Bei der WG in Cuxhaven hat eigentlich nichts gepasst.  Z.B. Monika mit 750 Euro Witwenrente. Gertrud und Josef, ehemalige Arbeitskollegen bei einer Bank, sehr gute Rente, Dieter, der Künstler, unregelmäßige Einkünfte.

Sie haben die Fixkosten der WG errechnet. Jeder bezahlt, seiner Rente entsprechend, den prozentigen Anteil. Sie leisten sich eine Putzfrau, die sich schon beschwert hat, dass es nicht viel zu tun gibt, da Josef mit seinem Putzfimmel meistens schon gründliche Vorarbeit geleistet hat.

So viel zu „es muss passen“. Unterschiedlicher kann man nicht sein. Josef und Dieter wären gut gewesen für eine Neuauflage von „Ein ungleiches Paar“. Ihr kennt sicherlich den Film mit dem Ordnungsfanatiker Felix und den Chaoten Oskar – gespielt von Jack Lemmon und Walter Matthau. Holger und Maren haben vor einigen Tagen die Cuxhaven-WG besucht und uns von dem veränderten Josef berichtet.

Josef, ein kleiner schmächtiger, sehr gepflegter Typ mit seinem ausgeprägten Putzfimmel, hat immer mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass Dieter nach dem Duschen kurz an seinem T-Shirt roch und feststellte, das geht noch.

Bei Dieter, so einem Schimanski-Verschnitt mit viel zu langen Haaren und einer großen Klappe, vermutet man zunächst nicht den sensiblen Künstler. Als wir in großer Runde mal wieder das Thema Männer und Frauen passen irgendwie nicht zusammen, auf den Schirm hatten, wir Frauen dann aber fast einvernehmlich feststellten, dass Dieter zu den Männern gehört, die einem schon gefallen könnten. Holla die Waldfee, da hatten wir uns ein Eigentor geschossen: „Ach so, Schmierlappen bevorzugt“, kam dann nur von meinem Mann. So ein Quatsch, er hat eben so eine gewinnende positive Ausstrahlung. Hat unsere Männer zwar nicht überzeugt, jedoch sein Mitbewohner Josef hat sich, so berichteten zumindest Holger und Maren, verändert. Dieter hat den peniblen Josef immer wohlwollend akzeptiert und trotzdem sein Ding gemacht. Josef hat sogar beim Bau des Hühnerstalls mitgeholfen. Vor Jahren für ihn noch ein Unding.

Dieters Hund durfte laut Josef jedoch nicht in die Küche. Genau wie bei uns. Änne hat auch was dagegen. War für Dieter und seinen Hund ok. Dieter und Gertrud (jetzt ein Paar) hatten sich einen weiteren kleinen Hund zugelegt. Dieser Hund hat jetzt ausgerechnet Josef zu seinem Lieblingsmenschen gemacht, da Josef immer ausgedehnte Spaziergänge macht und ihn mitnimmt. Er hat sich dann immer weiter aus dem Flur in die Küche zu Josef gerobbt. Ob er jetzt auch bei Josef im Bett liegt, weiß keiner, zumindest hat er nach ein bisschen Gejaule auch seine Zimmertür für den Kleinen geöffnet.

Als Monika damals ihrer Schwester Gertrud Dieter vorstellte, einen langjährigen Freund ihres verstorbenen Mannes, wollte sie auf keinen Fall mit so einem Typen in eine WG ziehen. An dem Hippie, mit seinem verbeulten VW-Bus, seien wohl die letzten Jahre vorbeigerauscht. Der sucht jetzt zahlungskräftige Mitbewohner, die ihm seinen Lebensabend angenehm gestalten. Diese Meinungsschublade über ihren jetzigen Mann, hat sie uns genau so lachend geschildert. Dass sie sich in ihrem Alter noch einmal so verlieben könnte, in einen Banausen, der in ihr einen Kontrollfreak und eine selbstgefällige Zimtzicke ohne Lebensfreude gesehen hat, kaum zu glauben.

Diese WG hat sich gefunden, ihre Mitstreiter zu Mitbewohnern gemacht, die noch offen waren für Veränderungen.

Also, liebe Freunde nur Mut, fangt schon mal an zu planen. Die Ausrede, es finden sich nicht die Richtigen, lassen wir mal nicht gelten. Es gibt über 7 Milliarden Bewohner auf unseren Planeten

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund liebe Freunde

 

 

 

 

Es gab so viele miesmachende Argumente von „lieben“ Freunden und Anverwandten zu unserer Wohnform, die jedoch heute etwas kleinlaut zugeben, dass sie selber gerne dem Verein angehören würden. Der Spruch: „Boo wie dekadent ist das denn „eine eigene Haushälterin!!!“ . Auch mit einer kleinen, überschaubaren Rente dürfte das mit 8 Personen zu finanzieren sein. Unser geliebter Hausdrachen Änne gehört einfach dazu.

Wenn man sich die Arbeit in einer WG teilt, bräuchte man keine Haushälterin, ist unserer Meinung nach eine große Fehleinschätzung. „Ich mache lieber alles selber, bevor der mir die Küche zusaut“. Kommt euch das bekannt vor. Hinter diesem Satz können sich oftmals viele Männer mit Fernbedienung und Decke auf dem Sofa verkrümmeln. Bei uns und bei Gudrun und Paul war es zumindest vor WG-Gründung so. Heute hat sich das in unserer eigenen Wohneinheit zwar nicht geändert, jedoch mein Mann verschwindet jetzt oftmals ins Haupthaus: „Mal sehen. ob Paul, Dirk oder Holger da sind“. Mit einem von denen will er immer noch kurz was bereden. Sehr witzig!!! In der Beziehung besitzen Gudrun und ich heute eine amüsante Gelassenheit.

Mit dem eigenen Partner klappt oftmals die klare Arbeitseinteilung schon nicht, da sollte man nicht naiv davon ausgehen, dass das in einer WG super klappt.

Meistens genießen wir auch gemeinsam das, was unsere Änne gekocht hat. Wie schon mal beschrieben, stellt Änne einen Essenplan für die ganze Woche zusammen. Damit sie planen kann, da manchmal auch Angehörige oder Freunde dazu kommen, müssen wir uns rechtzeitig anmelden. Es gibt Essensmarken, der Preis der Essensmarken wird jedes Jahr (gemeinsam mit unseren Kindern) neu festgesetzt. Änne hat weitgehendst freie Hand. Die Kontrollfunktion haben unsere Kinder, der Sohn von Dirk und Susanne, die Tochter von Gudrun und Paul sowie unser Sohn Max.

„Mein Gott, was für eine Kontrollfunktion und dann auch noch Essensmarken, das geht ja gar nicht. Also für mich käme so etwas nicht in Frage und dann auch nur alte Leute. Besser ist es, wenn jung und alt zusammen wohnen, dann kann man sich auch mal gegenseitig helfen.“

Zu den Essensmarken. Der Vorschlag kam übrigens von Paul. Paul und seine Frau Gudrun haben zwei Kinder und sechs Enkel, die alle Oma und Opa gerne besuchen. Da wäre es etwas schräg, wenn die alle mit ihrem gesunden Appetit regelmäßig in der Gemeinschaftsküche einliefen und die anderen WG-Mitglieder die Zeche bezahlen müßten. Das hat schon damals und auch heute noch in den Studenten-WGs für so manchen handfesten Ärger gesorgt

„Nur alte Leute“. Ja klar sind wir alt. Wir freuen uns immer, wenn Kinder oder Enkel uns besuchen, aber sind auch oft froh, wenn wir wieder unsere Ruhe haben.

„Wenn jung und alt zusammen wohnen, kann man sich gegenseitig helfen.“ Oft, sehr oft ist das auch richtig. Wieviele Kinder wohnen mit ihren Eltern in einem Haus. Mama und Papa unten und eine Etage höher Tochter oder Schwiegertochter. Ich stellte hier bewußt die Tochter oder Schwiegertochter an erster Stelle, da die dann meistens das evtl. anstehende Pflegeprogramm übernimmt. Sicherlich haben die alten Herrschaften immer auf die Enkel aufgepasst. Da ist es für viele auch eine verpflichtende Selbstverständlichkeit sich um die Eltern zu kümmern. Tochter hat dann evtl. Geschwister die sich nicht mehr blicken lassen,  pubertierende Kinder, einen Halbtagsjob, einen Haushalt, einen Mann, der evtl. etwas Hilfe leistet, und die pflegebedürftigen Eltern. Diese Tochter, will ihren Kindern auf alle Fälle so ein Leben ersparen und sieht das gegenseitige Hilfsaufkommen zwischen jung und alt sicherlich etwas realer. Sie geht bestimmt nicht davon aus, dass in einer zusammengewürfelten WG mit alt und jung, die Jungen später die Alten pflegen. Zumal sie genau weiß, was es heißt einen kleinen Kinderpopo zu säubern oder den eines alten Mannes, der für sie vielleicht sogar über Jahre eine autoritäre Respektsperson war. Es ist vielleicht so, das sich eine Nähe zu der zu pflegenden Mutter oder Vater entwickelt, die vorher nie so da war, jedoch wird das evtl. über Jahre dauernde Pflegeprogramm schon auf eine harte Probe gestellt.

Jung und alt helfen sich gegenseitig sollte man also auch nicht so blauäugig sehen. Wir haben auch hier klare Vorgaben erarbeitet, die keinen belasten sollten.

Na ja, ist heute alles nicht besonders witzig. Dass man zunächst mal ganz einfach den eigenen Alltagsstress analysieren sollte, den die anderen bekanntlich auch haben, ist für eine evtl. WG nur förderlich, da man daraus die besten Schlüsse ziehen kann liebe Freunde.

Bleibt gesund und herzlichst Eure fidele Alten-WG

 

 

Es gibt diese Abende mit Freuden, an denen man sich sicher ist, später eine Wohngemeinschaft zu gründen um nicht den Rest seines Lebens im Altenheim zu verbringen. „Später“ wann ist das? Auch 70jährige reden von später.

Wir (4 Paare zwischen 65 und 70) haben es vor Jahren wahr gemacht.

8 unterschiedliche Charaktere in einem „gefestigten“ Alter, nicht immer kompromissbereit, planen zusammenzuziehen. „Holla die Waldfee“ das war nicht einfach.

Über Jahre trafen wir uns immer wieder regelmäßig zur Urlaubszeit in Laboe. Dass das Unternehmen „Wohngemeinschaft Laboe“ überhaupt zustande gekommen ist, lag sicherlich daran, dass einige von uns extreme Pflegeeinsätze mit ihren Eltern hinter sich hatten und ihren Kindern das ersparen wollen.

Sicher gibt es schöne Pflegeheime die auch schön was kosten. 4.300 Euro monatlich ist durchaus nicht unüblich. Das mühsam zusammengesparte kleine Haus kann dabei schon mal draufgehen. Wenn das Haus erhalten bleiben soll kommen die Kinder (falls vorhanden) zum Einsatz. Meistens sind es die Töchter, die dann nach jahrelangem Pflege-Einsatz auf dem Zahnfleisch gehen.

So genug gemeckert.

Wir haben unsere Haus, Eigentumswohnung (oder Lebensversicherung) schon vorher verkauft um unser eigenes Altenheim selber zu organisieren.

Unser Kernhaus ist eine alte Villa. Darin gibt es eine Bibliothek mit Kamin, eine große gemütliche Küche und ein Gäste WC. Sowie einen großen Innenhof. Angebaut für jedes Paar wurde ein Wohnzimmer mit einem offenen Küchenbereich, ein Schlafzimmer mit Bad. Eine Etage höher gibt es noch ein Bad und zwei Zimmer.

Nur mal am Rande. Paul und mein Mann Wolfgang (unsere liebenswerten Geizhälse)  waren dagegen, den oberen Bereich auszubauen. Ihre Argumente: dann kommen liebe Anverwandte sowie alte Freunde, die glauben, sie können hier auf unsere Kosten ein billiges Urlaubs-Quartier finden. Auf den Punkt gebracht, scheuten die beiden nur die Kosten für den oberen Bereich. Gudrun und ich haben das schnell geklärt. Wir haben einfach unsere Enkelkinder vorgeschoben und ganz unschuldig fragen lassen: „Opa, wenn ich dich besuche, wo kann ich dann schlafen?“ Schon war das Thema geklärt.

Demnächst stelle ich Ihnen unsere Änne vor. Küchenfee, Perle, Haushälterin und ab und zu auch Geschäftsführerin.

 

 

Bei der WG in Cuxhaven hat eigentlich nichts gepasst.  Z.B. Monika mit 750 Euro Witwenrente. Gertrud und Josef, ehemalige Arbeitskollegen bei einer Bank, sehr gute Rente, Dieter, der Künstler, unregelmäßige Einkünfte.

Sie haben die Fixkosten der WG errechnet. Jeder bezahlt, seiner Rente entsprechend, den prozentigen Anteil. Sie leisten sich eine Putzfrau, die sich schon beschwert hat, dass es nicht viel zu tun gibt, da Josef mit seinem Putzfimmel meistens schon gründliche Vorarbeit geleistet hat.

So viel zu „es muss passen“. Unterschiedlicher kann man nicht sein. Josef und Dieter wären gut gewesen für eine Neuauflage von „Ein ungleiches Paar“. Ihr kennt sicherlich den Film mit dem Ordnungsfanatiker Felix und den Chaoten Oskar – gespielt von Jack Lemmon und Walter Matthau. Holger und Maren haben vor einigen Tagen die Cuxhaven-WG besucht und uns von dem veränderten Josef berichtet.

Josef, ein kleiner schmächtiger, sehr gepflegter Typ mit seinem ausgeprägten Putzfimmel, hat immer mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass Dieter nach dem Duschen kurz an seinem T-Shirt roch und feststellte, das geht noch.

Bei Dieter, so einem Schimanski-Verschnitt mit viel zu langen Haaren und einer großen Klappe, vermutet man zunächst nicht den sensiblen Künstler. Als wir in großer Runde mal wieder das Thema Männer und Frauen passen irgendwie nicht zusammen, auf den Schirm hatten, wir Frauen dann aber fast einvernehmlich feststellten, dass Dieter zu den Männern gehört, die einem schon gefallen könnten. Holla die Waldfee, da hatten wir uns ein Eigentor geschossen: „Ach so, Schmierlappen bevorzugt“, kam dann nur von meinem Mann. So ein Quatsch, er hat eben so eine gewinnende positive Ausstrahlung. Hat unsere Männer zwar nicht überzeugt, jedoch sein Mitbewohner Josef hat sich, so berichteten zumindest Holger und Maren, verändert. Dieter hat den peniblen Josef immer wohlwollend akzeptiert und trotzdem sein Ding gemacht. Josef hat sogar beim Bau des Hühnerstalls mitgeholfen. Vor Jahren für ihn noch ein Unding.

Dieters Hund durfte laut Josef jedoch nicht in die Küche. Genau wie bei uns. Änne hat auch was dagegen. War für Dieter und seinen Hund ok. Dieter und Gertrud (jetzt ein Paar) hatten sich einen weiteren kleinen Hund zugelegt. Dieser Hund hat jetzt ausgerechnet Josef zu seinem Lieblingsmenschen gemacht, da Josef immer ausgedehnte Spaziergänge macht und ihn mitnimmt. Er hat sich dann immer weiter aus dem Flur in die Küche zu Josef gerobbt. Ob er jetzt auch bei Josef im Bett liegt, weiß keiner, zumindest hat er nach ein bisschen Gejaule auch seine Zimmertür für den Kleinen geöffnet.

Als Monika damals ihrer Schwester Gertrud Dieter vorstellte, einen langjährigen Freund ihres verstorbenen Mannes, wollte sie auf keinen Fall mit so einem Typen in eine WG ziehen. An dem Hippie, mit seinem verbeulten VW-Bus, seien wohl die letzten Jahre vorbeigerauscht. Der sucht jetzt zahlungskräftige Mitbewohner, die ihm seinen Lebensabend angenehm gestalten. Diese Meinungsschublade über ihren jetzigen Mann, hat sie uns genau so lachend geschildert. Dass sie sich in ihrem Alter noch einmal so verlieben könnte, in einen Banausen, der in ihr einen Kontrollfreak und eine selbstgefällige Zimtzicke ohne Lebensfreude gesehen hat, kaum zu glauben.

Diese WG hat sich gefunden, ihre Mitstreiter zu Mitbewohnern gemacht, die noch offen waren für Veränderungen.

Also, liebe Freunde nur Mut, fangt schon mal an zu planen. Die Ausrede, es finden sich nicht die Richtigen, lassen wir mal nicht gelten. Es gibt über 7 Milliarden Bewohner auf unseren Planeten

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund liebe Freunde

Einmal durchgezogen und schon wurde es eine feste Einrichtung. Ein Wochenende vor Weihnachten ist Männertreff. Paul, sein Sohn Timo, Dirk, sein Sohn Jörn, unser Holger und mein Mann mit unseren beiden Söhnen. Das erste Mal wurde noch großartig überlegt (natürlich nur von uns Frauen) wie man diese Zeit evtl. kulturell und der Weihnachtszeit entsprechend besinnlich, gestalten könnte.

Unsere Änne hatte schon damals platt vorgeschlagen: „richtig was auf die Gabel, im Wintergarten die Heizstrahler an und genug zu trinken, das würde reichen und wir haben alle unter Kontrolle.“

Wie sie das immer weiß. Das erste Mal wurde noch großartig für unsere acht Männer außerhäusig ein Tisch bestellt. Ännes Eierpunsch und die frischen Waffeln zum Kaffee sind jedes Jahr eine prima Sache. In bester Laune (Eierpunsch war genug da) marschierten unsere Lieben los.

Der nächste Tag, ließ nur erahnen, welch besinnlichen (besoffenen) Spaß die Truppe hatte. Unser Sohn Friedrich hatte sich eine derbe Erkältung eingefangen. Nach seinen dreckigen Klamotten zu urteilen, hat er wohl einen kurzen ostseemäßigen Abstecher eingelegt. Unser Sohn Max und Timo, der Sohn von Gudrun und Paul, kamen zum späten Frühstück mit einer Lichterkette um den Hals. Mein Mann und unser Holger haben sich wohl so die Kante gegeben, dass sie am nächsten Tag bis zum späten Abend nicht aus dem Bett kamen. Die beiden, die sich ansonsten nicht gerade mit Liebenswürdigkeit überhäufen, waren offensichtlich, zur Belustigung der anderen, an dem Abend ziemlich beste Freunde.

Dieses Jahr wurde alles so gemacht, wie Änne es vorgeschlagen hatte. Wir Frauen waren außerhäusig. Wir hatten auch unseren Spaß ohne uns bei der Witterung am Ostseestrand zu wälzen. Als wir spät abends wieder zuhause waren, hatten unsere Männer wieder einen bestimmten Pegel erreicht. Dem Alexa-Echo wurde ein Musikwunsch nach dem anderen vermittelt. Von Jimi Hendrix bis stille Nacht heiliege Nacht war alles dabei, nur still wurde es erst gegen Morgen. Am Samstagmorgen hatten sich zumindest unsere Söhne soweit erholt, dass mit Mamas Hilfe noch einige Weihnachtseinkäufe in Kiel zu erledigen waren.

Gudrun hat ihre Schwiegertochter Astrid, schon Tage vorher angerufen, um zu checken, was Sohn Timo (als Überraschung) für Astrid zu Weihnachten kaufen könnte.

Am ersten Weihnachtstag, wenn alle kommen, gibt es zwar auch Eierpunsch, jedoch in Maßen. Schließlich kommen dann unsere Enkel. Geschenke gibt es auch nur für die Enkel. Gegen Abend wird in großer Runde gewichtelt (bis höchstens 10 Euro). Das hat immer viel Spaß gemacht.

Wir versuchen aus dem Fest der Liebe nicht das Fest des Konsums werden zu lassen und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Familie, unsere Freunde und Mitbewohner und den Wunsch, eine gute Zeit miteinander zu haben.

Das wünschen wir Euch auch liebe Freunde

Liebe herzliche Grüße

Moin, moin liebe Freunde. eine Freundin von Maren hat von einer WG in Berlin berichtet. Die WG hieß erst: „Super, eigenes Reich, Spaß haben und nicht allein sein, wenn wir alt sind“. Es hat sich dann gewandelt in: „Freunde haben erst geplant und dann gekniffen.“ Hochmotiviert durch unser Beispiel wurde vereinbart, an dem älteren Zweifamilienhaus der Freundin einen Anbau genehmigen zu lassen, der vier ebenerdige Appartements beinhalten sollte. Es sollten Fertighausteile angebaut werden. Die Tochter meiner Freundin wollte mit ihrer Familie in die untere Wohnung des Zweifamilienhauses ziehen und die Aufgaben übernehmen, die unsere angestellte Änne in unserer WG übernommen hat. Überhaupt wollten sie alles so organisieren wie es in unserer WG schon über Jahre klappt. War wohl nix. Die erwachsenen Kinder wurden mit einbezogen und schon hatte sich alles erledigt. Diesen Abend mit den erwachsenen Kindern, das Für und Wider, was unsere Änne für Aufgaben hat, ihr Gehalt, die Erberei, wie mit einem evtl. Pflegeaufkommen umzugehen sei, war rückblickend betrachtet, auch bei uns ganz schön heftig gewesen und drohte auch zu kippen.

Menschenskind ging da die Post ab. Jeder Psychotherapeut hätte da für Jahre Aufarbeitungsmaterial gefunden, ha, ha, ha. Jedoch konnten wir uns über alle angesprochenen Punkte einigen. Es war auf alle Fälle notwendig, um späteren Streitereien vorzubeugen. Es wurde von allen akzeptiert und unterschrieben. Das Projekt in Berlin mit Freunden umzusetzen klappte leider nicht. Das Bauvorhaben wurde jedoch genehmigt und trotzdem umgesetzt. Im 1. Apartment wohnt jetzt die Freundin mit ihrem Mann. im 2. Apartment ein schwules Pärchen, im 3. Apartment ein alleinstehender Mann und im 4. Apartment 1 alleinstehende Dame, die beide noch berufstätig sind. Alle kannten sich vorher nicht und wie die Freundin berichtet, klappt es prima. Also noch eine Möglichkeit, die auch schon in jungen Jahren umgesetzt werden könnte liebe Freunde.

Euch noch eine friedliche Woche und bleibt gesund

 

 

Ich will in kein Altersheim, sondern in meiner gewohnten Umgebung bleiben. Auch dafür gibt es mehrere Lösungen liebe Freunde. Timo hat den Sohn einer Bekannten getroffen. Dieser berichtete von der Straßen-WG seiner Mutter. Seine Mutter, die in einem großen Haus wohnt, wurde zum Pflegefall. Er hat über eine Agentur eine ausländische Pflegekraft organisiert, die 24 Stunden bei ihr zuhause ist. In der Nachbarschaft wohnt ein älterer Herr, zwei ältere Damen und ein Ehepaar, die auch nicht mehr alleine zurechtkommen. Der Sohn hat es jetzt so organisiert, dass 2 Pflegekräfte aus Polen und 1 junge Frau aus der Nachbarschaft sechs hilfsbedürftige Menschen versorgen. Es muss niemand in ein Altenheim. Es ist immer ein Ansprechpartner da und die Kosten werden geteilt. Mit der anfänglichen Uneinsichtigkeit umzugehen, so nach dem Motto „ich kann noch alles alleine“ sei nicht einfach gewesen, jedoch mit Hilfe der anderen Kinder, hat sich alles zu einer funktionierenden Groß-WG entwickelt. Die beiden älteren Damen, die zur Miete in der Nachbarschaft wohnen, hätten zwar noch nicht viel Hilfe nötig, genießen es aber, dazu zu gehören. Wie heißt es so schön, gemeinsam sind wir weniger allein. Ab und zu gäbe es zwar auch Krach, aber die Tochter des einen Ehepaars und er gehörten zum Schlichtungskommando. Man dürfte es zwar nicht laut sagen, aber so würde es auch wieder Spaß machen, seine Mutter zu besuchen. Eine von den Polinnen hätte einen Bingoabend organisiert. Hauptpreis sei eine Flasche Champagner gewesen, die er gewonnen hat.

Vielleicht sind noch einige von Euch im Pflegestress mit Mutter und Vater oder stehen sogar vor der Entscheidung ein passendes Heim zu finden. Ggf. dürfte das doch eine Alternative sein. Es läßt sich alles organisieren. Theater und Meckerköppe gibt es immer. Da erzähle ich Euch nichts Neues, jedoch die vielen kleinen schönen Momente wiegen das immer wieder auf.

 

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund Eure WG in Laboe

 

Du willst doch wohl nicht unser schönes Haus verkaufen und mit den Banausen zusammenziehen? Jahrelang wohnen wir hier und haben uns an alles gewöhnt, hier kennst und hast du doch alles, Einkaufsmöglichkeiten die du auch mit Rollator erreichen kannst, das Klinikum fast vor der Tür usw. usw.. Die Argumente meines Mannes waren nur geprägt von „bloß nichts verändern“. Wenn ihm nichts mehr dazu einfiel, wurden die potentiellen Mitbewohner durch den Kakao gezogen. Er wüßte genau wie sich alles entwickeln würde, wir hätten die Hölle auf Erden. Wenn er nur an den arroganten Holger denkt, den empfindlichen Dirk, den bescheuerten Paul mit seiner überdrehten Gudrun. Zu Susanne und Maren hat er sich nie abfällig geäußert, fällt mir jetzt auf, ha, ha, ha

Wir hatten ein Reihenhaus. Unsere beiden Söhne wohnten nicht mehr bei uns. Auf 3 Etagen verteilt, Platz genug um seine nicht vorhandene Putzleidenschaft auszuleben. Zwei der Zimmer entwickelten sich immer mehr zu Abstellkammern. Eine super Treppe, die uns fit hielt. Sollte sich einer von uns mit Rückenschmerzen plagen oder ganz gepflegt auf die Schnauze fallen, könnten wir unser Bett im Wohnzimmer aufbauen und versuchen mit dem Gäste-WC auszukommen. Auch das überzeugte ihn nicht. Ich würde das zu schwarz sehen und ob ich denn mal ausgerechnet hätte, was das alles kostet, wenn wir an der Ostsee neu investieren. Ich würde uns ins Armenhaus bringen. “ ARMENHAUS“ gehts noch!!! Das neue Armenhaus heißt jetzt „ALTERSHEIM“ mein neuzeitlicher Freund. Ob er sich das denn schon mal ausgerechnet hätte, wie schnell unser Haus weg wäre, wenn wir in Heimkosten investieren. So ging es über Monate. Nur mit Hilfe unserer Söhne konnte ich ihn dann überzeugen.

Der Verkauf des Hauses und die Fertigstellung unseres neuen Zuhauses so zu koordinieren, dass es fließend ineinander überging, war auch noch mal ein hartes Stück Arbeit. Gudrun und ich haben uns in der Zeit immer wieder gegenseitig aufgebaut, da sie offensichtlich mit ihrem Paul die gleichen uneinsichtigen Schwierigkeiten hatte, wie ich mit meinem. Nur mal nebenbei, heute sind mein Mann und ihr Paul ein Kopp und ein A…

Jörn, der Sohn von Susanne und Dirk ist Anwalt und hat in Zusammenarbeit mit Timo, dem Sohn von Paul und Gudrun, den finanziellen Rahmen abgesteckt, der pro Paar nicht 150.000 Euro überschreiten durfte.

Die Villa wurde entkernt. Es entstand eine große Küche, ein Wohnraum mit Kamin und ein Bad. Vom Innenhof gehen vier Wohneinheiten ab (vier kleine Blocks von je 65 qm). Unsere Geschichte besteht schon einige Jahre. Wir konnten damals das Grundstück mit der alten Villa noch günstig erwerben. Die Anbauten waren nicht gerade günstig. Heute sind die Grundstücke um vieles teurer, jedoch haben sich die Fertigbaufirmen mittlerweile auf die wachsende ältere Bevölkerung eingestellt und es gibt schon super Anbaumöglichkeiten unter 40.000 Euro. Für unser altes Haus würden wir heute auch weit mehr bekommen als vor 10 Jahren. (Nur mal am Rande, für einen Heimplatz bezahlt man heute z.B. 4.500 Euro im Monat).

Der Umzug war noch mal Stress pur. Was sich über Jahre so angesammelt hat. Sogar der Kram meiner verstorbenen Schwiegereltern befand sich noch teilweise in unserem Keller. Übertrieben ausgedrückt, wären unsere Söhne nicht dabei gewesen, säße mein Mann noch heute zwischen den alten Erinnerungen und würde zu jedem Salzstangenständer eine Geschichte erzählen. Wenn man es dann endlich hinbekommen hat, dass der Strohstern, den Klein Wölfi vor 60 Jahren gebastelt hat und der den Weihnachtsbaum meiner Schwiegereltern jedes Jahr geschmückt hat, endlich entsorgt wird, da er schon Jahrzehnte bei uns im Keller geschmort hat, ist man schon einen Schritt weiter. Schön, so ganz kann sich keiner davon frei sprechen und es ist auch immer wieder schön, ab und zu in einer alten Fotokiste zu kramen, jedoch genau so toll ist es, im Alter eine übersichtliche Wohnstätte zu haben, in der es erstaunlich wenig zu putzen gibt.

Jetzt denken bestimmt einige: Boah, den ganzen Stress tue ich mir nicht an, mal sehen was kommt. Heute kann ich dazu ganz locker sagen, man sollte die Bildung einer Alten-WG nicht unbedingt unter dem Aspekt  „ich will nicht ins Heim“ sehen. Eine WG kann ein neuer Lebensabschnitt sein, der nichts mit abwarten, sondern Neugestaltung zu tun hat. Wir konnten uns alle neu entdecken. Negative Eigenarten werden in einer Gemeinschaft oftmals von teilweise eingeschlafenen positiven Eigenschaften aufgefangen und neu belebt.

Manchmal kann schon der Weg das Ziel sein, so wie bei den beiden, die sich für eine WG am Meer mit mehreren begeistert haben, in einer Großstadt gar nicht so weit voneinander entfernt wohnten, aus Kostengründen erst mal zusammen gezogen sind und ihr Vorhaben auf später verschieben haben, wenn sie die Rente durch hat. Es gibt so viele Möglichkeiten. Aber was erzähle ich. Hier auf unseren Blog werden sehr viele Beispiele beschrieben wie es funktionieren könnte auch ohne Haus und Grundbesitz.

Bewahrt die positive Einstellung, verbunden mit lieben herzlichen Grüßen

Eure WG in Laboe

 

 

Moin, moin liebe Freunde.

Gestern war Spagetti-Tag. Unsere WG ist gerade zur Sommerzeit Anlaufstelle unserer Kinder und Enkel. Unser Paul dazu: (er kann es einfach nicht lassen) „Keinen Sommer hat man hier seine Ruhe, ständig steht einer von den Blagen mit Sack und Pack auf der Matte und im Ort trampeln dich die Touristen nieder.“

Dabei gibt es keinen in unserer Truppe, der den Trubel mit den Kindern und Enkel so genießt wie er. Über Jahre wurden die Kleinen bei uns abgeliefert, die jetzt teilweise mit ihren Freunden anreisen.

Paul würde am liebsten jedes Mal den Grill anschmeißen, jedoch Änne: „Nix da, es gibt Spagetti, dazu Soße mit und ohne Fleisch, anschließend frische Waffeln mit Eis. Änne, unser geliebter Hausdrachen !!! Wenn Freunde unserer Kinder das erste Mal unsere Änne erleben, wird ihre Art zunächst etwas befremdlich aufgenommen. Eine Haushälterin, die sagt wo es lang geht, ha, ha, ha

Die anschließenden Diskussionsrunden sind immer sehr erfrischend. Gudrun glaubt, dass es an den jungen Leuten liegt, die unsere Männer offensichtlich immer auf eine gemäßigtere Diskussionsschiene bringen als es sonst der Fall ist.

Gestern war wieder Thema Grundeinkommen. Das wurde natürlich kontrovers diskutiert. Von sozialer Hängematte und sonstigen uninformierten Kommentaren war alles dabei. Schon erstaunlich mit welch vernünftigen Argumenten die Jugend diese Thematik behandelt. Das Grundeinkommen wird kommen. Da waren wir uns nach dem Vortrag von Jannis alle einig. Mit der zunehmenden Digitalisierung wird es Massenentlassungen geben. Das könne man schon daran sehen, wieviele Sparkassen-Filialen schließen. Früher war der Beruf eines Bankers noch ein profitables Zukunftsmodell, das heute durch Computer ersetzt wird. So wird es sich in vielen Bereichen fortsetzen. Bei einer Grundsicherung müßte dann jeder deutsche Bürger 1.500 Euro bekommen (Experten haben errechnet, dass es bezahlbar ist). Alle die dazuverdienen wollen, finden dann auf dem Arbeitsmarkt Jobs, die auf alle Fälle besser bezahlt werden als heute. Die Notwendigkeit irgendeinen Billig-Job in der Stadt anzunehmen und da auch in teuren Wohnungen zu leben, gibt es dann nicht mehr.

Es entstehen neue Freiheiten und somit auch eine Wiederentdeckung der Natur. Alle alten, teilweise leer stehenden Häuser, gerade im Osten, die jetzt noch für wenig Geld zu erwerben sind, werden im Wert steigen.

Der Zeitpunkt eine Wohngemeinschaft zu gründen ob alt, jung oder gemischt, sei gerade jetzt mehr als günstig.

Von, „boo wenn man Geld hat, sollte man die alten Kabachen aufkaufen und dann bezugsfertig Wohnmodelle bauen wie wir es praktizieren. Da könnte man dann richtig Kohle machen (Konsumblagen denken eben so) oder, das kam natürlich von unserem Paul:“Jau, da kannste auch als Selbstversorger nicht nur Tomaten und Gurken anbauen sondern auch super Gras.“

Wohngemeinschaften zu gründen ist zumindest für unsere Kinder, Enkel und deren Freunde das Zukunftmodell. Wir leben es Ihnen vor, denn der Mensch ist nicht dafür gemacht, allein zu sein. Erst soziale Kontakte spiegeln einem den Sinn des Seins. Somit den Sinn des Lebens (der Spruch ist geklaut – hätte ich nicht besser ausdrücken können).

So liebe Freunde,

Alles Liebe, Gute und viel Gesundheit Eure fidele Alten-WG

 

 

 

 

 

 

 

Alleinerziehend „einmal bitte alles“ kann heißen: Miete kaum bezahlbar, Nebenjobs, die Kinder und man selber im Dauerstress. Es kann auch anders funktionieren. Inspiriert durch unsere WG bekommen wir viele Rückmeldungen von unseren Kindern und deren Freundes- und Bekanntenkreis, wie man unser Konzept auch schon in jungen Jahren umsetzen kann.

Jörn, der Sohn von Dirk und Susanne war letzte Woche da und berichtete von einer WG, die sich wie folgt zusammensetzt: 2 Frauen, 4 Kinder, einem Paar (zwei Männer) und der Mutter einer der zwei Männer. Einer der beiden Männer hat ein sehr altes Haus mit einem großen Grundstück geerbt. Seine Mutter hat ihr Haus verkauft und in diese neue WG investiert.

Jörn war ganz begeistert. Das läge zwar alles in der Pampas, aber Beate (die beiden sind jetzt tatsächlich ein Paar) und er überlegen, auch so eine WG jetzt schon zu gründen und nicht erst im Alter mit anderen zusammen zu ziehen.

Diese WG habe es fast genau so gemacht wie ihr „DIE ALTEN“. Das alte Haus sei entkernt worden. Da gäbe es jetzt eine sehr große Wohnküche, einen Vorratsraum, ein Bad und ein Zimmer (für eine evtl. spätere Pflegekraft). Angebaut wurden 4 Wohneinheiten. Alle mit eigenem Bad und kleiner Wohn-Küchenzeile. Zudem hat jeder ein eigenes Zimmer – auch die Kinder. Das was unsere Änne bei uns macht, hat in der WG die Mutter übernommen. Die beiden alleinerziehenden (sind sie jetzt nicht mehr) Frauen hatten kein Geld um zu investieren. Zunächst wurde eine Mietzahlung überlegt. Jetzt haben sie sich aber auf einen Mietkauf geeinigt. Es wurden evtl. Streitpunkte (falls ein Partner dazukommen sollte usw.) klar angesprochen und vertraglich geregelt. Sogar die Sache mit den Essenmarken wurde übernommen. Die Mutter, eine kreative Person und begeisterte Pferdenärrin, war die treibende Kraft (nachdem sie unser Buch „Neues von der jungen Alten-WG aus Laboe“ gelesen hat – ha, ha, ha ein bißchen Werbung muss sein).

So liebe Leute. Die Gesellschaft verändert sich und unser Land ist voller alter Häuser und großer Grundstücke die nur auf neue Wohnprojekte warten. Weg vom Konsumstress und die Natur wieder genießen. Die selbstgezüchteten Tomaten schmecken bestimmt besser als die aus dem Supermarkt.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund Eure fidele Alten-WG

 

 

 

 

Hallo liebe Freunde. Unsere Änne erzählt immer ganz begeistert von drei alleinerziehenden Frauen mit insgesamt 5 Kindern, 1 Pferd und zeitweise 12 Hunden. Eine davon ist Ännes Freundin. Diese Freundin hat ihrer Mutter unser Buch geschenkt. Die Reaktion der Mutter: „Super Sache, aber mit deinem Vater kannste das vergessen, mach du das doch mit Deinen Freundinnen und euren Kindern. Die Kinder haben dann mehrere Geschwister, eurem Gesabbel nach, wollt ihr von Männern ja angeblich nichts mehr wissen. Mit 3 Erwachsenen und 5 Kindern könnt ihr euch ein Haus mieten und die Kosten teilen. Jetzt kommt ihr bei den Mietpreisen in der Stadt kaum über die Runden und mit den zusätzlichen Putz-Jobs müßt ihr in der Zeit immer einen für die Kinder haben. Wie man alles machen könnte, steht ja in dem Buch. (Anmerkung, damit kein falscher Eindruck entsteht: der Erlös der Bücher geht an die MS-Forschung).

Änne hält mich immer auf den Laufenden. Es hat sich alles so entwickelt, dass die drei Frauen mit ihren Kindern einen Bauernhof gemietet haben. Zwei der Väter und Freunde haben bei den Renovierungsarbeiten mitgeholfen. Zusätzlich haben sie eine Hundepension eröffnet. So wie Änne erzählt, muss es gut laufen. Einer der Väter wollte wohl wieder mit einziehen, ha, ha, ha

Die zu beaufsichtigen Hunde rennen wohl im ganzen Haus herum, was Änne und ich nicht so toll finden.  Das ist natürlich nicht unser Problem. Änne erzählte, sie wäre da auf einen Kaffee vorbei gefahren, da hätten ein kleiner und ein großer Hund auf dem Sofa gelegen. Die Freundin hat nur gelacht und gesagt: „Änne setzt dich auf den Stuhl, das Sofa ist besetzt.

Manchmal reicht nur ein kleiner Denkanstoß um seinem Leben eine neue und positive Wende zu geben und das Wort „SPÄTER“  wird durch das Wort „JETZT“ ersetzt.

So liebe Freunde Euch noch eine schöne Zeit, viel Mut zum evtl. Neuanfang und viel viel Gesundheit

Eure fidele Alten-WG

 

Ist mit diesem Satz der Traum von einer WG beendet?

Auf keinen Fall liebe Freunde und Interessierte. Wir haben natürlich jetzt alle einen hellen Hals, weil wir es durchgezogen haben. Puhhh, aber erst mal aus dem Trott herauskommen und die Birne zum leuchten bringen, dass man älter und gebrechlicher werden könnte und dann nicht mehr alleine ist. Mein Mann hatte bis zum letzten Umzugstag „so seine Bedenken“.

Kein Geld!!! Na und, hatten Ute und ihre beiden Freundinnen auch nicht. Sie wohnen jetzt in Italien. Der Sohn von Ute hat auf seinen Namen ein altes Haus gekauft. Sie bezahlen jetzt zu dritt jeden Monat mit 300 Euro Miete den Kredit ab (siehe Blogbeitrag). Die WG in Cuxhaven. Sie haben ein sehr großes Haus gemietet. Dieter (Grundsicherung und Künstler), Gertrud eine ehemalige Bankangestellte (sehr gute Rente), Monika (Schwester von Gertrud – sehr kleine Rente) Josef (Arbeitskollege von Gertrud – sehr gute Rente). Je nach Rente haben sie die Fixkosten für jeden einzelnen berechnet und leisten sich auch eine Reinigungskraft. Eine Freundin von mir will in ihrer Heimatstadt mit ihrem Mann genau so ein Konzept umsetzen, wie wir es praktizieren. Zwei Bekannte haben kein Geld, die bezahlen dann an die anderen Miete und zwar weniger als sie vorher bezahlt haben. Alle diese Beispiele findet ihr auf unseren Blog oder in dem Buch „Neues von der jungen Alten-WG in Laboe“

Es gibt so viele Möglichkeiten der Umsetzung. Das Argument: ich hab kein Geld, ist nur eine Entschuldigung für was auch immer. Ich weiß wovon ich schreibe. Mein Mann Wolfgang war da Spezialist. Wenn es heute mal kleine Unstimmigkeiten in der WG gibt (sicher die haben wir auch schon mal) kommt dann:“siehste, ich hab es gewußt!“ und wenn es mal sehr gut läuft: „Spatzel, dass hätten wir schon in jungen Jahren machen sollen“ . Spatzel hat aber auf schöne neue Möbel verzichtet und lebt mit den alten Brocken (Möbel meiner Schwiegereltern) in einer WG, die sie nicht missen möchte.

Ha, ha, ha keine falschen Vorstellungen, ich liebe meinen Meckerkopp und er hat auch gute Eigenschaften, die ich nicht missen möchte. Sicher ist es auch ein Glück, dass es ihn und unsere anderen männlichen Mitbewohner nicht die Bohne interessiert was ich hier schreibe. Gudrun, Maren und Susanne lesen es regelmäßig und finden es auch ok, wenn ich viele persönliche Dinge schreibe, damit sich jeder ein Bild machen kann, solange eine gewisse Anonymität bestehen bleibt.

So liebe Leute, wieder etwas Mut gemacht? Vielleicht hat ja sogar jemand einen Tipp für die Leser unserer Seite was man z.B. an Zuschüssen vom Staat bekommen kann, wenn man eine WG gründet. In einigen Bundesländern hat man nämlich schon erkannt, dass wenn man diese Wohnform finanziell unterstützt, alle davon profitieren können.

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund Eure
fidele Alten-WG