh sähe das optimistisch. So nach dem Motto: „Unter den Blinden ist der Einäugige König.“ Ansonsten ist man in den meisten Fällen als alte Schraube hier gut versorgt und bekäme  sowieso nichts mit. Also, alles halb so wild?

Vor Jahren während eines Laboe-Urlaubs, unser Projekt befand sich noch in der Anfangsphase und wir malten uns in den schönsten Farben unser späteres Zusammenleben aus, sagte Maren: „Was wir unbedingt einführen sollten, und was eine echte Bereicherung für uns alle sein könnte, sind Literaturabende. Wir könnten uns zum Beispiel gegenseitig Gedichte vorlesen.“ Paul hatte gerade sein Bierglas angesetzt, konnte es noch gerade auf den Tisch zurücksetzen bevor er das, was er noch im Mund hatte, in Gudruns Richtung prustete, die, wenn sie sich nicht schnell zur Seite gedreht hätte, alles abbekommen hätte.

Paul entschuldigte sich bei Gudrun und konnte sich nicht wieder einkriegen vor Lachen. Mit hochrotem Kopf sagte er, dass er der erste sein wollte, der die Gedichte vorliest. „Mann,oh Mann“ lachte er weiter, „wenn ich daran denke, was meine Versicherungskollegen sagen, wenn ich denen erzähle, in ein paar Jahren verlege ich meinen Wohnsitz nach Laboe und werde Gedichte vorlesen. Ich lach mich tot, ha ha, ha.“

Ich wusste, dass mein Mann ähnlich dachte und schaute ihn kritisch von der Seite an. Er zog die Augenbrauen hoch und grinste mich an.

Maren blieb völlig unbeeindruckt. Sie merkte, dass wir Frauen einschließlich Dirk gar nicht so abgeneigt waren und erzählte weiter: „Kennt ihr den Film „Der Club der toten Dichter?“ Nach dieser Frage rastete unser Paul völlig aus. Er bekam einen regelrechten Lachanfall, konnte sich kaum beruhigen und kippte fast mit seinem Stuhl um. Die Gesamtsituation war so komisch, dass wir anderen einschließlich Maren uns durch dieses Lachen so anstecken ließen, dass die ganze Gesellschaft in ein schallendes Gelächter ausbrach. Als wir uns endlich beruhigt hatten erzählte Maren weiter, die Institution Schule sei in den letzten Jahrzehnten häufig in Kino- und Fernsehfilmen thematisiert worden, jedoch kaum ein Film erwecke dermaßen öffentliches Interesse wie der „Club der toten Dichter.“ In dem Film spielt der brillante Schauspieler Robin Williams die Rolle des Lehrers John Keating.

„Keating ermutigt seine Schüler zum selbständigen Denken „Carpe diem!“ Nutze den Tag! Macht etwas außergewöhnliches aus Eurem Leben!“ Dieser Keating war zu seiner Schulzeit Mitglied im „Club der toten Dichter“, einem Geheimbund, dessen Mitglieder sich in nächtlichen Sitzungen in einer Höhle fremde oder selbst geschriebene Gedichte vorlasen. Seine Schüler rufen diesen Club erneut ins Leben und treffen sich auch in dieser besagten Höhle um Gedichte zu zitieren.“

Das war natürlich wieder das Stichwort für unseren Paul. „Weißt du denn, wo die Höhle ist liebste Maren, ich hätte schon ein Gedicht.“ Im feinsten Platt trug unser Paul vor:

„Dat Pöggsken (kleiner Frosch)“

Pöggsken sit in’n Sunnenschien;

huh, wat is dat Pöggsken fien

met de groumlne Bücks.

Pöggsken denkt an nix.

Kümp de witt Gausemann (Gans)

hät so raude Stieweln an,

mäck en raut Gesnater.

Hu, wat fix springt dat Pöggsken mit de Bücks,

mit de schöne gröne Bücks,

mit de Bücks in’t Water!“

Damit hatte er wieder die Lacher auf seiner Seite.

Auch heute noch wird unser Wohnprojekt oftmals kritisch hinterfragt. Was ist, wenn der erste Pflegefall auftaucht oder wenn alle zu Pflegefällen werden?

Was passiert mit der Wohneinheit im Sterbefall. Für viele Wenn’s und Aber’s haben wir Lösungen gefunden, jedoch nicht für alle Eventualitäten. Oft müssen wir uns anhören, dass unser Wohnprojekt so nur ins Leben gerufen werden konnte, weil wir die Möglichkeit hatten, finanziell zu investieren. Das mag sicherlich zutreffen. Wir haben uns auch mit anderen Wohnprojekten auseinandergesetzt, die für viele, auch ohne großartige finanzielle Mittel, zugegebenermaßen sogar teilweise vielversprechender sind als unsere Wohnform.

Es wachsen hierzu immer neue Ideen und es werden neue Konzepte entwickelt. Es wurde erkannt, dass eine gewisse Vereinsammung gerade älterer Menschen mit Wohnraumanpassung und der Versorgung von Dienstleistungen aller Art nicht zu verhindern war. Es wurde weiterhin erkannt, dass der prozentuale Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft kontinuierlich steigt. Eine ähnliche Entwicklung erleben wir aber bei der Gruppe der allein erziehenden Mütter und Väter.

Beide Gruppen haben vieles gemeinsam: finanzielle Nöte. Sinkender Lebensstandard bis hin zur Verarmung. Große Unterschiede gibt es bei den Ressourcen:Überangebot an Zeit bei den Senioren, andererseits chronischer Zeitdruck bei den Alleinerziehenden. Einerseits der Verlust von Aufgaben und Verantwortung, andererseits die permanente Überforderung.

Die Idee, hier eine Hausgemeinschaft dieser Personengruppen mit dem Ziel der gegenseitigen Unterstützung entstehen zu lassen, ist eine super Sache. Ein Zusammenleben, das dahingehend optimiert wird, dass die Inanspruchnahme externer Dienstleister minimiert wird.

Beate, die Tochter von Gudrun und Paul hat eine Freundin besucht, die in diesem Wohnprojekt bereits zuhause ist. Diese Freundin – eine alleinerziehende Mutter mit zwei kleinen Mädchen – habe mit diesem Wohnprojekt die optimale Lösung gefunden. Die jüngste geht morgens in den Kindergarten, der auch zu diesem Wohnprojekt gehört, der aber auch von externen Kindern besucht wird. Die Kindergärtnerin sei auch eine Alleinerziehende und das Besondere daran: Auch Senioren betreuen die Kinder auf ehrenamtlicher Basis. Die ältere Tochter der Freundin geht zur Schule. Ihre Kinder sind tagsüber in der Kindertagesstätte, einem „Netz für Kinder“, versorgt und sie selbst kümmert sich als gelernte Altenpflegerin um Senioren.

Besonders angetan war Beate von der Unbekümmertheit, mit der die kleinen Kinder auf die alten gebrechlichen Mitbewohner zugehen. Sie habe gesehen, wie ein keines Mädchen von 4 Jahren einen kleinen Fußhocker direkt vor einem alten Mann stellte. Dieser saß in eine Deck gehüllt in seinem Sessel und starrte teilnahmslos in den Raum. Das Mädchen setzte sich auf diesen Hocker und fing ohne Vorankündigung an zu singen, dabei bewegte es seinen Kopf und seine kleinen Finger hin und her und sag mehrere Strophen eines Kinderliedes. Der alte Mann lachte sie an und wiegte ebenfalls den Kopf hin und her und summte leise mit. Zum Schluss klatschte sie in die Hände und sagte nur: „Tschüss Opa Jahn bis morgen“, stellte den Fußhocker wieder zur Seite und rannte davon.

Opa Jahn starrte zwar nach einiger Zeit wieder teilnahmslos in den Raum jedoch summte er dabei zufrieden vor sich hin. Morgen würde die kleine Evi wieder da sitzen und ihm ein kleines Lied vorsingen, so wie sie es fast jeden Tag tat. Diese kleine Geschichte spricht für sich. Als Beate sie uns erzählte, hatte ich einen mächtigen Kloß im Hals und war diesmal dankbar, dass aus Pauls Richtung der unsensible Spruch kam: „Na vielleicht ist das immer die Zeit, wo Opa Jahn seine Pampers voll macht.“ Trotzdem, auch Paul konnte dem nur zustimmen, dass wir zu Recht von einem Werteverlust in unserer Gesellschaft sprechen müssen. Mit diesem geschilderten Wohnprojekt ist jedoch ein weiterer Ansatzpunkt gefunden worden, dem entgegen zu wirken. Hier werden Senioren in das gemeinschaftliche Leben integriert. Ihnen werden, selbstverständlich freiwillig, Verantwortung für die Gemeinschaft, aber auch für einzelne Kinder übertragen. Sie können ihre Erfahrungen an jüngere Menschen weitergeben und erfahren dadurch eine neue Wertschätzung und Lebensfreude. Alleinerziehende erfahren Entlastung im familiären Alltag, Freiraum für soziale Kontakte, eine Berufstätigkeit wird mit der Familie wieder vereinbar.

 

Laboe ist zwar nur ein kleiner Ort mit ca. 5500 Einwohnern. Jedoch gibt es Tage, da hat man das Gefühl, in Laboe trifft sich ganz Norddeutschland. Zum Beispiel an den Laboer Dorschtagen. Die Laboer Dorschtage ist die größte Angelveranstaltung Norddeutschlands. Über 350 Angler stellen auf mehreren Kuttern den Dorschen nach, um sich den Titel „Dorsch-König oder Königin zu erangeln.

Regelmäßig sind an diesen Tagen alle unsere Zimmer in den oberen Stockwerken mit unseren Kindern und Enkelkindern besetzt. Es handelt sich hier zwar immer nur um ein verlängertes Wochenende (Donnerstag bis Sonntag) jedoch hat sich dieses Ereignis bisher immer zu einem Großfamilientag entwickelt. Großfamilie heißt – es kommen wirklich alle – alle Kinder und Enkelkinder. Es ist erstaunlich, dass sich diese Dorschtage zu einer festen Verpflichtung entwickelt haben und ausnahmslos alle an diesen Tagen in Laboe sind. Hinzu kommt, dass es diesbezüglich schon sehr viele heitere Anekdoten gegeben hat. Wie zum Beispiel Jörn, der Sohn von Susanne und Dirk, in einer für ihn wichtigen Sitzung in seinen Terminkalender schaute und ganz selbstverständlich sagt: „Also, da kann ich nicht, da sind die Dorschtage in Laboe.“

Nachdem er aufschaute und dann in eine Reihe von ungläubigen Gesichtern blickte, war er natürlich eine Erklärung schuldig. Gleichzeitig fiel ihm aber auch auf, wie selbstverständlich und verbindlich dieser Termin mittlerweile für ihn geworden war.

Klar, dass sich unsere Enkelkinder ganz besonders auf dieses Spektakel freuen. Es gibt einen kleinen überschaubaren Jahrmarkt mit einem Hüpfkarussell. In diesem Karussell sitzt man an langen Leinen wie in einem Fallschirmsitz. Unter den Füßen befindet sich ein großes Trampolin. Anfangs war es schon beängstigend mit anzusehen, wie sie sich mit jauchzender Begeisterung immer wieder nach oben hin katapultierten um sich die Dorschtage, ihre Eltern und Großeltern von da oben anzusehen.

Unsere ansonsten nicht so ängstliche Gudrun versicherte sich bei dem Karussellbetreiber, dass es auf keinen Fall gefährlich sei. Dennoch schaute sie etwas unbehaglich dem Szenario zu.

„Mein Gott, die Zwillinge können aber auch nie genug bekommen“, stellte sie immer wieder besorgt fest. Am nächsten Tag steuerten die beiden Jungs unaufhaltsam wieder auf dieses Karussell zu. Nachdem der Karussellbetreiber die Zwillinge angeschnallt hatte, prüfte Gudrun noch mal alles und teilte den Jungens mit: „Also, wenn euch schlecht wird, kommt ihr sofort herunter, verstanden.“ Jaaa, jaaa Omi, uns wird nicht schlecht.“

Ich hatte mittlerweile noch einen freien Tisch ergattert und schaute dem Treiben zu.  Als Gudrun sich zu mir setzte schaute sie mich verheißungsvoll an und sagte: „Mal sehen wie lange die beiden sich heute in die Luft jagen.“

Als der Karussellfahrer in die 4. Runde läutete und die Zwillinge immer noch nicht die Nase voll hatten, schaute sie mich ungläubig an und sagte: „Nicht zu fassen, die beiden haben vorher jeder eine Pommes, einen Hamburger, ein Eis, eine Zuckerwatte, eine Waffel und eine Cola verputzt meinste, denen ist schlecht?“

Leider ist die Strategie von Gudrun nicht aufgegangen. Was dabei herauskam war, dass die Zwillinge dreimal soviel durch die Luft fliegen durften wie sonst (Gudrun hatte es ihnen vorher versprochen). Der einzigen, der nur vom Zuschauen schlecht wurde, war Gudrun. Als Trost war sie auf dem ganzen Heimweg die beste und coolste Omi der Welt, bei der sie sogar Cola trinken durften. Gudrun lächelte nur gequält. Als ich ihr noch grinsend zuflüsterte:

„Mensch Gudrun, deine Enkelkinder haben aber einen gesunden Magen,“ zischte sie nur: „Halt bloß die Klappe.“

 

Fremde

06.02.2017

Susanne und ich sind vor einiger Zeit mit unseren Hunden Mücke (Havaneser) und Willi (Berner Sennehund) am Hundestrand entlangspaziert. Ein älterer Herr schmiss immer einen Ball ins Meer und sein Golden Retriever holte ihn wieder heraus. Wie das so mit Hundebesitzern ist, man kommt schnell ins Gespräch.

Er sei ein Zugezogener aus Berlin und die eingeborenen Laboer seien ein arrogantes Pack. Am liebsten würden die am Ortseingang ein Schild anbringen auf dem steht:  „Ihr dürft kurz durch den Ort fahren, eure Kohle hier lassen, dann aber schnell wieder weg hier.“

Seine Lebensgefährtin und er haben hier über Jahre immer ihren Urlaub verbracht. Vor 2 Jahren hätten sie sich hier eine Eigentumswohnung gekauft. Das sei ein Fehler gewesen. Sie überlegen wieder nach Berlin zu ziehen. Mit den Leuten hier kann man einfach nicht warm werden.

Unsere Einwände: Na ja, wir sind hier im Norden. Da ist alles etwas kühler. Auch wir hätten festgestellt, dass es hier viele Sturköppe gibt. Aber es gäbe auch Ausnahmen. Wir erzählten von unserer herzlichen Änne. Damit konnten wir bei ihm auch nicht Punkten.

Als ich abends meinen Mann davon erzählte, meinte er nur, das sähe er genau so. Er wollte aber auch mit keinem warm werden. Sehr witzig!!! Er könne auch verstehen, dass die Laboer die Schnauze voll hätten, wenn die Touristen hier immer wie die Heuschrecken einfielen. Freuen würden sich dann nur die Geschäftsleute. Er sei auch froh, wenn der Trubel vorbei sei und er in Harrys Fischküche entspannt sitzen könne ohne dass ihm einer im Eifer des Gefechts  seinen Fischteller auf die Klamotten kippt. Boo, das ist einmal vorgekommen. Da wird er sich noch den Rest seines Lebens daran hochziehen.

Diese beiden Fragen tauchen immer wieder auf.

Zunächst einmal hatten wir alle etwas gemeinsam. Die Vorliebe für diesen Ort Laboe. Laboe war für alle unter Urlaub, Strand und Sonne abgespeichert.

Alle unter einen Hut zu bekommen ist das größte Problem. Menschen, die so etwas vorhaben, sind letzten Endes bereit etwas aufzugeben um etwas Neues anzufangen und zwar in einem Alter in dem das nachvollziehbar nicht mehr so einfach ist. Etwas locker ausgedrückt: alles Alphamännchen/frauchen die alles besser wissen.

Unsere Truppe setzt sich zusammen:
Holger (Architekt), Maren seine Frau (Geschäftsführerin in einem Modehaus),
keine Kinder
Dirk (Bundeswehr), seine Frau Susanne hat ein Familieunternehmen geleitet auch „nur Hausfrau“ genannt.
2 Kinder
Paul (Versicherung), seine Frau Gudrun (Hausfrau)
2 Kinder und 6 Enkel
Wolfgang (Internist), ich (Hausfrau)
2 Kinder und eine Enkelin

Wir hatten eine gemeinsame Vorliebe für Laboe. Ebenso kann man jedoch dieses Wohnprojekt auch mit Freunden oder Gleichgesinnten in seiner Heimatstadt umsetzen.
Wichtig ist, dass einer oder besser zwei das wirklich wollen und tätig werden.
Der Rest interessiert sich nur für was kostet das, wie wohne ich, wer zieht mit ein.

Bei uns haben Holger und Maren das Grundstück und die Villa einfach gekauft.
Gudrun und ich haben dann die anderen bearbeitet.

Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass es nur so funktionieren kann, dass sich jeder bei Bedarf in seine eigene Wohneinheit zurückziehen kann und es keine erzwungene Gemeinsamkeit gibt. Wie gesagt, es kann sich auch jeder selber etwas bruzeln, obwohl unsere Köchin und Haushälterin Änne das herzliche Glanzstück unserer Gemeinschaft ist.

Nur mal am Rande. Ich habe eine Freundin, die ein großes altes Haus in einem sehr abgelegenen Dorf gekauft hat. Dieses hat sie umbauen lassen. 5 Zimmer münden alle in eine große gemeinsame Küche. Es gibt ein großes modernes Bad und eine Gästetoilette. Sie wollte eine Wohngemeinschaft mit vier weiteren Frauen gründen. Es sollte eine klare Arbeitseinteilung betreffend Haus- und Gartenarbeiten geben. Die vier Frauen würden sich schon finden.
Zwei hatten sich gemeldet, die ihr nicht gefielen.
Sie selber ist eine sehr dominante Person, hat mehrere gescheiterte Beziehungen hinter sich und glaubte tatsächlich, dass sie mit 65 in Friede, Freude, Eierkuchen mit völlig fremden Frauen unter ihr Kommando in heiterer Gelassenheit in ihrer Großküche bei einem Gläschen Rotwein und Spagetti ihrer Restlaufzeit entgegensehen kann.

Meine Kritik ist nicht gut angekommen und es gab vorübergehende Funkstille. Im letzten Sommer hat sie uns mit ihrem neuen Lebenspartner besucht. Die beiden wohnen jetzt in diesem Haus. Glaube kaum, das sie momentan 3 weitere Frauen sucht.

Hausarbeit!!! Die bleibt uns auch in unserer Wohneinheit nicht erspart. Mir persönlich reicht es, dass ich, wie all die Jahre vorher, die Klamotten von meinen Mann wegräume. Da hätte es mir noch gefehlt, dass ich laut Arbeitseinteilung auch noch die dreckigen Sachen von z.B. Paul am Hals hätte. So können Gudrun und ich uns immer schön über die Unzulänglichkeiten unserer Männer auslassen ohne uns allzu ernst zu nehmen. Beide haben z.B. kein Problem damit mit verdreckten Schuhen in ihrer Wohnung aufzulaufen. Änne hat sie ein paar mal angepflaumt (sie meinen angeschnautzt) so dass sie jetzt bei ihr die Schuhe im Flur ausziehen bevor sie das Haupthaus (Küche und Kaminzimmer) betreten. Geht doch!!!

Gehe mal davon aus, dass ich die nachfolgende Einstellung mit einigen Leserinnen teile.

Eigentlich interessiert mich die Bauweise eines Schiffes herzlich wenig, und höre zugegebenermaßen immer nur halbherzig zu, wenn mein Mann mir in epischer Breite zu erklären versucht, wie viel Quadratmeter Segelfläche das Schiff hat, wie sich die Geschwindigkeit messen lässt, wie schnittig es gebaut ist usw.. Weil ich aber diesen zufriedenen und begeisterten Geichtsausdruck liebe, den er dabei hat, heuchle ich Interesse.

Die Begeisterung für Schiffe teilt mein Mann Wolfgang nicht nur mit Bootsmann Jannis, sondern auch mit unserem Sohn Friedrich. Friedrich ist jedoch ein Freund alter Schiffe und hat mir von dieser Beeke Sellmer erzählt.

Hatte ich bis dato immer geglaubt Schiffahrt sei eine männliche Domäne, war ich damit auf dem Holzweg oder besser gesagt auf den verkehrten Planken. Erstmals 1857 bot eine Frau eine regelmäßige Fährverbindung von Laboe nach Kiel an. Es war die Laboerin Beeke Selmer, sie war damals 59 Jahre alt, als sie zweimal wöchentlich von Laboe aus lossegelte. Für zwei Schillinge durften die Passagiere mitfahren. War Flaute mussten sie rudern. Übrigens, als Beeke Sellmer ihre Fährfahrten damals anbot, da war sie schon dreimal verheiratet gewesen und hatte zehn Kinder zur Welt gebracht. Das reetgedeckte Haus, in dem sie lebte, ist noch heute erhalten. Es befindet sich am Dellenberg in Laboe.

Ende der 1990er Jahre kam von den „Freunden Alter Schiffe“ aus Schönberg die Idee ein altes Wadenboot nach Originalplänen nachzubauen. Nachdem Sponsoren gefunden worden waren, konnte der Bootsnachbau begonnen werden und wurde 2000 fetiggestellt. Namensgeberin wurde die besagte Beeke Sellmer. Seitdem werden jeden Sommer kleine Segeltörns für Touristen und interessierte Kieler angeboten.

Diese geschichtliche Information kennen Sie vielleicht schon, doch es bleibt festzustellen meine Damen: „schon damals gab es taffe Laboer Frauen“

Über Jahre wurde das Projekt Wohngemeinschaft immer wieder in langen Sommernächten in Laboe oder dann konkreter in Berlin bei Maren und Holger heiß diskutiert. Diejenigen, die zu Anfang die größten Bedenken hatten, wie Holger und mein Mann Wolfgang, sind heute die eifrigsten Verfechter dieses modernen Altenkomplexes.

Ich saß mit Holger im Strandcafe. Wir unterhielten uns über seine neue Glasbilder-Ausstellung in Kiel. Die Zwillinge Max und Moritz trieben unterdessen ihr Unwesen am Strand, als eine sympatische ältere Dame zu uns kam und fragte ob wir die Großeltern dieser beiden „Jumbüdels“ seien.

Was die beiden jetzt wieder angestellt hatten, weiß ich nicht mehr. Ich kann mich nur noch erinnern, wie Holger – ganz Gentleman – die Dame bat sich zu uns zu setzen und mit uns einen Kaffee zu trinken. Nach kurzer Zeit wurde unser Holger – der größte Bedenkenheini betreffend Wohngemeinschaft Laboe – zum glühendsten Verfechter dieses Projektes. Es wurden alle Vorteile von ihm aufgezählt. Die Dame nickte nur und konfrontierte ihn dann mit den Bedenken, die er vor Jahren selber zum Besten gegeben hatte. Es fiel mir zwar schwer, jedoch habe ich mich zurückgehalten und nur ihn reden lassen.

An diesem Nachmittag habe ich den sonst so verschlossenen teilweise, wie ich glaubte, kühlen und schrägen Holger ganz anders erlebt.

Er pflichtete unserer Tischnachbarin bei, dass nicht jeder in so einer Wohngemeinschaft gut aufgehoben sei, nicht jeder im Alter ein Pflegefall wird und der Familie zur Last fällt, nicht jeder sich mit seinem langjährigen Partner im Alter anödet und zu Tode langweilt. Es gäbe schließlich auch Rentner, die ganz zufrieden mit sich und ihrer Umwelt im Kreise ihrer Familie leben und eines Tages einfach nicht mehr sind.

Für ihn und seine Frau sei es jedoch wichtig gewesen, die Verantwortung für sich bis zum letzten Atemzug selbst zu übernehmen und dieses Kapitel nicht anderen zu überlassen. Als die Dame sich immer noch nicht einsichtig zeigte und nicht in die erwarteten Begeisterungsstürme ausbrach, zeigte sich der sonst so zurückhaltende Gentlemann von einer ganz anderen Seite. Er hatte auf einmal die Faxen dicke und fuhr mit härteren Geschützen auf: „Stellen sie sich mal vor. Man hat sie mit 88 in den Wartesaal eines Altenheimes geschoben. Sie sitzen da, den Kopf nach hinten gekippt, den Rachen weit geöffnet, so dass jeder ihre Mandeln, falls noch vorhanden, sehen kann ob er will oder nicht und um sie herum fremde Leute, die glauben sie bedauernswertes Geschöpf würden nichts mehr mitbekommen. Aber, meine Dame, wenn einer von uns so weit ist, sind es keine Fremden, die in diesen Hals schauen, sondern Freunde, Freunde, die diesen offenen Mund lieben, aus dem so manche erinnerungswerte und liebevolle Frechheit (ob er wohl mich damit meinte) herausgekommen ist.“

Mann, ich war platt, und die Dame, die uns gegenüber saß, ebenfalls. Als er sein etwas übertriebenes Plädoyer beendet hatte, saßen wir beide mit offenem Mund da. Wir sind dieser Dame später noch drei- oder viermal begegnet. Sie hat uns zwar immer freundlich gegrüßt, anschließend aber eine andere Richtung eingeschlagen. Nach dem Erlebnis habe ich Holger ganz anders gesehen. Hoffentlich bleibt es uns beiden erspart einmal mit offenen Rachen nebeneinander zu sitzen.

Solche Nachmittage und Erlebnisse sind für mich immer wieder eine positive Bestätigung unseres Laboeprojekts. Hätte ich an dem Nachmittag mit meinem Mann in dem Strandcafe gesessen, hätte er sich bei der Dame entschuldigt, die Zwillinge eingesammelt, wäre mit mir und den Kindern maulend über die sich beschwerende Zimtzicke (ältere Dame) nach Hause gegangen und der Tag wäre gelaufen. So konnte ich ihm die Geschichte erzählen und wir beide haben uns noch im nachhinein über Holgers Eifer amüsiert.

 

Ausnahmslos alle haben in dieser Wohngemeinschaft gelernt, was es heißt, auch offen zu sein für das Leid anderer, und sehen heute diese Gemeinschaft und Nähe als eine Bereicherung ihrer Lebensqualität.

Ganz schlimm wird uns immer die Nachricht von der Leukämieerkrankung des kleinen damals fünfjährigen Jannis in Erinnerung bleiben. Mein Mann Wolfgang schämte sich genau so wenig seiner Tränen wie wir.

Jannis ist zwar das Enkelkind von Gudrun und Paul, jedoch verbindet ihn eine besondere Freundschaft mit meinen Mann Wolfgang (seinem Ka-Leu).

Als Jannis im Krankenhaus lag und mit seiner Leukämie kämpfte, hat mein Mann es sich nicht nehmen lassen, ihm jeden zweiten Tag ein kleines Päckchen zu schicken. Tatsächlich jeden zweiten Tag!!! Es waren zwar meistens nur Kleinigkeiten die er gekauft hat, jedoch waren es ausschließlich Dinge, die hunterprozentig Jannis Geschmack trafen. Unter anderem Laserschwerter, Pokemon-Karten, schreckliche Figuren die man immer wieder in eine andere Kampfmaschine verwandeln konnte usw..

Mein Mann ging soweit, dass er sich ab und zu das Kinderprogramm auf Super-RTL anschaute, um die Werbung nicht zu verpassen, wo die neuesten Spielsachen angeboten wurden. Argumente wie „das sei erzieherisch falsch, der Junge meine es gehe jetzt immer so weiter oder er glaube er werde jetzt belohnt, weil er krank sei,“ usw. hat er nur mit einem „Na und!!!“ abgetan und das nächste Päckchen zur Post gebracht.

Wenn Jannis sich dann mit seinem dünnen Stimmchen aus dem Krankenhaus meldete und seinen Ka-Leu sprechen wollte, weil dieser mal wieder genau die richtige Schreckensgestalt geschickt hatte – die er sich ja schon immer gewünscht hat – wussten wir, dass das genau die richtige Therapie war.

Heute ist Jannis über den Berg. Er hat die Krankheit besiegt. Auch die vielen, vielen Spielsachen – die er von allen Seiten bekam – haben keine bleibenden Schäden hinterlassen. Er ist ein neugieriges aufgewecktes Kerlchen geblieben. Schenken und beschenkt werden ist offensichtlich für ihn immer nur ein Zeichen von Zuneigung. Er hat auch keine Probleme damit, selber etwas zu verschenken.

Es war nicht nur für ihn, seine Eltern und Großeltern eine schlimme Zeit. Wir haben alle mitgelitten. Ich könnte jetzt noch von vielen gesundheitlichen Problemen erzählen, die, mit vielen Ängsten verbunden, schon einige von uns arg gebeutelt haben. Diese Probleme haben wir gemeinsam gemeistert. Jedoch nichts hat uns bisher so zusammengeschweißt wie die Angst um das Leben dieses kleinen Kerlchens.

Mein Mann Wolfgang und unser etwas ruppiger Mitbewohner Paul sind nicht immer ein Herz und eine Seele. Da sah es zwischen Wolfgang und dem damals 4jährigen Jannis, dem Enkelsohn von Paul, ganz anders aus. Sobald Jannis meinen Mann gesichtet hat, wurde Opa Paul erst mal auf Eis gelegt und er schrie: „Wolfgang, Wolfgang gehen wir zum U-Boot?“ Da ließ sich mein Wolfgang nicht lange bitten. Ich weiß nicht, wie oft ich den beiden schon nachgeschaut habe, wenn der Zweimetermann mit dem kleinen Kerlchen, der ihn unaufhörlich vollquatschte, Hand in Hand zum U-Boot trabten. Das U-Boot liegt als technisches Museum vor dem Marine Ehrenmal in Laboe. Ich glaube inzwischen kennen die beiden jede Schraube in dem Boot. Das war ihr Ding. Sie legten beide keinen Wert darauf, dass noch ein dritter an ihren Ausflügen teilnahm. Das hatte auch Jannis Opa Paul amüsiert bemerkt.

Ab und zu ist mit der ganzen Wohngemeinschaft einschließlich Familienanhang ein Spaziergang am Förde-Wanderweg angesagt. Wir laufen dann bis Heikendorf. In Heikendorf angekommen, haben wir meistens schon vorher einen gr0ßen Tisch bestellt und freuen uns auf ein gemeinsames Mittagessen. Oftmals zählen wir über 20 Personen. Zu Anfang sind wir gefragt worden, ob jemand Geburtstag hätte oder sonst irgendeine Feier anstünde. Unsere Antwort: „Wir sind ein Altenheim mit Familienanschluss“, wurde zunächst nicht verstanden, dann aber belächelt oder hinterfragt.

Es gab schon Menschen die sich für unser „Projekt“ wirklich intressierten. Die häufigste Argumentation war dann immer: „Würde ich ja später auch gerne machen, aber ich kenne keinen, mit dem das funktionieren würde.“

Zu Anfang haben wir uns noch mit großartigen Überredungsargumentationen herumgeschlagen. Oder blöden Sprüchen wie: „Ach wir passen auch nicht zusammen. Fetzen uns regelmäßig, aber wozu gibt es Blutdrucktabletten“ Besonders Holger konfrontierte ahnungslos Fragende mit seiner Begeisterung für diese Wohngemeinschaft, dass die Leute die bisher noch zufrieden ihrem 60. Geburtstag entgegen sahen schon von Holger auf Panik programmiert wurden. Heute fällt dann nur noch der Satz: „Dann sollte man es lieber lassen. Es ist eben nicht für alle die beste Lösung.“ Seinen Gesichtsausdruck – ach so ein Dummschwätzer – hat er sich dabei allerdings noch nicht abgewöhnt.

Wenn der Mittagstrubel in Heikendorf vorbei ist, wandern die Unermüdlichen wieder zurück und der müde Rest der Familienmitglieder steuert die Fähre an, die uns wieder nach Laboe bringt.

Ich erinnere mich noch, wie der kleine Jannis auf der Fähre neben meinem Zwei-Meter-Mann Wolfgang steht, die kleine Hand in seiner „Pranke“ und hört ganz interessiert und andächtig zu, wie dieser ihm Geschichten zu den Kieler Fährlinien erzählt. Auch diesmal waren sie beide ganz angetan von der „Kronprinz Harald“ die wir in sicherer Entfernung passierten.

Ich hörte, wie mein Mann zum kleinen Jannis sagte: „Morgen gegen 14 Uhr gehen wir zum Strand dann kannste die „Color Fantasy“ sehen, dass ist die größte Personenfähre der Welt.“ Mein Mann hatte offensichtlich die Fahrpläne der großen Fährschiffe studiert. Jannis strahlte ihn an und sagte: „Du Wolfgang, ich könnte ja Wölfchen zu dir sagen oder?“ Mein Mann schaute in amüsiert an und sagte: „Wenn du mich umtaufen willst, sag lieber Ka-Leu zu mir und du bist dann Bootsmann Jannis.“ „Prima, prima, das ist eine tolle Idee! Ka-Leu, Ka-Leu, juhu, juhu und Bootsmann Jannis genau, genau.“

Ich konnte mich nicht halten vor Lachen. Mein Ka-Leu Wolfgang hatte nicht mitbekommen, dass seine Frau alles mit angehört hatte. Als er mir abends erzählte, dass der kleine Jannis ihn unbedingt Ka-Leu nennen wollte, konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen: „Ach, wollte er das unbedingt Wölfchen.“ Er grinste nur.

Jannis hat ihn nie wieder Wolfgang genannt und Jannis war seit dem immer nur der Bootsmann. Als ich meinen Wolfgang später einmal necken wollte und ihm vorschlug, den Bootsmann zum Admiral zu befördern ereiferte er sich:“Sicher, sicher der Ka-Leu befördert seinen Bootsmann zum Admiral, du hast doch keine Ahnung.“ Seit dem habe ich nichts mehr dazu gesagt, die Sache wurde mir zu ernst.