Bei Geld und Pflege hört die Freundschaft schnell auf

12.11.2017

 

Das ist nicht nur einfach so dahergesagt liebe Freunde. Bei Geld hört so manche Freundschaft auf oder wird zumindest auf eine harte Probe gestellt. Hat schon mal jemand ein Pflegeprogramm absolviert oder steckt noch mittendrin, kann dieser oftmals bestätigen, dass er gar nicht so schnell gucken konnte, wie sich der Rest der Freunde einschließlich Familienangehöriger verabschiedet hat. Die traumhafte Vorstellung, dass im Alter eine Mehrgenerationen-WG super funktioniert, halten wir für wenig erfolgreich und blauäugig. Solange Opa und Oma noch funktionieren und auf die kleinen Scheißer aufpassen oder sogar bei den Schularbeiten helfen können, ist das Harmonie pur. Jedoch wenn Opa und Oma Pflegefälle werden, entwickelt sich eine teilweise nachvollziehbare Abneigung: „Igittegit einem fremden alten Mann den Allerwertesten abputzen, nein danke, das habe ich mir so nicht vorgestellt.“ Schon ist die Harmonie, platt und direkt auszudrücken, nicht am A…., sondern im A….

Beate, die Tochter von Paul und Gudrun, berichtete von so einer WG, die sehr vielversprechend begann und sich jetzt langsam auflöst, da die Pflegefälle zunehmen. Paul dazu: Also mal so nebenbei, ihm wäre es sogar lieber, unsere Änne (resolute Haushälterin) würde ihn, wenn er sich mal vollsch….sollte, mit dem Schlauch abspritzen, als wenn sein Sohn Timo das Pflegeprogramm übernehmen würde. Der hätte schon immer gewürgt, wenn er seinen süßen Blagen den Hintern abputzen musste. Änne grinste nur und sagte nichts. Vielleicht freut sie sich auch schon auf ihren ersten Einsatz mit dem Wasserschlauch!!!

Ein evtl. bevorstehendes Pflegeprogramm haben wir vor Gründung unserer WG bis in den kleinsten Teilen ausdiskutiert und festgelegt. Alle WG-Mitglieder werden sich kümmern, jedoch nur unterhaltungsmäßig und nicht in der Pflege. Mit 8 Personen ist es durchaus möglich, eine Pflegeperson einzustellen, einschließlich ambulaten Pflegedienst und evtl. Pflegestufen ist das auch mit wenig Rente zu finanzieren. Geteiltes Leid bekommt dann die ihr zustehende Bedeutung.

Bis jetzt liebe Freunde erfreuen wir uns noch, bis auf altersbedingte Wehwehchen, bester Gesundheit. Wir leben schon einige Jahre zusammen und haben uns ein Zuhause geschaffen, welches jetzt sogar mehr Nähe zuläßt, als zu Anfang unserer Gründung. Die liebevolle, sanfte Art von Susanne, die beruhigende ausgewogene Gelassenheit von Maren, die hilfsbereite, intelligente manchmal auch arrogante Art von Holger, unser sensibler Dirk, bei dem sich immer Wasser in Wein verwandeln könnte, unsere liebenswerten Geizhälse Paul und mein Mann Wolfgang, sowie die beiden Revolverschnauzen Gudrun und meine Wenigkeit wissen jetzt, was sie von einander zu halten haben. Wir glauben es ist eine gute Mischung. Fällt mal einer auf die Nase kommt evtl. von Gudrun und mir: „Ach stell dich nicht so an“ und von Susanne und Maren:“Ach Gottchen, wie können wir helfen.“ Liebevolle Zuneigung und flapsige Randbemerkungen zeigen oftmals eine positive Wirkung.

So jetzt gehen wir bei dem Schietwetter mit unseren Hunden spazieren. Mal sehen wer lieber auf dem Sofa bleibt, ha, ha,ha

Liebe herzliche Grüße und bleibt gesund

Eure fidele Alten-WG

 

 

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